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Liebe und Sexualität in der Pubertät

Sexualität in der Pubertät: So verhalten sich Eltern richtig

Wie Sie mit dem Thema Sexualität in der Pubertät am besten umgehen

Eine kindgerechte Sexualerziehung ist mehr als ein Aufklärungsgespräch. Lesen Sie hier, wie Sie reagieren sollten, wenn Ihr Kind „peinliche“ Fragen stellt, und wie Sie ihm helfen, in der Pubertät ein gesundes Verhältnis zur Sexualität zu entwickeln. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Eltern assoziieren mit dem Begriff Sexualität meistens die geschlechtliche Liebe zwischen Erwachsenen. Doch Sexualität ist umfassender und beginnt schon vor der Pubertät. Schon der Säugling macht lustvolle Erfahrungen mit seinem Körper. Gestillt, gebadet und gestreichelt zu werden, bereitet Kleinkindern schon sinnliches Vergnügen. Diese frühen angenehmen Erlebnisse vermitteln ihnen das Gefühl von Wohlbefinden und stellen die Weichen für die Entwicklung eines positiven Körpergefühls und damit auch eines stabilen Selbstbewusstseins.

 

Plötzliche Fragen zur Sexualität in der Pubertät 

Meistens stellen Kinder Fragen rund ums Thema Sexualität ganz nebenbei, etwa beim Mittagessen oder beim Zähneputzen. Genauso nebenbei und locker können Sie dann antworten. Je natürlicher Sie das Thema Lust und Liebe in Ihren Alltag einbauen, desto besser. Halten Sie keine umständlichen langen Vorträge zum Thema Pubertät, sondern antworten Sie so präzise und ehrlich wie möglich. Wenn Sie etwas nicht wissen, sagen Sie auch das ganz offen. Seien Sie auch ehrlich, wenn Sie um die richtigen Worte ringen. „Mmh, wie soll ich das jetzt sagen …“ Ihr Kind darf schließlich ruhig merken, dass es sich um ein emotionales Thema handelt und auch Sie ein Schamgefühl besitzen!

Die beste Vorbereitung auf die Pubertät: Hinterfragen Sie doch mal Ihre Sexualität 

Wenn Sie schon beim bloßen Gedanken an Doktorspiele & Co. ein mulmiges Gefühl bekommen und Sorge haben, das könne ihrem Kind schaden oder sei doch „unanständig“, stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Was für Ängste habe ich?
  • Sind diese Ängste realistisch?
  • Wo kommen meine unangenehmen Gefühle her?
  • Haben Sie etwas damit zu tun, was mir in meiner eigenen Kindheit zum Umgang mit Sexualität vermittelt wurde?
  • Fällt es mir schwer zu akzeptieren, dass mein Kind ein sexuelles Wesen ist?
  • Wenn ja: Warum ist das so?  

Falls Sie dabei merken, dass Ihr eigener Umgang mit Sexualität Sie in Ihrem Erziehungsstil gegenüber Ihrem Kind unsicher macht, können Sie sich Rat und Unterstützung bei Fachleuten holen. Lassen Sie sich einen Termin in einer Erziehungsberatungsstelle geben und besprechen Sie dort Ihre Fragen. 

Sexualität entdecken: Nein sagen ist okay

Aufpassen sollten Sie, wenn der Freund oder die Freundin, mit denen Ihr Kind eventuell auf körperliche Entdeckungsreise geht, bedeutend älter (ca. zwei bis drei Jahre) oder reifer ist. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass das ältere das jüngere Kind unter Druck setzt. Bestärken Sie Ihr Kind, dass es immer „Nein“ sagen darf, wenn es nicht angefasst oder geküsst werden möchte.

Sollten Sie Ihr Kind bei sexuellen Spielen überraschen, werden Sie vielleicht peinlich berührt davon sein, Ihr Kind natürlich auch. Sexualität in der Pubertät ist nichts „Schmutziges“, wie es in früheren Generationen oft behauptet wurde. Wenn Sie diese Vorstellung noch geprägt hat, wird es Ihnen vielleicht schwer fallen, in einer solchen Situation gelassen zu reagieren. Bleiben Sie trotzdem freundlich: Ihr Kind hat nichts Falsches gemacht! Hier hilft nur: tief durchatmen und mit Humor nehmen. Ein netter Spruch à la „O, da hab ich mich wohl in der Zimmertür geirrt“ ist immer ein probates Mittel, sich aus einer peinlichen Situation herauszuretten.  

Nutzen Sie eine körperfreundliche Ausdrucksweise beim Thema Sexualität

Benutzen Sie eine kindgerechte, körperfreundliche Sprache. Betonen Sie, dass Sexualität etwas Schönes ist und auch mit Liebe zu tun hat – Liebe zu sich selbst und zu anderen. Sprechen Sie mit Worten, die Ihnen selbst gefallen. Und sagen Sie Ihrem Kind, welche Ausdrücke Sie mögen und welche nicht. Eine einheitliche Ausdrucksweise gibt es nicht, denn in jeder Familie werden unterschiedliche Bezeichnungen benutzt. 

Rechnen Sie damit, dass Ihr Teenager irgendwann, gerade in der Pubertät, mit Kraftausdrücken über Sexualität nach Hause kommt! Kinder, die gerade das Thema Liebe und Sex erforschen, experimentieren gerne mit derben, wenn nicht sogar vulgären Formulierungen. Oft verstehen sie gar nicht, was „schwul“ oder „Hurensohn“ heißt, merken aber, dass solche Begriffe ungeheure verbale Schlagkraft besitzen. Erklären Sie Ihrem Kind, was diese Begriffe bedeuten und welche Sie dulden oder nicht. Bleiben Sie dabei klar, aber ruhig. Je unspektakulärer Sie reagieren, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr pubertierendes Kind diese Ausdrücke weiter benutzen wird, um Sie oder andere damit auf die Palme zu bringen. 

Wichtig für die Sexualität in der Pubertät: Ihr Kind braucht mehr Informationen

Ab einem bestimmten Alter mögen Kinder nicht mehr so gerne über Sexualität sprechen. Auch das sollten Sie respektieren und keinesfalls als mangelndes Vertrauen deuten. Halten Sie für diesen Fall altersangemessene Bücher parat, damit es sich diskret mit den Informationen zum Thema Sexualität und Pubertät versorgen kann, die es gerade braucht.
Falls Ihr Kind im Fernsehen oder in der Realität unfreiwilliger Zeuge einer leidenschaftlichen Liebesszene wird, ist das nicht so dramatisch. Wichtig ist in diesem Fall ein anschließendes Gespräch, in dem Ihr Kind über seine Gefühle sprechen darf. 

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