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Vater und Sohn gemeinsam am Meer
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Kommunikation und Kooperation als Schlüssel zum Lernerfolg

Teamfähigkeit verbessern

Die Pubertät ist eine Zeit, in der die Kommunikation zwischen Erwachsenen und Jugendlichen oft von Reibereien und Konflikten geprägt ist. Aber auch Jugendliche untereinander reagieren nun zunehmend sensibler auf das Kommunikationsverhalten Gleichaltriger. Im häuslichen Umfeld drehen sich viele Auseinandersetzungen um das Thema Schule. Und auch in der Schule leiden Schüler mitunter unter rauen Umgangsformen, verbalen Angriffen oder sogar Mobbing. Entspanntes Lernen ist so nicht möglich. Lesen Sie in diesem Beitrag, was positive Kommunikation und kooperatives Verhalten bedeuten und warum beides für den Lernerfolg Ihres pubertierenden Kindes so wichtig ist. 

Expertenrat von 

Ein Streit oder auch ein größerer Konflikt ist eigentlich nicht schlimm. Rein sachlich betrachtet, geht es um verschiedene Standpunkte, Meinungen,ein Problem, das auf Klärung drängt etc. Entscheidend ist aber, auf welche Weise sich die Kommunikationspartner auf die Suche nach einer geeigneten Lösung begeben bzw. welches Kommunikationsverhalten und welches Maß an Kooperationsbereitschaft sie dabei an den Tag legen. Wer am lautesten schreit, hat eben noch lange nicht Recht, und wer um des lieben Friedens willens immer nachgibt, trägt auch nicht aktiv zu einer nachhaltigen Lösung bei.

Warum sind positive Kommunikation und Kooperation wichtig für den Lernerfolg?

Sicher gibt es nicht wenige Beispiele, die zeigen, dass selbst ausgemachte Egoisten oder Kommunikationsdilettanten einen guten Schulabschluss machen und nicht selten auch im späteren Arbeitsleben erfolgreich sein können. Der Erfolg bezieht sich hier jedoch vorwiegend auf die aufgabenbezogenen Bereiche von Schule und Beruf. Die meisten Mitmenschen sind verständlicherweise weniger angetan von diesen oft sehr dominant auftretenden Verhaltenstypen. Die wiederum scheinen mit sich und ihrem Handeln hingegen meist völlig einverstanden, denn aus ihrer Sicht geht es ja um das Lösen von sachbezogenen Aufgaben und Probleme – nicht um „Beziehungspflege“. Diesen Verhaltenstypen fehlt oft die Fähigkeit der Empathie – also die Fähigkeit und Bereitschaft, sich in die Gedanken, Gefühle, Handlungsmotive, Bedürfnisse etc. ihrer Mitmenschen hineinzuversetzen bzw. diese wahrzunehmen und zu verstehen. Empathie ist aber eine grundlegend wichtige Fähigkeit, um beispielsweise bei Problemen und Konflikten überhaupt an einer nachhaltigen Lösung mitarbeiten zu können. Nur wer überhaupt in der Lage ist, die Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse seiner Mitmenschen in solchen Situationen zu berücksichtigen, kann sich auch produktiv in solche Prozesse einbringen. In vielen Wissenschaften bzw. bei der Ausübung nicht weniger Berufe (z. B. Psychologie, Pädagogik, Medizin, Kriminalistik, Sprachwissenschaften, Politikwissenschaften, Management etc.) spielt daher die Fähigkeit zur Empathie eine sehr wichtige Rolle. Nun ist Ihr Kind noch nicht berufstätig im eigentlichen Sinne, aber sein „Schuljob“ verlangt ihm oft schon ähnlich viel ab wie ein späterer Beruf. So lernt Ihr Kind dann erfolgreich, wenn es beispielsweise

  • gemeinsam mit anderen gut Referate/Präsentationen/ Projekte vorbereiten kann,
  • zusammen mit Klassenkameraden effektiv für Tests und Prüfungen lernt,
  • seinen Schulalltagaktiv mitgestaltet, indem es seine Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse artikuliert und die seiner Mitmenschen berücksichtigt, toleriert und wertschätzt,
  • in Konfliktsituationen (mit Mitschülern oder Lehrern) aktiv an einer Win-Win-Lösung mitarbeitet,
  • für sein positives Verhalten schließlich selbst Anerkennung und Wertschätzung erntet und sich dadurch in seinem schulischen Umfeld wohl fühlt.

Erfolgreiche Schüler lernen in der Regel nicht nur gut, sondern vor allem gerne. Das Gehirn Ihres Kindes ist also dann aufnahmebereiter, wenn es seinem Kopf signalisiert, dass es Lernen nicht als pure Qual empfindet. In einem angenehmen schulischen Umfeld, in dem Ihr Kind Lernen auch mit erfreulichen Erlebnissen verbindet, fällt ihm das deutlich leichter. Es liegt aber vor allem auch an ihm selbst, inwieweit es mit seinen kommunikativen Fähigkeiten und seiner Kooperationsbereitschaft zu einem solch positiven Umfeld beiträgt!

Diese 4 Strategien verbessern die Kommunikationsfähigkeit Ihres Kindes

Ob zu Hause oder in der Schule, Grundvoraussetzung für eine gelungene Kommunikation ist: Fühlen Sie bzw. Ihr Kind sich immer verantwortlich für das Gelingen der Kommunikation! Nicht der andere ist also „schuld“, wenn Missverständnisse oder Kränkungen aufkommen, sondern Sie müssen selbst daran arbeiten, dass Ihre „Nachrichten“ richtig beim Kommunikationspartner ankommen bzw. dass Sie seine„ Botschaften“ auch richtig verstehen. Die folgenden fünf Strategien helfen dabei …

Positive Strategie 1: Passives und aktives Zuhören

Passives Zuhören heißt: aufmerksam sein Geduld und Zeit signalisieren Blickkontakt herstellen und halten eine angemessene Körperhaltung einnehmen verbal nur mit Äußerungen wie „mm“, „ oh“, ach so“ etc. reagieren empathisch helfen und verstehen wollen Gefühle und Bedürfnisse aufrichtig akzeptieren das Risiko eingehen, die eigene Meinung zu ändern

Passives Zuhören hat den Vorteil, dass z. B. der Denkprozess Ihres Kindes beim Reden nicht unterbrochen oder in eine bestimmt Richtung gelenkt wird. Beim aktiven Zuhören gehen Sie außerdem durch „Paraphrase“ sicher, dass Sie Ihr Kind richtig verstanden haben. Paraphrase bedeutet, dass Sie wertungsfrei und mit Ihren eigenen Worten das Gesagte wiederholen, um so Missverständnissen vorzubeugen. Ein Beispiel: Mutter: „Denkst du, ich halte dich für unsportlich?“ Tochter: „Ja!“ Mutter: „Dann habe ich mich nicht richtig ausgedrückt. Ich denke, dass du eine sehr gute Sportlerin sein könntest, wenn du mehr trainieren würdest. Ich würde mich freuen, wenn du wieder im Verein schwimmen würdest.“

Positive Strategie 2: Ich- statt Du-Botschaften

Ich-Botschaften sind das positive Gegenstück der Du-Botschaft. Ich-Botschaften erklären persönliche Gefühle und Bedürfnisse, statt den anderen zu beschuldigen, zu mahnen, zu be- oder zu verurteilen. Zum Beispiel: „Ich mache mir Sorgen, wenn du so wenig für die Schule lernst“ statt „Du hast schon wieder keine Vokabeln gelernt!“ Statt Widerstand, Trotz oder Streit fordern Ich-Botschaften Verständnis und Einfühlungsvermögen vom Kommunikationspartner. Ich-Botschaften haben so eine Appellwirkung – sie sind eine Bitte um Hilfe! Bedenken Sie, dass Ich-Botschaften weder Ratschläge noch Schlussfolgerungen angehängt werden sollten (z. B.: „Ich denke, du solltest jetzt …“). So würden Sie Ihrem Kind die wertvolle Chance nehmen, an der Lösung des Problems aktiv mitzuarbeiten.

Positive Strategie 3: Auf Körpersprache achten – Körpersprache gezielt einsetzen

Um Missverständnisse und Streit zu vermeiden, sollte Ihre Körpersprache, also Ihre Gestik, Mimik, Haltung und Stimme, mit Ihrer inhaltlichen Nachricht übereinstimmen. Die Botschaft: „Super Praktikumsbericht“ kann Ihr Kind nämlich nur dann als Kompliment verstehen, wenn Ihre Körpersprache nicht das genaue Gegenteil sagt:„ Finde ich total daneben!“ Achten Sie außerdem darauf, dass Ihre Körpersprache zum Beispiel auch beim Zuhören nicht dominant oder gar abschätzig wirkt. Hierbei sollte Ihre Körpersprache Ihre positive innere Haltung zu Ihrem Gesprächspartner ebenfalls wiedergeben. Für viele Kinder und Jugendliche ist es schwer, die eigene Körpersprache im Blick zu behalten. Die wichtige Kommunikationsregel von Paul Watzlawick „Es kann nicht nicht kommuniziert werden“ erklärt hierzu, dass wir in jeder Situation auch nonverbal eine Nachricht senden. In der Schule, im Klassenraum, bei Gesprächen mit Mitschülern und Lehrern sollte daher auch Ihr Kind lernen, seine nonverbalen Nachrichten zu kontrollieren.

Positive Strategie 4: Stärken der positiven „Kopfbewohner“

Ihr Kind hört je nach Stand seines Selbstbewusstseins z.B. bei schulischen Leistungen verschiedene „innere Stimmen“. Wir nennen diese inneren Stimmen „Kopfbewohner“. Achten Sie darauf, dass Sie in der Kommunikation mit Ihrem Kind nur die guten und motivierenden Kopfbewohner stärken. Alle anderen „Anwesenden“ machen Ihr Kind missmutig, traurig oder aggressiv und bremsen so seine Lernmotivation.

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