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Grenzen setzen in der Pubertät
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Grenzen setzen in der Pubertät: So machen Sie es richtig!

Erziehungstipps

Jugendliche untergraben schon mal die Autorität ihrer Eltern, diskutieren jede Vorgabe und stellen Verbote in Frage. Sie fürchten, sich nicht mehr durchsetzen zu können. Lesen Sie hier, wie Sie sich Ihrem Kind gegenüber am besten positionieren und wie Sie dafür sorgen, dass es die von Ihnen gesetzten Grenzen akzeptiert. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Über das Thema „Grenzen setzen“ kursieren leider viele Irrtümer. Oft wird es mit elterlichem autoritären Machtgebaren verwechselt. Das ist aber nicht gemeint. Klären wir also zunächst, was „Grenzen setzen“ überhaupt bedeutet:

  1. Klare Grenzen zu setzen heißt nicht, sich autoritär in allen Belangen gegen die Interessen des Kindes durchzusetzen oder in Machtkämpfen mit dem Jugendlichen immer „gewinnen“ zu müssen. Es geht vielmehr darum, dem Jugendlichen die Orientierung zu geben, die er gerade aufgrund seiner mangelnden Reife noch nicht haben kann.
  • Beispiel: Ein Teenager ist manchmal noch nicht in der Lage, Gefahren richtig einzuschätzen. Hier sind Sie als erfahrener Erwachsener gefordert, auf Gefahren hinzuweisen und Grenzen zu setzen (z.B. Alkohol, Drogen).


  1. Klare Grenzen zu setzen bedeutet nicht, stur auf seinen Ansichten und Überzeugungen zu beharren sowie unflexibel im Denken und beim Diskutieren zu werden. Es heißt vielmehr zu wissen, wer man ist und welche Werte einem wichtig sind.
  • Beispiel: Wenn es Ihnen wichtig ist, dass Ihr Kind in der Pubertät nicht ohne Vorankündigung nachts Freunde mit ins Haus schleppt, weil Sie sich dann in Ihrer Privatsphäre verletzt fühlen, müssen Sie diesen Wunsch klar kommunizieren und Ihren Teenager bitten, das zu respektieren.
  1. Klare Grenzen zu setzen heißt nicht, sich unnahbar zu machen und emotional zu distanzieren. Es heißt vielmehr, souverän seine Meinung kundzutun und im Kontakt mit dem Jugendlichen nicht zu „kneifen“.
  • Beispiel: Wenn Ihr Jugendlicher „schräge“ Klamotten trägt, ist es Ihr gutes Recht, diese nicht schön zu finden. Sie können das auch kommunizieren, sollten sich aber deshalb nicht innerlich von ihm abwenden. Sie können aber durchaus darauf hinweisen, dass Sie nicht bereit sind, übermäßig viel Geld in Kleidung zu investieren, die Sie unpassend finden.

Klar sein, klar bleiben: So setzen Sie klare Grenzen

Die besten Mittel, um Ihrem Jugendlichen ein klares Gegenüber zu sein und ihm so auch eindeutige Grenzen setzen zu können, sind:

  • Eine klare innere Haltung entwickeln: Machen Sie sich immer wieder klar: Was ist mir wichtig? Was möchte ich? Worauf lege ich großen Wert? Welches Verhalten meines Teenagers kann ich dulden, wo geht es mir deutlich zu weit? Wie will ich damit umgehen? Manchmal ist es wichtig, sich in Ruhe mit diesen Themen zu beschäftigen, etwa in einem Gespräch mit dem Partner oder einer Freundin.
  • Klar und deutlich kommunizieren: Wenn Sie genau wissen, was Ihnen am Herzen liegt (und wo Sie auch mal ein Auge zudrücken können), fällt es Ihnen auch leichter, dies klar und nachdrücklich zu kommunizieren. Am besten bleiben Sie dabei freundlich, aber deutlich und persönlich. Vermeiden Sie das Wörtchen „man“. Was „man“ machen sollte, interessiert Ihren Jugendlichen nicht. Was Sie denken, ist ihm in der Regel schon wichtig (auch wenn er das vielleicht nicht immer zugeben mag …). Sprechen Sie also stets in der Ich-Form: „Ich möchte gerne, dass …“; „Ich bin der Überzeugung, dass …“
  • Sich selbst als abgegrenzt und klar erleben können: Je mehr Sie über sich selbst, über Ihre Gefühle, Bedürfnisse, Ängste, Nöte und Sorgen Bescheid wissen, desto leichter ist es für Sie, sich als eigenständigen, wertvollen Menschen zu sehen und sich als klares Gegenüber zu positionieren. Wenn Sie merken, dass es daran noch hapert, kann eine Beratung oder eine Selbsthilfegruppe hilfreich sein.

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