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Schuldgefühle trotz Pubertät überwinden
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5 Tipps gegen Schuldgefühle: Warum Sie kein schlechtes Gewissen haben sollten!

Schlechtes Gewissen ist überflüssig

Viele Eltern leiden gelegentlich unter dem Gefühl, etwas falsch zu machen oder nicht gut genug in der Erziehung zu sein. Die Folge davon ist oft ein schlechtes Gewissen. Doch Schuldgefühle sind im Umgang mit Jugendlichen in der Pubertät hinderlich. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

„Tobias ist ein sehr schüchterner Typ und traut sich kaum was zu. Früher hat er manchmal noch was ausprobiert, aber jetzt im Moment tut er das gar nicht mehr. Ich mache mir Sorgen um ihn. Vielleicht hätte ich ihn früher doch häufiger mal ins kalte Wasser springen lassen sollen, vielleicht hab ich ihn verzärtelt. Manchmal denke ich, ich habe alles falsch gemacht und zweifel an meiner ganzen Erziehung.“

Die Mutter von Tobias (12) bringt es auf den Punkt: Sie hat das Gefühl, in der Erziehung versagt zu haben, weil ihr Sohn so zurückhaltend ist. Sie vermutet, dass er selbstbewusster geworden wäre, wenn sie sich nur erzieherisch „besser“ verhalten hätte. Dieser Gedankengang ist zwar nachvollziehbar, aber hypothetisch und müßig: „Hätte ich doch bloß…!“ Dieser Selbstvorwurf führt zu keiner positiven Veränderung der aktuellen Situation. Denn das Geschehene liegt in der Vergangenheit, und daran ist nun nichts mehr zu ändern.

Warum ein schlechtes Gewissen kein guter Erziehungsratgeber ist

Schuldgefühle entstehen, wenn man sich selbst anders verhalten hat, als man es eigentlich für richtig hält. Ist jemandem beispielsweise Ehrlichkeit sehr wichtig, wird er ein schlechtes Gewissen haben, wenn er gelogen hat. Hat jemand den Anspruch, viel Geld zu verdienen, um seinen Kindern ein luxuriöses Leben zu ermöglichen, schafft das aber nicht, so wird auch er/sie Schuldgefühle entwickeln. Schuldgefühle haben also immer sehr viel mit den eigenen Werten und Ansprüchen an sich selbst zu tun.

Ein schlechtes Gewissen ist kein guter Erziehungsratgeber. Es macht uns zögerlich und hindert uns oft daran, das zu tun, was eigentlich zu tun wäre. Statt uns selbst Vorwürfe zu machen, sollten wir uns lieber fragen, was wir jetzt konkret tun können, um die aktuelle Situation zu ändern. In dem geschilderten Fall wäre es hilfreich, wenn die Mutter sich nicht mit rückwärtsgewandten und selbstkritischen Fragen beschäftigte, sondern mit der aktuellen Situation von Tobias. Die wichtigen Fragen wären jetzt:

  • Wie geht es Tobias jetzt? Was braucht er von wem?
  • Was hindert ihn daran, etwas Neues auszuprobieren? Muss er das überhaupt?
  • Was kann ich jetzt tun, um ihn zu stützen und zu stärken?
  • Wie muss ich meine Kommunikation gegenüber meinem Kind ändern, um es zu stärken?
  • In welchen Situationen fühlt er sich gut und stark? Was interessiert ihn etc.?

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