Kommentare:
Mutter redet mit ihrem Sohn
© tmc_photos - Fotolia.com

Reden Sie mit Ihrem Kind – aber richtig! Die wichtigsten Eltern-Kind-Kommunikationsregeln

Erziehung und Entwicklung

Kritik in der Erziehung muss sein, aber oft machen Eltern im Gespräch mit ihrem Kind viele unnötige Fehler, die keine Verbesserung der Situation bewirken. Es lohnt also, sich die Geheimnisse der Eltern-Kind-Kommunikation genauer anzusehen. Wie soll ich bloß mit meinem Kind sprechen, damit meine Botschaften auch ankommen? Welche Worte sind erlaubt, was geht gar nicht? Wann schaltet mein Kind auf Durchzug, und warum wird es bei manchen Formulierungen sogar selber wütend oder fühlt sich ungerecht behandelt? Die Antworten finden Sie im folgenden Beitrag. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Kennen Sie das? Beim Blick in den Turnbeutel Ihrer Tochter platzt Ihnen der Kragen. Trotz mehrfacher Ermahnungen finden Sie darin schon wieder einen verfaulten Apfel und ein völlig verschwitztes Sportshirt. Gekränkt und wütend warten Sie auf Ihr Kind, um ihm klarzumachen, dass „Hotel Mama“ auch seine Grenzen hat. Als es von der Schule nach Hause kommt, legen Sie gleich mit Ihrer Strafpredigt los. „Ich bin so sauer, weil ihr nie aufräumt! Ich bin doch nicht euer Putzteufel! Jetzt gibt es Fernsehverbot.“ Schließlich muss es für eine Neunjährige doch zumutbar sein, nach dem Sport den Turnbeutel auszuleeren. Doch Ihre Tochter reagiert anders als erwartet. Anstatt reumütig ihren Fehler einzugestehen und Besserung zu versprechen, rennt sie Türen knallend in ihr Zimmer und verweigert das Mittagessen. Dicke Luft und keine Lösung des Problems in Sicht! Was ist schief gelaufen?

Die Konfliktsituation aus unserem Beispiel können Sie vermeiden

Obwohl die Mutter in unserem Beispiel natürlich zu Recht wütend ist, wird sie mit diesem Vorgehen bei Ihrer Tochter auf kein Verständnis stoßen. In ihrer Reaktion macht sie fünf gravierende Kommunikationsfehler, die bei ihrem Kind Rückzug und Abwehr bewirken. Das ursächliche Problem wird dadurch in keiner Weise gelöst.

Diese fünf gravierenden Kommunikationsfehler sind der Mutter unterlaufen:

  1. Während der Wartezeit auf ihr Kind steigert sich die Mutter in ihre Wut hinein, die immer größer wird.
  2. Die Tochter wird ohne Vorwarnung und völlig unerwartet sofort mit dieser Wut konfrontiert. Sie kann sich nicht darauf einstellen oder etwas erklären
  3. Ohne weitere Erklärungen wird das Kind sogleich mit der Strafpredigt und der willkürlichen Strafe „überzogen“.
  4. Die Formulierung „ihr“ zeigt, dass die Mutter nicht nur auf die Tochter wütend ist, sondern das Putzthema generell unbefriedigend findet. Sie müsste „du“ sagen oder die anderen mit einbeziehen. So fühlt sich die Tochter nicht richtig angesprochen.
  5. Die Formulierung „nie“ ist eine Kränkung, denn sie drückt aus, dass die Tochter immer alles falsch macht. Das wird als Ungerechtigkeit wahrgenommen.

Mit diesen Sätzen kommen Sie leichter ans Ziel

       

Lösungsorientierte Sätze 
Wirkung

„Nach dem Essen müssen wir beide mal in Ruhe miteinander reden. Ich möchte dir etwas Wichtiges sagen.“

(Zeitpunkt) Sie lassen Ihr Kind in Ruhe zu Hause ankommen und eventuell erst etwas essen. Ausgeruht und entspannt hört es Ihnen dann besser zu.

„Ich bin enttäuscht, dass ich schon wieder einen vergammelten Apfel in deinem Turnbeutel gefunden habe!“
(Ich-Botschaften) Sie vermeiden nebulöse Aussagen, sondern formulieren klar, was in Ihnen vorgeht.
„Warum ist das schon wieder passiert? Erkläre mir das doch bitte!“(Stellungnahme einholen) Sie geben Ihrem Kind Gelegenheit, sich zu Ihrem Vorwurf zu äußern.
„So ein fauliger Apfel kann deinen Turnbeutel ruinieren. Dabei magst du den doch so gerne.“(Kooperation) Sie holen Ihr Kind mit ins „Ordnungsboot“.
„Wenn ich das sehe, bin ich traurig. Der Turnbeutel war doch nicht billig, und ich verstehe einfach nicht, warum du schon wieder Essen darin vergessen hast.“(Verständnis wecken) Sie erklären Ihre Gefühle, sind ehrlich und über- bzw. untertreiben nicht.
„Hast du eine Idee, wie das in Zukunft verhindert werden kann?“     (Lösungen gemeinsam suchen) Sie geben Ihrem Kind Gelegenheit zur Besserung.
„Wenn uns jetzt keine Lösung einfällt, sprechen wir heute Abend noch mal darüber.“(Bei der Sache bleiben) Sie lenken nicht ab oder kommen auf das Thema wieder zurück, bis eine Lösung gefunden ist.
„Diese Lösung finde ich gut. Ich bin sicher, das passiert dir nicht noch einmal. “(Keine Schuldzuweisungen) Auch wenn der Schuldige klar ist, reiten Sie nicht darauf herum.

Mehr zum Thema von unseren Elternwissen-Experten

Kommentare zu "Reden Sie mit Ihrem Kind – aber richtig! Die wichtigsten Eltern-Kind-Kommunikationsregeln"

Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie einen Kommentar!




Warum stellen wir so dumme Fragen?
Hinweis: aus rechtlichen Gründen erscheint Ihr Kommentar nicht sofort, sondern muss zuerst durch einen Moderator freigeschaltet werden.
Spamschutz

Der Grund, weshalb wir Sie nach der Geburt fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.

Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

Kostenlose Tipps zum Thema "Eltern-Kind-Kommunikation" per E-Mail

Sollen wir Sie mit neuen Tipps und Artikeln zum Thema "Eltern-Kind-Kommunikation" kostenlos per E-Mail auf dem Laufenden halten?