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Wie Sie es schaffen, sich emotional besser abzugrenzen

Loslassen in der Pubertät

Naturgemäß nehmen Eltern starken Anteil an dem Leben ihrer Kinder. Das ist richtig und wichtig. Ebenso wichtig ist aber auch, dass sie sich auf eine liebevolle Weise von ihrem Kind abgrenzen können. Lesen Sie in diesem Beitrag, warum es gerade für Pubertierende wichtig ist, dass sich Mama und Papa richtig abgrenzen, und wie Sie das am besten schaffen. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Dass Kinder und Jugendliche Geborgenheit, Aufmerksamkeit und Zuwendung brauchen, wissen Eltern. Doch Kinder und Jugendliche brauchen gerade in der Pubertät noch etwas anderes, nämlich die grundsätzliche Erlaubnis, sich von ihren Eltern abgrenzen und sich von ihnen unterscheiden zu dürfen, also beispielsweise

  • anders fühlen zu dürfen als die Eltern,
  • andere Wertemaßstäbe zu entwickeln,
  • andere Prioritäten zu setzen als die Eltern,
  • sich anders entwickeln zu dürfen, als Eltern das erwarten usw.

Eltern können das umso leichter fördern, je besser sie sich selbst von ihrem Kind emotional abgrenzen können, je besser sie also die Grenzen zwischen sich und ihrem Kind wahrnehmen, annehmen und respektieren können. Je klarer Eltern abgegrenzt sind, desto leichter fällt es dem Kind, seinen ganz persönlichen Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Zu einer gelungenen Abgrenzung gehört, ein klares Bewusstsein darüber zu haben, dass mein Kind nicht die Verlängerung meiner selbst ist. Die entsprechende Grundhaltung lautet: „Ich bin ich, und du bist du, und du bist ein anderer als ich.“

Emotionale Verstrickungen vermeiden durch Abgrenzung

Das hört sich banal an, ist aber in der Realität manchmal gar nicht so leicht umzusetzen. Denn je näher man sich ist, je mehr man sich Sorgen um jemanden macht, umso leichter kann es passieren, dass man sich emotional miteinander verstrickt. Das kann zu einer nahezu symbiotischen, überharmonischen Beziehung zwischen Mutter oder Vater und Kind führen, in der beide immerzu ähnlich fühlen (dürfen) und es kaum noch Unterschiede zwischen beiden zu geben scheint. In diesem Fall wird ein Jugendlicher heftige Schuldgefühle entwickeln, wenn er etwas anderes denkt oder fühlt, als der Elternteil gut findet. Es kann aber auch dazu führen, dass sich die verstrickten Personen in Endlosstreitereien verheddern. Das passiert zwischen Eltern und Kindern z. B. dann, wenn das Kind den elterlichen Erwartungen nicht entspricht, die Eltern aber nicht bereit sind, von ihren Erwartungen abzulassen. Besonders für die Entwicklung von Jugendlichen in der Pubertät sind diese beschriebenen Beziehungsmodelle ungünstig. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Erwachsenen in einer gesunden Weise von dem erwachsen werdenden Kind abgrenzen. Denn das erleichtert es den Jugendlichen, selbstständig und autonom zu werden.

Entgegen häufiger Vermutungen bedeutet emotionale Abgrenzung nicht:

  • sich von dem Kind abzuwenden,
  • sich desinteressiert zu zeigen,
  • dem Kind nicht richtig zuzuhören,
  • es seinem Schicksal zu überlassen,
  • emotional unbeteiligt zu sein,
  • sich von seinem Kind zu distanzieren,
  • es weniger lieben zu sollen,
  • es einfach weniger zu fragen,
  • es weniger zu unterstützen usw.

Sich emotional abzugrenzen hat also nichts mit Lieblosigkeit oder Desinteresse zu tun!

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