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Montessori-Schule: Hier lernen Kinder anders

Montessori-Schule: Eine Alternative?

Das Interesse an besonderen pädagogischen Konzepten, wie sie zum Beispiel die Montessori-Schule verspricht, wird immer größer. Nachdem in den letzten Beiträgen die Waldorfschule vorgestellt wurde, erfahren Sie hier die wichtigsten Grundlagen der Montessori-Schule. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Das Ziel einer Grundschule sollte sein, dem Kind die Freude am Lernen zu vermitteln und ihm Wege zum selbstständigen Arbeiten zu eröffnen. Dabei ist das „Wie mache ich es?“ in der Regel von größerer Bedeutung als der Lernstoff. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler auf einer Montessori-Schule gelernt haben, selbstständig und mit Freude zu arbeiten, werden sie auch später weniger Probleme haben, sich andere Wissensgebiete zu erschließen. Mit dem Grundsatz „Hilf mir, es selber zu tun“, drückt die Montessori-Schule genau diese Haltung aus. Die Prinzipien der Montessori-Schule lauten wie folgt:

  • das Kind in seiner Persönlichkeit achten, es als ganzen, vollwertigen Menschen sehen
  • seinen Willen entwickeln helfen, indem man ihm Raum für freie Entscheidungen gibt; ihm helfen, selbstständig zu denken und zu handeln
  • ihm Gelegenheit bieten, dem eigenen Lernbedürfnis zu folgen, denn Kinder wollen nicht nur irgendetwas lernen, sondern zu einer bestimmten Zeit etwas ganz Bestimmtes (sensible Phasen)
  • ihm helfen, Schwierigkeiten zu überwinden statt ihnen auszuweichen.

Kinder sollen in der Montessori-Schule selbstbestimmt arbeiten

Ein großes Problem vieler öffentlicher Grundschulen ist, dass Kinder ihr waches Interesse an ihrer Umwelt, ihre Neugier und ihre Lust am Lernen von Jahr zu Jahr mehr verlieren. Schulunlust macht sich breit und behindert den Lerneifer. Anstatt Erfolgserlebnisse zu vermitteln und neue Erfahrensmöglichkeiten zu eröffnen, bestimmen Leistungsdruck und Notenängste das Lernverhalten der Kinder. Das war Ende des 19. Jahrhunderts, als Maria Montessori ihre Idee entwickelte, noch viel ausgeprägter als heute. Die studierte Ärztin und Pädagogin rief daher vor rund 100 Jahren die sich schnell über Italien ausweitende Montessori-Bewegung ins Leben. Mit einem speziellen Unterrichtskonzept der Montessori-Schulen, und vor allem mit bis dahin einzigartigen Lehrmaterialien, wurden immer mehr Montessori-Kindergärten und Montessori-Schulen gegründet.

In der Freiarbeit lernen Kinder in der Montessori-Schule nach ihrem Tempo

Die so genannte Freiarbeit der Montessori-Schule ist das Kernstück der reformpädagogischen Bildung Montessoris und stellt einen großen Teil des Unterrichts in der Montessori-Schule dar. Die Kinder wählen nach eigener Entscheidung, womit sie sich beschäftigen. Das Montessori-Material, die kindgerechte Darstellung der Angebote und die gute Beobachtungsgabe der Lehrkraft helfen dem Kind dabei, sich für ein Angebot zu entscheiden. Dabei bestimmt das Kind weitgehend selbst den Arbeitsrhythmus und die Beschäftigungsdauer und auch, ob es allein oder mit einem Partner arbeiten, spielen oder lernen möchte. Diese freie Entscheidung führt zu einer Disziplin, die von innen kommt und nicht vom Pädagogen erzwungen wird.

Holzperlen und Sandpapierbuchstaben sind Teil der Montessori-Schule

Schon vor 100 Jahren wurde in den Montessori-Schulen spezielles, von Maria Montessori entwickeltes Material benutzt. Die geistige Entwicklung der Kinder wird dabei über manuelle Tätigkeiten und Erfahrungen mit allen Sinnen ermöglicht. Dabei können die Kinder in der Montessori-Schule mit dem Material selbstständig arbeiten und ihre Lernerfolge kontrollieren.

Neben dem ursprünglichen Material gibt es auch immer wieder neu entwickeltes „Spielzeug“, das den veränderten Bedingungen der modernen Zeit Rechnung trägt. Dazu gehören unter anderem die folgenden Dinge:

  • Sinnesmaterial (z.B. farbige Zylinder, Prismen, Würfelkästen, rote Stangen, Farbtäfelchen, Gewichtstäfelchen, Geruchsdosen, Geschmacksgläser, geometrische Körper, Tastbretter u.a.)
  • Sprachmaterial (z.B. Buchstaben in verschiedenen Größen, Buchstaben aus verschiedenem Material, Wortsymbole, Pyramide für die Wortartbestimmung, Satzzerlegungstabelle u.a.)
  • Mathematik (z.B. numerische Stangen, Sandpapierziffern, Zahlenschilder, Perlenmaterial, hölzerne Zahlenkarten, Hunderterbrett, Hunderterkette, Pythagorasbrett, Schlangenspiel, Additions- und Subtraktionsmaterial, Divisions- und Multiplikationsbrett, binomischer Kubus u.a.)
  • Biologie und Geographie (z.B. biologische und zoologische Puzzles, Globus, Karten für Land- und Wasserformen u.a.)
Mein Tipp

Auch für zu Hause können Sie sich selbstverständlich mit Montessori-Material eindecken. Im Internet finden Sie verschiedene Bezugsquellen, zum Beispiel unter http://www.montessori-express.de oder http://www.montessori-material.de.

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