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Jugendliche loslassen
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Freiraum geben und trotzdem präsent bleiben

Die hohe Kunst des Loslassens

Viele Eltern hadern mit der Vorstellung, ihr Kind irgendwann „loslassen“ zu müssen. Sie verbinden damit oft Abschied und Verlust. Dabei geht es beim Loslassen weniger darum, den Kontakt einzuschränken, sondern vielmehr darum eine Beziehung auf Augenhöhe entstehen zu lassen. Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Kind auf dem Weg ins Erwachsenenalter am besten begleiten. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Ihr Kind loszulassen haben Sie als Eltern im Grunde genommen schon lange geübt. Ob es das Kleinkind war, das sich im Sandkasten immer weiter weg traute, oder das Schulkind, das zum ersten Mal auf Klassenfahrt ging:

Immer wieder mussten Eltern und Kinder lernen, vorübergehend Abschied voneinander zu nehmen und Trennungen zu verkraften. In der Pubertät nimmt dieser Prozess noch mehr Raum ein, denn auf der Zielgeraden zum Erwachsenwerden muss der Jugendliche sich noch viel mehr abnabeln als vorher. Die erste Bewährungsprobe ist für Eltern häufig die erste große Liebe.

Dennoch benötigen Teenager einen sicheren Hafen, an dem sie bei Bedarf wieder „andocken“ kann. Die Aufgabe, die Eltern in dieser Phase leisten müssen, ist,

  • dem Kind einerseits immer mehr Eigenverantwortung zu überlassen, aber
  • ihm gleichzeitig auch ausreichend Halt und Geborgenheit zu geben, damit es sich emotional sicher verankert fühlt.

Loslassen hat also nichts mit Gleichgültigkeit, emotionaler Abwendung oder innerem Rückzug zu tun. Im Gegenteil: Beim Loslassen geht es darum, dem Kind immer mehr Freiraum zu lassen sowie gleichzeitig angemessen ansprechbar und präsent zu bleiben.

Frühe positive Bindungserfahrungen prägen und tragen ein Leben lang

Kleine Kinder lernen phasenweise ohne ihre Eltern auszukommen, indem sie ein sogenanntes „positives Introjekt“, also ein „gutes inneres Bild“ ihrer Bezugspersonen, entwickeln. Dieses innere Bild von Mutter und Vater gibt ihnen die stärkende Gewissheit, dass sie zwar vielleicht nicht vor Ort, aber trotzdem da sind, und zwar im besten Falle als liebevolle Beschützer und Begleiter. Wenn das Kind in seinen frühen Jahren positive und stabile Bindungserfahrungen gemacht hat, fällt es ihm in der Regel nicht schwer, sich von den Eltern oder anderen Bezugspersonen zu entfernen und sich ihnen wieder anzunähern, also eine gute Mischung aus Bindung und Autonomie zu entwickeln. Eine gute Bindungserfahrung in der frühen Kindheit gilt als beste Basis, um eine gesunde Persönlichkeit entwickeln und selbstständig werden zu können. Wenn Sie also bis jetzt eine liebe- und vertrauensvolle Bindung zu Ihrem Kind hatten, hat es die allerbesten Voraussetzungen, um sich zu einem tatkräftigen und selbstbewussten Erwachsenen zu entwickeln!

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