Kommentare:
© grafikplusfoto - Fotolia.com

Jungen in der Pubertät beim Lernen sinnvoll unterstützen

Motivation in der Pubertät

Gerade für Jungen haben die Veränderungen im Hormonhaushalt während der Pubertät gravierende Folgen: Das Lernen wird für sie oft zur Qual, die Noten werden schlechter. In diesem Beitrag erfahren Sie, was während der Pubertät im Kopf Ihres Nachwuchses passiert, welche Folgen diese Veränderungen für das schulische Lernen haben können und wie Sie gerade Jungen in dieser Zeit am besten unterstützen. 

Expertenrat von 

Vor der Pubertät konnten Forscher eine deutliche Zunahme des Gehirnvolumens sowie damit vermutlich die Entstehung einer Vielzahl neuer Nervenzellen und Verschaltungen in bestimmten Bereichen feststellen. Während der Pubertät werden diese neuronalen Verknüpfungen dann wieder beschnitten. Häufig benutzte Transportwege für Emotionen oder Informationen werden ausgebaut, andere verkümmern. Das Gehirn wird in dieser Zeit also neu ausgerichtet, sodass es effizienter und schneller arbeitet. Manche Umbauprozesse sind früher abgeschlossen, einige hingegen erst jenseits des 20. Lebensjahres. Diese Prozesse verändern natürlich auch die Motivation zum Lernen Ihres Sohnes.

„Under construction“: Umbauarbeiten im Gehirn beeinflussen das Verhalten Ihres Sohnes

Die Entwicklung in den Gehirnbereichen, die für Wahrnehmung und Bewegung zuständig sind, ist z. B. relativ früh beendet. Die Umbauarbeiten in den Arealen, die für Sprache sowie zeitliche und räumliche Orientierung verantwortlich sind, dauern hingegen deutlich länger. Ist Ihr Sohn abends plötzlich nicht mehr müde, kann das an der um zwei bis drei Stunden verzögerten Ausschüttung des müde machenden Hormons Melatonin liegen. Da sich das Melatonin auch erst verzögert wieder abbaut, kommt Ihr Kind morgens dann schlechter aus den Federn. Bei Jungen kann diese Phasenverzögerung bis zum 21. Lebensjahr andauern. Ebenfalls bis weit jenseits des 20. Lebensjahres, so vermutet Giedd, dauern die Umbauarbeiten im Präfrontalhirn. Davon betroffen ist etwa die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen (z. B. „Mache ich erst meine Hausaufgaben, oder verabrede ich mich erst zum Fußballspielen?“), die Bewertung von Signalen (z. B. Mutter genervt: „Bitte mähe jetzt den Rasen! Hast du das verstanden?“ Sohn: „Ja, irgendwie schon?!“) und die Deutung von Emotionen. Die Geschwindigkeit, mit der Pubertierende die Gefühle anderer Menschen erkennen, ist um bis zu 20 Prozent reduziert. Da bei Jugendlichen während der Pubertät teilweise noch ganz andere Hirnregionen für bestimmte Handlungen „zuständig“ sind als später beim Erwachsenen, verhält sich Ihr Sohn vielleicht manchmal auch ganz anders, als Sie erwarten. So reagieren Jugendliche in der Regel impulsiver und instinktiver, vor allem aber oft, ohne über die Konsequenzen ihres Handelns nachzudenken. Darüber hinaus arbeitet das hirneigene Belohnungssystem in der Pubertät oft träger als bei Erwachsenen. Insbesondere die Jungen benötigen also einen wesentlich höheren Reiz, um einen gleich starken Kick zu spüren wie Erwachsene. Das statistische Unfallrisiko aufgrund von Fehleinschätzungen ist während der Pubertät daher auch ungleich höher als zuvor in der Kindheit oder später im Erwachsenenalter.

Diesen Artikel weiterlesen?
mehr erfahren...

Weitere Tipps, wie Sie Ihrem Sohn während der Pubertät unter die Arme greifen können, erfahren Sie als Abonnent des "Pubertäts-Überlebensbriefs" hier!

Diesen Artikel freischalten

Dies ist ein Premium-Inhalt auf Elternwissen.com, der nur Abonnenten unserer monatlichen Eltern-Ratgeber angezeigt wird.

Wenn Sie diesen Artikel weiterlesen möchten, können Sie hier ein 30-tägiges Test-Abonnement abschließen.

Bitte wählen Sie Ihr Wunsch-Produkt aus:

Sie sind bereits Premium-Mitglied?

Geben Sie hier Ihren Benutzernamen und Passwort ein:

Mehr zum Thema von unseren Elternwissen-Experten

Kommentare zu "Jungen in der Pubertät beim Lernen sinnvoll unterstützen"

Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie einen Kommentar!




Warum stellen wir so dumme Fragen?
Hinweis: aus rechtlichen Gründen erscheint Ihr Kommentar nicht sofort, sondern muss zuerst durch einen Moderator freigeschaltet werden.
Spamschutz

Der Grund, weshalb wir Sie nach der Geburt fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.

Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

Kostenlose Tipps zum Thema "Erziehungstipps" per E-Mail

Sollen wir Sie mit neuen Tipps und Artikeln zum Thema "Erziehungstipps" kostenlos per E-Mail auf dem Laufenden halten?