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Kind sieht sich gestapelte Münzen  an
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So machen Sie Ihr Kind sicher im Umgang mit dem Zahlungsmittel Geld

5 Richtlinien für den Umgang mit Geld

Frederic wünscht sich zum Geburtstag einen Elektro-Scooter für 450 €, und Amelie gibt ihr gesamtes Taschengeld schon am ersten Tag des Monats komplett für Süßigkeiten aus. Beide Kinder haben (noch) Schwierigkeiten damit, den Wert bestimmter Dinge einzuschätzen und mit ihrem Taschengeld auszukommen. Hier muss sich etwas ändern. Wie Ihr Kind möglichst früh den richtigen Umgang mit Geld erlernt, lesen Sie in diesem Beitrag. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Das Einkommen einer Familie und der damit verbundene Lebensstandard prägen das Leben eines Kindes ganz maßgeblich. Wem viel Geld zur Verfügung steht, der kann sich auch viel leisten. Und wer jeden Cent umdrehen muss, dessen gesellschaftliches Leben ist geprägt von Verzicht und Enthaltsamkeit. Doch gleichgültig in welchem finanziellen Umfeld ein Kind aufwächst, es muss lernen, mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu haushalten.

5 Richtlinien für den Umgang mit Geld

1. Greifen Sie das Thema auf, sobald Ihr Kind Interesse daran zeigt

Sobald Ihr Kind sich für Geld interessiert, sollten Sie auf dieses Thema eingehen. Je nach seinem Alter gibt es einfache und komplexe Erklärungen zum Gehalt, zu den Lebenshaltungskosten oder zum Konzept von Geld als Zahlungsmittel. Geld als Zahlungsmittel: Am besten diskutieren Sie mit Ihrem Kind immer wieder über Geld, wenn es sich anbietet. Fragen Sie, wie der Alltag im Kaufhaus ohne Geld funktionieren würde. Diskutieren Sie andere Zahlungsmöglichkeiten (Tauschmittel) und überlegen sie gemeinsam, ob es Alternativen zum Geld gibt.

2. Sprechen Sie über den Familienhaushalt

Nach einer Umfrage der Postbank im Jahr 2015 sprechen Deutsche noch immer nicht gerne über ihr Einkommen – Finanzen sind ein Tabuthema. Trotzdem sollten Kinder ein Gespür dafür bekommen, was sich die eigene Familie leisten kann und welche Wünsche unrealistisch sind. Familienhaushalt: Reden Sie über Preise, vergleichen Sie beim Einkaufen und setzen Sie das Familieneinkommen den Bedürfnissen gegenüber. Lassen Sie Ihr Kind einschätzen, was es beim Einkaufen für 1, 10, 20 oder 50 € bekommt.

3. Taschengeld zahlen

Eigenes Taschengeld sollten Kinder bereits vor der Einschulung bekommen. Wichtig dabei ist, dass die Kinder mit diesem Geld machen können, was sie wollen. Auch wenn sie ihr Geld bereits am ersten Tag verjubeln, ist das in Ordnung. Allerdings sollten sie dann auch die Erfahrung machen, dass es bis zum nächsten Taschengeld eine Durststrecke durchzuhalten gibt. Taschengeld-Richtlinien: Grundschüler bekommen das Taschengeld wöchentlich, ältere monatlich. Je nachdem, was Kinder von diesem Geld finanzieren müssen, kann es mehr oder weniger sein. Kinder entscheiden selbst, wie sie ihr Taschengeld einsetzen. Nur so lernen sie den verantwortungsbewussten Umgang damit.

4. Kinder informieren

Wenn etwas aus finanziellen Gründen nicht gekauft werden kann, dürfen Kinder das ruhig erfahren. So lernen sie, dass Gehälter verschieden sind und Geld nicht unendlich zur Verfügung steht. Ehrlichkeit und keine Scham: Es ist keine Schande, sich etwas nicht leisten zu können. Erklären Sie Ihrem Kind, woher Ihr Einkommen kommt und was die Familie sich davon leisten kann. Ältere Kinder können mit kleinen Jobs ihr Taschengeld aufbessern.

5. Sparen einüben

Ein Sparprogramm hilft dabei, Herzenswünsche zu erfüllen. Frustrationstoleranz: Ihr Kind sollte regelmäßig die Erfahrung machen, dass sich sparen lohnt. Das Aufschieben von Wünschen erhöht auch die Frustrationstoleranz, eine wichtige Kernkompetenz zur Erreichung langfristiger Ziele im Leben.

Lob und Anerkennung statt finanzieller Anreize

In manchen Familien wird Geld zur Motivation genutzt, beispielsweise bei einer guten Note. Dahinter steht die Vermutung, dass ein finanzieller Anreiz ein Kind motiviert, für die nächste Arbeit intensiver zu lernen. In einigen Fällen mag das stimmen, doch die wichtige innere Motivation, die Kinder als Antrieb lebenslang benötigen, wird dadurch nicht aufgebaut. Die Zufriedenheit der Eltern, die persönliche Anerkennung der Leistung Ihres Kindes, der eigene Stolz auf das Erreichte – das motiviert mehr als jeder Euro.

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