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Sinnvolle Strafen
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Kindererziehung: Wie sinnvoll sind Strafen für Teenager wirklich?

Internetverbot, Taschengeldentzug, Stubenarrest

Strafen wurden in der Kindererziehung schon immer eingesetzt, haben also eine lange Tradition. Viele Eltern halten es deshalb für fast unmöglich, ein Kind zu erziehen, ohne es zu bestrafen. Immerhin fallen die meisten Strafen heutzutage milder aus als früher, da etwa die Prügelstrafe, aber auch jede Form der psychischen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Deutschland mittlerweile glücklicherweise verboten sind. Lesen Sie in diesem Beitrag, warum es oft langfristig nicht hilfreich ist, Jugendliche zu bestrafen, und was Sie in Konfliktsituationen stattdessen tun sollten. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Es geht uns heute – anders als früheren Generationen – nicht mehr darum, unsere Jugendlichen durch Strafen gehorsam und gefügig zu machen. Und unser Anliegen ist auch nicht, dass Teenager sich schlecht fühlen müssen, nachdem sie etwas „Falsches“ getan haben. Vielmehr wollen wir sie zu jungen Menschen heranziehen, die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und eigenständig werden.

So geht es nach einem kindlichen Fehlverhalten eher darum, seine Einsicht zu fördern und ihm dabei zu helfen, sich beim nächsten Mal passender zu verhalten. Für diesen Prozess sind Bestrafungen und Beschämung („Du bist ein böses Kind!“) kontraproduktiv. Sie manifestieren ein hierarchisches und autoritäres Eltern-Kind-Verhältnis, das in unserer Gesellschaft ausgedient hat. Elterliche Strafmaßnahmen werden zudem – insbesondere von Jugendlichen (!) – häufig als Willkür und Machtgebaren erlebt.

Natürliche Konsequenzen helfen bei der Kindererziehung
Vertrauen Sie auf die Wirkung der „natürlichen Konsequenz“, und verzichten Sie weitgehend darauf, Ihrem Kind unter Androhung von Strafen Angst und Druck zu machen. Echte Strafen wie Internetverbot oder Stubenarrest sollten unbedingt die Ausnahme bleiben. Setzen Sie diese also sparsam ein, und kommentieren Sie sie gegebenenfalls entsprechend: „Ich bin jetzt wirklich so sauer, dass das sein muss.“ Damit stellen Sie klar, dass es sich nicht um eine erzieherische Dauerlösung,sondern um eine akute Notlösung handelt. Damit können Jugendliche gut leben, ohne dass ein Vertrauensverlust die Folge sein muss.

Hilfreicher ist es, wenn Teenager ganz unmittelbar die natürlichen oder logischen Folgen ihres Tuns spüren. Lernt ein Jugendlicher nicht für die Schule, bekommt er schlechte Noten. Gibt er zu viel Geld für die „falschen“ Schuhe aus, muss er damit leben. Das alles ist für ihn „Strafe“ genug! Außerdem erhöht die Angst vor Bestrafung die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Teenager Sie anlügt und/oder vieles hinter Ihrem Rücken tut, von dem Sie nichts wissen sollen. Das Eltern-Kind-Vertrauen wird so geschwächt, die Beziehung nimmt dauerhaft Schaden.

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