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Markenklamotten bei Jugendlichen
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Mein Kind ist im Konsumrausch: Warum Smartphones, Markenjeans & Co. jetzt so wichtig sind

„Cool“ und „in“ sein zu wollen ist unter Jugendlichen besonders wichtig. Dazu gehört es, gut auszusehen, „stylish“ angezogen zu sein, locker drauf zu sein etc. Aber auch Statussymbole erhöhen oft den eigenen „Marktwert“, man hofft das zumindest. Lesen Sie hier, warum Markenartikel für Jugendliche einen besonderen Stellenwert haben und wie Sie einen Weg finden, damit angemessen umzugehen. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Jugendliche haben entwicklungsbedingt ein recht schwankendes Selbstwertgefühl: Auf Tagen der Zufriedenheit folgen Stunden des Zweifelns und Haderns. Der Körper ist im Umbau begriffen, ein Ende dieser Entwicklung ist vielleicht noch nicht abzusehen. Diese Phase zwischen „kein Kind mehr “ und „noch kein Erwachsener sein“ birgt so manche emotionale Hängepartie. Und ständig diese bohrenden Fragen: Wer bin ich eigentlich? Was macht mich aus? Wie will ich sein? Bin ich attraktiv? In dieser Phase sind Jugendliche besonders anfällig für subtile Werbebotschaften. Die Werbeindustrie weiß das natürlich und nutzt das hemmungslos aus, indem sie zielgruppengerechte Werbespots und –sprüche entwickelt und Kinder damit als Kunden zu gewinnen versucht. Oft mit großem Erfolg: Die Kaufkraft von Jugendlichen ist nicht unerheblich! Und Eltern sind offensichtlich ebenso gerne bereit, für einen Markenartikel, den sich das Kind wünscht, tief in die Tasche zu greifen.

4 Gründe, warum Markenartikel jetzt so wichtig sind

1. Markenartikel sind Statussymbole. Sie drücken aus, dass man „dazugehört“, dass man sich etwas leisten kann; man kann damit Eindruck schinden und manchmal auch „angeben“. Kinder, die sich einen bestimmten Markenartikel eben nicht leisten können, sind schnell „out“ und geraten in der Gunst der Gleichaltrigen rasch ins Hintertreffen.

2. PC und Smartphones mit „Whatsapp“-Funktion gehören mittlerweile zur Standardausrüstung jedes Jugendlichen. Nahezu die gesamte Kommunikation läuft mittlerweile über diese Medien. Wer nicht bei Facebook ist und sich dort nicht mit anderen in einer Gruppe zusammentun kann, ist schnell uninformiert und „raus“, er kriegt nichts mehr mit. Dasselbe gilt für Whatsapp-Gruppen. Man kann hier also getrost von einem gewissen Gruppenzwang sprechen.

3. Markenartikel können der Stärkung und Stabilisierung des eigenen labilen Selbstbewusstseins dienen – zumindest vermeintlich. Sie werden zu einer Art „Übergangsobjekt“, sie geben Sicherheit in einer unsicheren Zeit. Das ausgeprägte Interesse an Markenartikeln geht nach der Pubertät bei vielen jungen Erwachsenen wieder zurück.

4. Das überdimensionale Styling mit Markenklamotten, das besonders oft bei Mädchen, aber durchaus auch bei Jungen zu finden ist, ist konkreter Ausdruck der aktuellen Identitätssuche: Welcher Typ bin ich? Was will ich repräsentieren? Gehöre ich eher zu den Lässigen oder zu den Schicken? Hier wird viel herumexperimentiert, um die eigene Wirkung insbesondere auf das andere Geschlecht auszutesten.

Mein Tipp:
 Bei allem Verständnis für die oben genannten Gründe, setzen Sie Ihrem Jugendlichen Grenzen. Was er mit seinem Taschengeld oder selbst verdientem Geld macht, ist natürlich seine eigene Angelegenheit. Diskutieren Sie mit ihm aber Anschaffungen gründlich, die Sie bezahlen müssen, vor allem wenn sie Ihnen zu teuer erscheinen. In einem gewissen Rahmen sind Markenartikel natürlich in Ordnung, aber diesen Rahmen stecken Sie ab!

 

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