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Drei Austauschschülerinnen blättern in einem Reiseführer
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Auslandsaufenthalt für Teenager: Wann er sinnvoll ist und was er bringen kann

Schule und Eltern

Nicht wenige Eltern fragen sich aus unterschiedlichen Gründen, ob eine Sprachreise für ihr pubertierendes Kind eine sinnvolle Investition ist. Werden die Gedanken in diese Richtung konkreter, stehen viele Familien vor weiteren Fragen: Wie lange soll mein Kind verreisen? Welche Aufenthaltsmöglichkeiten sind geeignet? Welche Anbieter sind verlässlich? etc. Zu diesen und weiteren Fragen rund um das Thema Schüler-Sprachreisen haben wir Lydia Kreyer, die Inhaberin einer Reisevermittlung für Sprachreisen befragt. Kreyer berät seit vielen Jahren Familien und vermittelt zwischen den Reiseveranstaltern und Sprachschülern. 

Expertenrat von 

LernTeam: Wenn Eltern sich im Internet über Sprachreisen für Schüler informieren, haben sie es schnell mit einem ziemlich großen und unübersichtlichen Angebot zu tun. Wie können Sie da helfen?

Kreyer: Ja, das stimmt! Der Markt ist sehr groß und vielseitig. Um sich zurechtzufinden, müssten Eltern eigentlich schon verschiedene Anbieter kennen und zudem genau wissen, welche Art von Sprachreise sie für ihr Kind buchen möchten. Da aber beides meistens nicht der Fall ist, versuche ich gemeinsam mit der Familie herauszufinden, welche Form des Auslandsaufenthaltes und welcher Reiseanbieter entsprechend für ihr Kind am besten geeignet ist

LernTeam: Aus welcher Motivation heraus buchen Eltern am häufigsten eine Sprachreise für ihr Kind?

Kreyer: Es gibt viele unterschiedliche Gründe, weswegen Eltern ihrem Kind einen solchen Auslandsaufenthalt ermöglichen: Sicher geht es oft um die Verbesserung der Schulnoten oder die Vorbereitung auf spezielle Prüfungen wie z.B. das Abitur. Mindestens genauso wichtig ist für viele Eltern aber auch, dass ihr Kind die Sprache in Verbindung mit der Kultur des Landes kennenlernt.

LernTeam: Ist eine solche Reise nicht auch eine große persönliche Bereicherung?

Kreyer: Auf jeden Fall! Gerade Jugendliche, die ja zunehmend auf eigenen Beinen stehen wollen, können durch einen solchen Auslandsaufenthalt viel Selbstbewusstsein tanken

LernTeam: Zwischen welchen verschiedenen Arten von Sprachreisen können Schüler wählen?

Kreyer: Das Angebot ist hier sehr vielfältig: Neben Sprachreisen mit betreuter Anreise in deutschsprachigen Gruppen gibt es viele Möglichkeiten, in internationalen Gruppen oder auch bei einheimischen Familien Sprache, Land und Kultur kennenzulernen. Beliebt sind z.B. Programme, bei denen die Jugendlichen in einem College oder Internat untergebracht sind und zusätzlich zum täglichen Sprachunterricht ein umfangreiches Freizeitprogramm geboten bekommen. Ähnlich international besetzt sind spezielle Sportcamps, bei denen die Schüler die Sprache überwiegend über das professionelle Training lernen. Und dann gibt es natürlich noch die Möglichkeit, eine längere Zeit, z.B. ein Jahr, aber auch nur ein oder zwei Wochen, in einer Gastfamilie zu verbringen.

LernTeam: Welche Art Sprachreisen sind Ihrer Meinung nach am sinnvollsten?

Kreyer: Reisen mit internationalen Teilnehmern sind für das Erlernen der Sprache aus meiner Sicht besser. So ist relativ sichergestellt, dass die Schülerinnen und Schüler sich auch außerhalb der Unterrichtszeit z.B. bei Ausflügen und anderen Freizeitaktivitäten weiter in der Fremdsprache unterhalten. Für kürzere Aufenthalte sehr gut geeignet sind auch die Privatlehrer-Gastfamilienprogramme. Zunächst wird passend zum jeweiligen Schüler eine Familie ausgewählt (mit oder ohne gleichaltrige Kinder, ähnliche Hobbys etc.). Im Vorfeld wird dann außerdem individuell vereinbart, wie viele professionelle Unterrichtsstunden der Schüler von der Gastmutter bzw. dem Gastvater während des Aufenthaltes bekommt. Wünsche hinsichtlich Umfang und Inhalt der gemeinsamen Freizeitaktivitäten werden ebenfalls vorab gebucht.

LernTeam: Worauf sollten Eltern grundsätzlich achten, wenn sie eine solche Reise für ihr Kind buchen?

Kreyer: Die Beratung sollte auf alle Fälle fachkundig sein und Programme individuell nach Bedarf (Sprachniveau, Hobbys, Alter etc.) des Kindes empfehlen. Idealerweise sollten Eltern darauf achten, dass die Teilnehmer der Sprachreise international gemischt sind. Der beste Reisezeitraum dafür liegt bei College-Reisen in den Sommerferien im Juli oder Anfang August. Vorher oder später sind oft weniger internationale Schüler vor Ort. Dann wäre eine Privatlehrer-Reise geeigneter. Ganz wichtig ist es auch, dass das Sprachprogramm nach den Interessen des Schülers ausgewählt wird. Das aktive Anwenden der Sprache vor Ort funktioniert am besten, wenn es mit Hobbys oder Freizeitaktivitäten verbunden wird, an denen die Schüler Spaß haben. Das ist dann Englischlernen ganz nebenbei – auch außerhalb des Unterrichts

LernTeam: Ab welchem Alter würden Sie eine Sprachreise ins Ausland empfehlen?

Kreyer: Es gibt Sprachschulen, die internationale Reisen speziell für jüngere Schüler von 7 bis 11 Jahren anbieten. Wichtiger als das Alter ist aber, dass der Schüler schon gewisse Grundkenntnisse in der Sprache erworben hat, auf die er während der Reise aufbauen und mit denen er sich von Beginn an verständigen kann. Wenn ein Kind z.B. ab der ersten Klasse bilingualen Unterricht hatte, die Eltern ihm eine solche Reise zutrauen und auch das Kind Lust dazu hat, dann kann es auch im Grundschulalter eine solche Reise antreten. Die meisten Schüler entscheiden sich nach der 5. Klasse für eine Sprachreise. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, nicht zu spät damit anzufangen.

Darauf sollten Sie bei der Buchung einer Sprachreise achten:

  • Fachkundige Beratung
  • Passendes Programm entsprechend den Bedürfnissen des Kindes empfehlen lassen und auswählen (Sprachniveau, Hobbys,Alter etc.)
  • Internationale Teilnehmer (günstige Reisezeit Juli bis Anfang August) oder muttersprachliche Privatlehrer-Familie
  • Reiserücktritts- und Auslandskrankenversicherung für den Krankheitsfall

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