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Bewusstloser Teenager wird von Sanitäter versorgt
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Wenn Teenager in Ohnmacht fallen

Kollaps & Co

In Ohnmacht zu fallen, ist immer ein dramatisches Ereignis – sowohl für den Betroffenen selbst als auch für die nahen Angehörigen bzw. die Anwesenden. Teenager sind von der plötzlichen Bewusstlosigkeit besonders häufig betroffen: Bis zu 20 % aller Teenager erleiden einen Kollaps. Glücklicherweise hat das meistens harmlose Ursachen. Lesen Sie in diesem Beitrag, welche Ursachen für die Ohnmachten verantwortlich sein können und wie Sie sich verhalten sollten, wenn Ihr Kind plötzlich das Bewusstsein verliert. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

In der Pubertät kommt es unter anderem häufiger zu einem Kollaps. Meist ist ein vorübergehender Sauerstoffmangel im Gehirn der Grund dafür. Typische Anzeichen für einen Kollaps sind:

  • plötzlicher Bewusstseinsverlust, oft nach längerem Liegen und schnellem Aufstehen oder nach längerem Stehen;
  • der Teenager stürzt bzw. sackt zusammen;
  • seine Augen sind meistens geöffnet;
  • der Spuk ist nach einigen Sekunden (spätestens einer Minute) schon wieder vorbei und der Teenager ist wieder voll ansprechbar.

Mediziner sprechen dann von einer Synkope. In den meisten Fällen sind diese Synkopen harmlos, wegen der Wiederholungs- und der Verletzungsgefahr aufgrund der Sturzneigung sollte jedoch umgehend eine ärztliche Abklärung erfolgen. Bevor die Ursache nicht eindeutig geklärt ist, sollte der Jugendliche Schwimmbäder und Seen unbedingt meiden.

Ursachen stets abklären lassen!

Auch wenn die Ohnmachtsanfälle von Jugendlichen meistens harmlose Ursachen haben und glimpflich verlaufen, sollten Sie unbedingt Ihren Kinderarzt aufsuchen. Er sollte dann

  • das Kind gründlich untersuchen, also Herz und Lunge abhören, Infekte ausschließen, Blutdruck kontrollieren, Reflexe prüfen etc.
  • ein EKG sowie eine Herzultraschalluntersuchung (Echokardiografie) durchführen oder anordnen, um kardiogene Ursachen auszuschließen,
  • ein EEG durchführen bzw. anordnen, um einen epileptischen Anfall auszuschließen,
  • gegebenenfalls einen Blutzuckertest durchführen, um Diabetes mellitus auszuschließen und
  • besonders bei Mädchen das Blut auf eine Anämie hin untersuchen.

Weitere Ursachen für eine Ohnmacht können sein:

schwere Infekte wie etwa Meningitis, Hitzschlag, Gewalteinwirkung auf den Kopf, allergische Reaktion, Stoffwechselstörungen oder Flüssigkeitsmangel (Dehydration).Auch psychogene Ursachen sind denkbar, wenn keine organischen Ursachen zu finden sind.

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Wie Sie reagieren sollten, wenn Ihr Kind in Ohnmacht fällt

  • Kontrollieren Sie sofort Puls und Atmung!
  • Wenn alles in Ordnung ist, dann lagern Sie den Oberkörper Ihres Teenager tief und seine Beine etwas höher, etwa auf ein paar Kissen. So kann das Blut wieder besser in das Gehirn fließen.
  • Öffnen Sie das Fenster, sodass zusätzlich Sauerstoff einströmen kann.
  • Sollten Puls und Atmung nicht vorhanden sein, müssen Sie sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen und den Rettungswagen alarmieren (lassen).
  • Rufen Sie den Rettungswagen auch dann, wenn Ihr Kind nicht nach ein paar Minuten wieder voll zu Bewusstsein gekommen ist, einen benommenen Eindruck macht und/oder Fieber oder Kopfschmerzen hat!

Es gibt unterschiedliche Formen von Synkopen:

1. Reflexsynkopen,

2. Orthostasesynkopen und

3. Kardiogene Synkopen.

1. Reflexsynkope:

Diese nervlich bedingte Bewusstlosigkeit tritt oft nach längerem Stehen auf und kündigt sich durch Schwindel, Schweißausbrüche oder Übelkeit an. Auslöser kann ein starker Schmerz, ein unangenehmer Geruch oder ein schrecklicher Anblick sein. In einem solchen Fall reagiert der Nervus vagus übersensibel auf Außenreize. Die Folge davon ist eine Weitstellung der Gefäße, sodass das Blut versackt und das Gehirn nicht ausreichend durchblutet werden kann. Eine Reflexsynkope ist unangenehm, an sich aber ungefährlich. Allerdings besteht natürlich eine gewisse Verletzungsgefahr durch das Stürzen.

2. Orthostasesynkope:

Eine Orthostasesynkope ist eine Ohnmacht, die kreislaufbedingt ist. Viele Jugendliche sind dünn, wachsen schnell und haben einen niedrigen Blutdruck. So versackt nach einer längeren Ruhephase das Blut quasi in den Beinen, das Gehirn wird vorübergehend nicht genügend mit Sauerstoff versorgt, der Jugendliche wird kurz ohnmächtig, erholt sich aber rasch.

3. Kardiogene Synkope:

Weniger harmlos sind Ohnmachten, wenn sie vom Herzen ausgehen, also kardiogen bedingt sind. Lassen Sie Ihren Teenager deshalb nach einer Ohnmacht herzorganisch untersuchen! Unerkannte Herzrhythmusstörungen können lebensbedrohliche Zustände hervorrufen. Warnzeichen für eine Synkope kardiogenen Ursprungs könnten sein:

  • dass die Ohnmacht während einer körperlichen Belastung stattgefunden hat, etwa beim Sport;
  • wenn es in Ihrer Familie Fälle von plötzlichem Herztod gab und
  • wenn Ihr Kind bereits einmal am Herzen operiert wurde.

In diesen Fällen müssen Sie sofort den Rettungswagen (112) rufen!

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