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Buch im Unterricht vorstellen
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Buchvorstellung im Deutsch-Unterricht: So gelingt sie Ihrem Teenager!

Buchvorstellung in der Schule

Für manche Schüler gehören Buchvorstellungen zu den besonderen Highlights des Deutschunterrichts. Wie Ihrem Teenager eine interessante und spannende Buchvorstellung gelingen kann, erfahren Sie in diesem Beitrag. 

Expertenrat von 
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

Wie gut Ihrem Kind seine Buchvorstellung gelingt, hängt im Wesentlichen von drei Dingen ab: von der Auswahl des passenden Buches, seiner sachkundigen Vorbereitung und einer guten Strukturierung sowie der anschaulichen und überzeugenden Präsentation bei der Vorstellung des Buches. Alle drei Bereiche der Buchvorstellung stellen wir Ihnen im Folgenden ausführlich vor:

1. Schritt: Die richtige Auswahl ist entscheidend für eine gelungene Buchvorstellung!

Für die „Vielleser“ unter den Jugendlichen stellt sich zunächst die Frage, welches der vielen „heißgeliebten“ Bücher man gerne der Klasse präsentieren möchte – vorausgesetzt, es besteht freie Wahl. Das ist nicht immer einfach, denn gerade in der Pubertät können Jugendliche zu manchen Büchern (bzw. zu den Protagonisten und ihren Erlebnissen) sehr persönliche Beziehungen entwickeln. Die Vorstellung eines solchen Buches käme dann zu sehr einer intimen Innenschau nahe. Nicht selten zweifeln pubertierende Schüler vor einer Buchvorstellung daran, ob ihr persönlicher Lesegeschmack oder ihre aktuellen thematischen Vorlieben bei den Klassenkameraden überhaupt auf Interesse und Verständnis treffen. Jugendliteratur befasst sich mit Themen, die mitten im Leben, Denken und Empfinden der Jugendlichen verankert sind. Eine Buchvorstellung zu einem Roman über Liebe, Trennung, Sexualität, Trauer, Tod, Mobbing, Außenseiter etc. zu lesen, fasziniert – darüber vor der Klasse referieren zu müssen, beschämt möglicherweise.

Unser Rat: Vorauswahl erleichtert die Buchvorstellung!

Gehört Ihr Kind zu diesen „Viellesern“, sollte es vorab bei der Auswahl des Buches für seine Vorstellung gut überlegen, ob

  • das Thema des Buches auch die meisten Klassenkameraden interessiert und
  • es ohne Scham über den Inhalt des Buches reden kann.

Die „Wenigleser“ stehen oft vor einem anderen Problem bei der Buchvorstellung. Ihnen stellt sich die Frage, welches Buch sie noch schnell lesen sollten, um überhaupt ein Buch vor der Klasse vorstellen zu können. Gehört Ihr Kind eher zu dieser Kategorie Schüler, können ihm die Internettipps bei der Auswahl des richtigen Jugendbuches behilflich sein. Die Vorteile: Ihr Kind bekommt vorrangig gute bzw. aktuell ausgezeichnete Bücher empfohlen, und es kann sich bei der thematischen Auswahl des Buches selbst orientieren. Vielleicht kommt Ihr Kind so ja doch noch auf den Geschmack des Bücherlesens, zumindest helfen die Tipps für die Buchvorstellung im Deutsch-Unterricht.

2. Wissen sammeln, informieren und die Buchvorstellung sinnvoll strukturieren

In der Regel ist eine Buchvorstellung zugleich „Werbung“ für das Buch sowie (bis zu einem gewissen Punkt) auch Information über das Buch und seinen Inhalt. Das Ziel der Buchvorstellung ist also, dass Ihr Kind die Neugier seiner Klassenkameraden weckt und ihnen Geschmack macht, das Buch selbst zu lesen. Dazu sollte Ihr Kind nicht die ganze Geschichte des Romans erzählen, sondern es müsste vielmehr Spannung erzeugen, indem es z. B. Wichtiges weglässt, offene Fragen, stellt etc. Dennoch muss Ihr Kind die Klasse so weit über das Buch und seine Geschichte informieren, dass seine Ausführungen nachvollziehbar sind und wichtige Personen, Konflikte, Botschaften etc. verstanden werden. Dafür sollte auch ein ausreichendes Textverständis beim Lesen gegeben sein. Das ist nicht immer leicht, kann aber so in der Buchvorstellung gelingen:

Was Ihr Kind noch über das Buch wissen sollte

Je mehr Ihr Kind neben dem reinen Inhalt sonst noch über das Buch weiß, umso besser kann es einschätzen, was für seine Zuhörer von Bedeutung und Interesse sein könnte. Deshalb sollte Ihr Kind bei der Vorbereitung seiner Buchvorstellung versuchen, auch z. B. auf folgende Fragen Antworten zu finden. n.

  • Wer ist der Autor?
  • Gibt es im Buch autobiografische Anlehnungen etwa an Figuren, Erlebnisse, Orte etc.?
  • Wie wurde das Buch von den Lesern, wie von den Kritikern aufgenommen?

Die tatsächliche Buchvorstellung vor der Klasse könnte dann z. B. folgendermaßen ablaufen:

1. Opener (Eröffnung und Geschmackmacher)

  • Vorlesen einer spannenden Textstelle, um die Neugier der Zuhörer zu wecken, z. B. als Miles Alaska das erste Mal im Internat begegnet.

 2. Einleitung

  • Vorstellung des Buchcovers, Titel, Erscheinungsjahr etc.
  • Persönlicher Bezug zum Buch, z. B: Ich habe den Roman zum Geburtstag geschenkt bekommen und war so begeistert davon, dass ich ihn an einem Tag durchgelesen habe.

3. Hauptteil

  • Wichtiges und Interessantes zum Autor (siehe oben), Auflagenzahl, Textgattung etc.
  • Ort, Zeit, Aufbau
  • Wiedergabe der Handlung mit ausgewählten Textstellen als Leseprobe, aber Achtung! Nicht alles verraten, sondern Neugier schaffen, offene Fragen stellen, z. B. „Werden Miles und seine Freunde das Geheimnis um Alaskas Tod lüften können?“
  • Parallel Infos, Bilder, offene Fragen, zentrale Konflikte, Botschaft etc. mit Plakat oder Beamer veranschaulichen.

4. Eigene Meinung und Empfehlung

  • Aus welchen Gründen ist das Buch lesens- bzw. empfehlenswert?

5. Schluss

  • Hier gibt es je nach Buch verschiedene Möglichkeiten die Buchvorstellung durch einen guten Schluss abzurunden, z. B. wenn vorhanden – einen Hörbuchausschnitt, gelesen vom Autor selbst, das Vorlesen einer spannenden Textstelle und dann an passender Stelle abbrechen oder Aufgreifen eines der zentralen Zitate des Buches, z. B. „Wie komme ich bloß aus diesem Labyrinth heraus?“ mit anschließender Diskussion etc.

3. Das Buch Anschaulich und überzeugend präsentieren

Neben der Wahl eines passenden Buches und der übersichtlichen Strukturierung des Vortrags ist es mindestens genauso wichtig, wie Ihrem Kind nun die tatsächliche Präsentation vor der Klasse gelingt. Dazu sollte es die folgenden zwei Punkte beachten:

Eine Buchvorstellung muss so anschaulich und lebendig wie möglich sein

Selbst das spannendste Buch kann wie eine Schlaftablette wirken, wenn bei seiner Vorstellung einfach nur Fakten „runtergerattert“ werden. Eine gute Buchvorstellung lebt hingegen davon, dass sie dem Publikum die Handlung und Charaktere möglichst lebendig näherbringt, und – so gut wie möglich – auch Stimmungen des Buches vermittelt. Die Zuhörer sollen ein wenig „eintauchen“ können in die Geschichte des Buches und so Lust auf mehr bekommen. Das gelingt Ihrem Kind am besten, wenn es in der Buchvorstellung...

  • die wichtigsten Charaktere präzise beschreibt, z. B. mit Hilfe von Adjektiven wie „schön“, „verrückt“, „sensibel“, „lebhaftüberdreht“ (Alaska), durchschnittlich, dickfellig, ruhig introvertiert (Miles), ihren Leidenschaften wie z. B. Philosophieren, Bücher lesen (Alaska und Miles) etc. 
  • durch Leseproben punktuell in die Geschichte eintaucht,

  • Spannung und Interesse erzeugt, indem es offene Fragen formuliert,
  • durch Bilder, etwa vom Autor, von verschiedenen Buchcovern und weiteren passenden Bildern (z. B. Foto von High-School) Stimmungen des Romans einfängt,
  • mit Hilfe einer Beamer-Präsentation oder eines gut lesbaren und ansprechend gestalteten Plakates den Ablauf sowie die wichtigsten Inhalte der Buchvorstellung veranschaulicht.
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