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Provokation und Pubertät gehören zusammen
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Provokation: Wie Sie richtig reagieren, wenn Ihr Kind Sie in der Pubertät provoziert!

10 verschiedene Formen der Provokation

Die Pubertät ist eine stressige und konfliktreiche Zeit – davon können die meisten Eltern ein Lied singen. Denn viele Teenager lieben es, ihre Eltern in dieser Phase zu provozieren. Lesen Sie hier, wie Sie am besten mit der Provokation Ihres Heranwachsenden umgehen sollten. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

10 verschiedene Formen der Provokation in der Pubertät und wie Sie am besten damit umgehen

1. Provokation als Ausdruck von Hilflosigkeit

Jugendliche fühlen sich oft hilflos und überfordert. Durch provokatives Verhalten sorgen sie dann dafür, dass sich andere auch hilflos fühlen. Das ist ein unbewusster Prozess, den sie oft nicht steuern können.

Wie Sie am besten damit umgehen
Versuchen Sie, sich in einer ruhigen Minute in Ihren Sohn/Ihre Tochter hineinzuversetzen: Wie könnte es ihm/ihr gerade gehen? Wenn Sie das Gefühl haben, dass er/sie sich tatsächlich hilf- oder haltlos fühlt, sprechen Sie Ihr Kind ganz offen darauf an. Oft wissen Jugendliche selbst nicht genau, warum sie sich provozierend verhalten.

2. Provokation als Ausdruck von Wut

Wenn sich Teenager nicht ernst genommen fühlen, schlagen sie manchmal verbal um sich: Damit machen sie auf sich und ihre Belange aufmerksam.

Wie Sie am besten damit umgehen
Tun Sie das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit nicht ab, sondern nehmen Sie es ernst. Was könnten Sie ändern, damit Ihr Kind sich ernster genommen fühlt? An welchen Stellen könnten sie ihm beispielsweise mehr Verantwortung übertragen? Könnten Sie ihn auch mal um einen Rat fragen etc.?

3. Provokation als Ausdruck von familieninternen Spannungen

Da Jugendliche besonders sensibel sind, nehmen sie oft Spannungen der gesamten Familie auf und bringen diese durch diffuse, ungerichtete Aggressionen zum Ausdruck.

Wie Sie am besten damit umgehen
Überprüfen Sie hin und wieder, wie die Stimmungslage in Ihrer Familie so ist: Gibt es ungeklärte und unausgesprochene Eheprobleme? Gibt es sonstige Konflikte, die derzeit nicht lösbar sind oder vor sich hinschwelen? Gehen Sie diese Probleme an, oder sprechen Sie mit Ihrem Teenager darüber, etwa indem Sie sagen: „Ich weiß, dass wir nicht gerade ein harmonisches Paar sind, aber wir werden das miteinander regeln. Ich verstehe, dass dich das manchmal wütend macht.“

4. Provokation als Suche nach einem authentischen Gegenüber

Manchmal treiben Jugendliche ihre Eltern so weit in die Ecke, bis diese dann ihr „gutes Benehmen“ verlieren und ihr „wahres Gesicht“ zeigen. So erzwingen Teenager, dass sich der Erwachsene mal wirklich zeigt, einfach als menschliches Gegenüber. Über Provokationen erleben sie Erwachsene manchmal authentischer und lebendiger, weil sie gezwungen sind, ihre Maske abzulegen.

Wie Sie am besten damit umgehen
Jugendliche wollen keine unnahbaren, immer korrekten und pädagogischen Eltern. Sie brauchen ein ganz normales Gegenüber mit Fehlern und Schwächen. Je besser Eltern damit umgehen können, dass auch sie fehlbar sind und nicht für jedes Problem gleich die passende Lösung haben, desto einfacher ist das für das Kind. Das heißt wiederum nicht, dass Sie Ihrem Kind ständig die Ohren „volljammern“ oder sich unkontrolliert irgendwelchen Stimmungen hingeben sollten. Sie sollten aber durchaus mal Gefühle von sich zeigen und beispielsweise ehrlich sagen: „Ich bin heute echt mies drauf!“ oder „Dein Spruch vorgestern hat mich ganz schön getroffen.“

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