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Hochbegabte Kinder sind machmal Minderleister
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Underachiever: Wenn hochbegabte Schüler schlechte Noten haben!

Minderleister in der Pubertät

Es gibt immer wieder hochbegabte Schüler, deren schulische Leistungen schlecht, zumindest aber unter ihren eigentlichen Fähigkeiten liegen. Solche Teenager mit Hochbegabung werden als Underachiever (Minderleister) bezeichnet. 

Expertenrat von 

Maximal 15 Prozent hochbegabte Underachiever gibt es vermutlich, wenn man nicht davon ausgeht, dass jeder besonders begabte Schüler im Teenager-Alter nur Einsen schreiben darf. Auch Hochbegabte machen Fehler oder sind tagesformabhängig mal mehr oder weniger leistungsstark, deshalb muss es sich nicht immer um Underachievement handeln. Von einem Underachiever spricht man also erst dann, wenn jemand deutlich schlechtere Leistungen abliefert, als er könnte.

Wenn Ihr Kind ein Underachiever ist, stellt sich die Frage, was Sie als Eltern nun tun können, um ihm schulisch wieder auf „die Beine“ zu helfen. Auch hier gibt es nicht das eine wirksame „Rezept“ für einen Underachiever, sondern verschiedene Möglichkeiten, die vor allem individuell passen und langfristig wirksam sein sollten:

  1. Sofern noch nicht geschehen, klären Sie zunächst beispielsweise über einen Schulpsychologen ab, ob Ihr Kind über- oder unterfordert ist. Zeigt sich, dass Ihr pubertierendes Kind tatsächlich deutlich weniger leistet, als es könnte, sollten Sie professionelle psychologische Hilfe suchen. Auch ein IQ-Test kann hilfreich sein!
  2. Unbedingt sollten Sie (z. B. durch Nachhilfe) Ihrem Teenager dabei helfen, seine schulischen Lücken zu schließen. Vielleicht weiß Ihr Kind auch nicht, wie es lernen soll. Hier bieten sich methodische Lernhilfen an, um fehlende Lerntechniken zu erwerben.
  1. Erforschen Sie, warum Ihr Kind schulisch ein Underachiever ist und unter seinen Möglichkeiten bleibt. Hierfür kann es verschiedene Erklärungen geben: Vielleicht fühlt es sich nur so in der Klassengemeinschaft akzeptiert, möglicherweise führt Ihr Kind gegen Sie als Eltern oder gegen Lehrer einen Machtkampf etc.
  2. Übertragen Sie Ihrem Kind die Verantwortung für seine Leistungen. Nicht Sie als Eltern oder die „dummen“ Lehrer sind schuldig an schlechten Noten, sondern Ihr Kind hat es selbst in der Hand, sich zu verbessern. „Retten“ Sie Ihr Kind bei einer Hochbegabung nicht immer vor schlechten Noten, damit es seine Position als Underachiever räumen muss. Oft ist eine 5 im Zeugnis oder auch Sitzenbleiben für viele Schüler eine „heilsame“ Erfahrung für Minderleister.

  1. Treffen Sie klare Absprachen mit den Lehrern Ihres Kindes, etwa über regelmäßige Rückmeldungen hinsichtlich seiner Mitarbeit im Unterricht oder der Erledigung der Hausaufgaben.
  2. Haben Sie Verständnis für die Probleme Ihres Kindes, aber lassen Sie sich nicht in Diskussionen verwickeln, sondern suchen Sie gemeinsam nach konkreten Lösungen.
  3. Definieren Sie kleinschrittig erreichbare und überschaubare Ziele. Loben Sie Ihr Kind in der Pubertät, wenn es sich in die richtige Richtung bewegt – nicht erst für das Erreichen des Ziels.
  4. Helfen Sie Ihrem Kind beispielsweise durch passende Hobbys, Wettbewerbe etc., positive Erfahrungen und Erfolgserlebnisse außerhalb der Schule zu sammeln. Das ist wichtig für die Stärkung seines Selbstvertrauens.

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Kommentare zu "Underachiever: Wenn hochbegabte Schüler schlechte Noten haben!"

  • HG_M schreibt am 24.10.2014

    Ja, auch ich war ein hochbegabter Underachiever und es war nicht nur gefühlt so dass ich anders nicht in der Klassengemeinschaft akzeptiert worden wäre. Mit Ausnahme von über die Schulzeit verteilten drei Lehrern, war auch niemand da, den eine vorhandene Begabung interessiert hätte, von Förderung ganz zu schweigen. Dazu kamen noch diverse private Pflichten, die von Jugendlichen wie selbstverständlich erwartet wurden bzw. in bestimmten Kreisen immer noch erwartet werden, aber auch hier niemand da war/ist, der für Erleichterung gesorgt oder geholfen hätte.
    Meine Zeit kam, als ich mich soweit lösen konnte und die Zeit fand um mit Fernstudien und nicht formalem Lernen beginnen konnte. Dann kamen auch irgendwann Abschlüsse zustande und ich konnte mich mit Dingen beschäftigen die meinen Geist auslasteten.
    Für Hochbegabte aus sozial schwachen Schichten ist Schule ein denkbar ungeeigneter Lernort, wenn nicht sogar der denkbar Ungeeignetste. Hochbegabung wird an Schulen nur bei Kindern aus Akademikerfamilien erkannt, alle anderen fallen aus dem Raster. Bei ca. 2% Hochbegabten einer Population ein schönes Pfund das auf diese Weise verschleudert wird. Das ist, aus meiner Sicht, auch der Grund warum zwischen den theoretisch möglichen Hochbegabten, zu den bestätigt Hochbegabten, eine solche Riesenlücke klafft. Diese ganze Hochbegabtendiskussion ist heuchlerisch und führt zu keinem Ziel, es wird nur im Kreis diskutiert, aber niemand will zum Kern vorstoßen.
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