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Teenager tastet mit dem Finger über verschiedene Pillen
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Legal Highs: Was Sie über den neuen Drogentrend wissen müssen

Das macht Legal Highs so gefährlich

Sie tragen so fantasievolle Namen wie „Angel dust“, „Spice“, „Monkees go Banana“, „Special Gold“, „Euphoria“ oder „Atomic Bomb“ und werden seit ein paar Jahren über das Internet vertrieben: sogenannte Legal Highs. Legal Highs sind Drogenmischungen, die meist als Räucher- oder Kräutermischungen, Badesalze, Reiniger, Raumerfrischer oder Düngerpillen getarnt werden, um rechtliche Bestimmungen des Betäubungsmittel- oder Arzneimittelgesetzes zu umgehen. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Weder der Handel noch Konsum der Legal Highs sind also strafbar (bis auf wenige Ausnahmen). Daher ist es verhältnismäßig leicht, an sie heranzukommen. Lesen Sie hier, warum diese Drogenmischungen so gefährlich sind und warum Sie Ihr Kind unbedingt darüber aufklären sollten.

Immer mehr Menschen probieren die vermeintlich harmlosen „Kräutermischungen“ aus, auch viele Jugendliche. Schon ein paar Klicks reichen, um zu den einschlägigen Online-Shops („Headshops“) zu gelangen und die vermeintlich harmlosen Pulver, Tabletten, Kräuter oder Kapseln zu bestellen. Legal Highs werden entweder geraucht, geschnupft oder geschluckt. Ein besonders großes Problem bei den Legal Highs ist, dass niemand genau weiß, welche Substanzen in den Mischungen enthalten sind, und schon gar nicht, in welcher Konzentration. Über 40 verschiedene neue psychoaktive Substanzen wurden im Zusammenhang mit den Legal Highs festgestellt. Meistens bestehen sie zum Teil aus getrockneten Pflanzenteilen, allerdings dienen diese eher der Tarnung und Beimischung. Die wirksamsten psychotropen Substanzen in den „Legal High“-Produkten sind sogenannte Research Chemicals: Substanzen aus der Pharmaforschung, die in illegalen Labors unter zweifelhaften Umständen zusammengebraut werden. Unglücklicherweise sind Research Chemicals nicht verboten; sie sind weder bekannt, noch sind ihre Neben- und vor allem Langzeitwirkungen erforscht.

Was man über Legal Highs weiß:

 

  • Weder die Polizei noch der Gesetzgeber kommen dem gefährlichen neuen Drogentrend hinterher. Folgende Erkenntnisse konnte man bis jetzt gewinnen:
  • „Legal Highs“ haben oft eine ähnliche Wirkung wie illegale Drogen, sind also alles andere als harmlos!
  • Die am weitesten verbreiteten Räuchermischungen enthalten synthetische Substanzen, die den Wirkstoff der Cannabispflanze THC nachahmen, allerdings deutlich stärker sind.
  • Die als „Badesalze“,Raumerfrischer“ oder „Düngerpillen“ verkauften Produkte beinhalten häufig Research Chemicals aus der Gruppe der Amphetamine oder Halluzinogene.
  • Die psychoaktiven Substanzen, die in den Legal Highs verarbeitet sind, können mit den gängigen Drogentests meistens nicht nachgewiesen werden.

 

Folgende Nebenwirkungen wurden beobachtet:

Herzrasen, Kreislaufprobleme bis hin zu Kreislaufversagen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angstzustände, Atemstillstand, stark abfallender Puls, Ohnmachten, psychotische Zustände mit Halluzinationen oder Wahnvorstellungen, Nierenversagen, Lähmungs- und Entzugserscheinungen nach dem Absetzen, sehr selten Suizid/Tod nach Konsum.

Das macht Legal Highs so gefährlich:

 

  • Zusammensetzung, Dosierung und Potenz der Wirk- und Inhaltstoffe sind fast immer unklar. Sie werden nicht oder nur unzureichend deklariert. Das macht es sogar Apothekern, Drogenexperten und Ärzten schwer, im Vorfeld etwas über die Gefährlichkeit der Droge zu sagen.
  • Unklar ist auch, welche unter Umständen gesundheitsgefährdenden Beimischungen in Legal Highs verarbeitet sind, wie etwa Paraffin oder Teer.
  • Auch über das Suchtpotenzial dieser Substanzen ist bisher wenig bekannt.
  • Fazit: Die Konsumenten von Legal Highs gehen ein hohes Risiko mit unbekannten gesundheitlichen Langzeitfolgen ein!

 

Was Sie tun sollten, um Ihr Kind vor Legal Highs zu schützen

Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über Drogen. Je mehr es über die Wirkungen und Gefahren weiß, desto besser. Geben Sie ihm Informationsmaterial (z.B. von der Seite (www.sag-nein-zu-drogen.de) und empfehlen Sie ihm entsprechende Internetseiten, etwa www.drugcom.de.

Klären Sie es über die Risiken von Legal Highs auf und machen Sie ihm klar, dass sie weder harmlos noch wirklich legal sind. Vielmehr nutzen die Drogenhersteller gesetzliche Schlupflöcher, um schnell und viel Geld zu verdienen. Machen Sie besonders darauf aufmerksam, dass auch eine einmalige Einnahme von Drogen schwere Nebenwirkungen haben kann. Außerdem ist das Suchtpotenzial vieler Substanzen höher, als allgemein angenommen wird.

Sollten Sie jemals den Verdacht haben, dass Ihr Kind Drogen konsumiert (etwa weil es Ihnen oft müde, schlapp, seltsam desinteressiert oder auf andere Weise verändert erscheint), scheuen Sie sich nicht, es sofort anzusprechen. Sollte es den Drogenkonsum hartnäckig leugnen, obwohl viele Anzeichen darauf hindeuten, lassen Sie sich von einer Beratungsstelle unterstützen. Je schneller Sie hier konstruktiv intervenieren, desto größer sind die Chancen, dass Ihr Kind den Konsum wieder aufgibt.

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