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Schulkind mit Prüfungsanst
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Angst und Lampenfieber vor Prüfungen vermeiden

Angst ist wichtig – und normal!

Zitternde Knie, kalter Schweiß und ein flaues Gefühl im Bauch: Wohl jeder Mensch kennt solche unangenehmen Körperreaktionen vor einer Prüfung. Während der Schulzeit ist Ihr Kind solchen Stresssituationen vergleichsweise häufig ausgesetzt: Klassenarbeiten, mündliche und schriftliche Tests, Referate, aber auch Theater- und Musikaufführungen gehören dazu. Ist Ihr Kind hier besonders betroffen, leidet meist auch seine Leistungsfähigkeit und in der Folge sein Selbstbewusstsein darunter. Was Ihr Kind tun kann, um seine Prüfungsängste und mögliches Lampenfieber nicht zu groß werden zu lassen bzw. in den Griff zu bekommen, lesen Sie hier. 

Expertenrat von 

Manchmal hilft es Schülern schon, wenn Sie erfahren, dass ihre Angst nichts Ungewöhnliches, sondern etwas ganz Normales und ursprünglich sogar Nützliches ist:

Angst ist wichtig – und normal!

Angst war vor vielen tausenden Jahren nämlich sogar überlebenswichtig, damit die Menschen zum Beispiel beim Angriff eines Säbelzahntigers sofort flüchten oder kämpfen konnten. Unter Stress verändert sich daher (auch heute noch) einiges im menschlichen Körper. Doch wozu genau hat sich die Natur die folgenden Körperreaktionen ausgedacht?

Bei Gefahr beschleunigen sich Atmung und Puls, sodass die Muskeln mit mehr Sauerstoff versorgt werden. Das Blut wird dickflüssiger, damit es bei einer Verletzung schneller gerinnen kann. Die Körpertemperatur steigt, und man beginnt zu schwitzen, weil mehr Energie zum Flüchten oder Kämpfen freigesetzt wird. Die Muskeln spannen sich an, sodass man besser weglaufen oder sich wehren kann. Bei Gefahr hat man den Drang auf Toilette zu gehen, um Ballast abzuwerfen, damit man schneller wegrennen kann. Und das Denken wird vorübergehend ausgeschaltet, damit es den Menschen nicht am sofortigen rettenden Reflex (z.B. ausweichen, fliehen, wegspringen etc.) hindert. Auch

Auch heute gibt es noch Situationen, in denen Menschen besonders schnell und spontan handeln müssen, um Gefahren abzuwenden. Stellen Sie sich vor, dass unvermutet ein Auto um die Straßenecke rast. Wenn Sie nun zu lange überlegen, in welche Richtung Sie ausweichen, wäre es wahrscheinlich schon zu spät. Deshalb wird in solchen Momenten das Gehirn ausgeschaltet, die Muskeln spannen sich blitzschnell an und sie springen „automatisch“ zur Seite.

Zu viel ist zu viel – wenn ein Blackout droht

Je größer die Angst in einem solchen Moment ist, desto stärker wird auch das Denken blockiert. Dafür verantwortlich ist unter anderem das Hormon Adrenalin. Bei manchen Extremsportarten versetzen sich die Sportler durch die hohe Adrenalinproduktion des Körpers absichtlich in eine Art Rausch – das Denken wird ausgeschaltet, und sie fühlen sich richtig „high“. Das ist so zu erklären: In Stress-Situationen produziert der Körper das Hormon Adrenalin und schickt es ins Gehirn. Dort sorgt es dafür, dass die Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn blockiert werden und damit das Denken unmöglich machen. Ärgerlich ist in diesem Zusammenhang, dass das Denken nicht nur blockiert wird, wenn der Mensch in körperlicher Gefahr schwebt, sondern auch dann, wenn Ihr Kind zum Beispiel bei einer Klassenarbeit mit Versagensängsten kämpft. Gerade zu Situationen, in denen das geordnete Denken also besonders wichtig wäre, wird das Denken nun blockiert, und Ihrem Kind fallen die einfachsten Dinge nicht mehr ein. Später, wenn die Stress-Situation vorbei ist, erinnert sich Ihr Kind wieder an den Lernstoff. Jetzt könnte es die Aufgaben lösen, doch dafür ist es leider zu spät.

Unser Rat: Vermeiden Sie als Eltern übermäßigen Druck!

Schüler mit Prüfungsängsten machen sich in der Regel selbst vor jeder Klassenarbeit bzw. jeder Prüfung so viel Stress, dass zusätzlicher Druck von außen das Problem nur noch verschlimmern würde. Überprüfen Sie als Eltern Ihre Erwartungshaltung, reflektieren Sie Ihre Kommunikation rund um das Thema Schule, und entspannen Sie Ihr Kind, indem Sie ihm Mut machen, ihm seine Erfolge vor Augen führen und es bei Misserfolgen trösten statt ausschimpfen.

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