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13 wichtige Fragen für den Elternsprechtag

Erfolgreiches Lehrergespräch führen

Voller Fragen macht man sich auf den Weg zum Elternsprechtag. Doch nach dem Lehrergespräch sitzen Sie im Auto, und Ihnen fällt dieses und jenes ein, was Sie den Lehrer Ihres Kindes eigentlich noch hätten fragen wollen. Damit Ihnen das in Zukunft nicht mehr passiert, haben wir im folgenden Beitrag 13 Fragen für den nächsten Elternsprechtag zusammengestellt.  

Expertenrat von 
Annette Holl, Grundschullehrerin

Stellen Sie die folgenden Fragen beim nächsten Elternsprechtag unbedingt! Damit erhalten Sie ein umfassendes Bild von der schulischen Entwicklung Ihres Kindes. Außerdem geben wir Ihnen hilfreiche Tipps, wie ein Lehrergespräch zu Ihrer Zufriedenheit verlaufen kann.

Der große Fragenkatalog für den Elternsprechtag

Im Rahmen des Elternsprechtags steht der Lehrer Ihnen nur für einen begrenzten Zeitraum (meistens 15 bis 20 Minuten) zur Verfügung. Wie schaffen Sie es trotzdem, einen möglichst großen Nutzen aus dem Gespräch zu ziehen?

Kopieren Sie sich hierzu im Vorfeld den Fragenkatalog, und nehmen Sie ihn mit zum Gespräch. Da Sie zum Gespräch eingeladen wurden, sollten Sie den Lehrer erst einmal erzählen lassen. Haken Sie aber ein, wenn Sie etwas nicht verstehen oder genauer wissen wollen.

Stellen Sie dem Lehrer Ihres Kindes dann die Fragen, bzw. sprechen Sie die Bereiche an, über die er von sich aus noch nicht gesprochen hat. Unter den Fragen stehen zusätzliche Hinweise für den Fall, dass Ihnen die Antwort des Lehrers zu knapp ist. Stellen Sie ihm zusätzlich diese vertiefenden Fragen! Unmittelbar im Anschluss an das Gespräch sollten Sie sich die Lehrerantworten notieren.Hat Ihr Kind in den einzelnen Fächern unterschiedliche Lehrer, so stellen Sie bitte die jeweils passenden Fragen.

Fragen zu den Leistungen in den Hauptfächer Ihres Kindes

  1. Lesen: Wie ist die Leseleistung meines Kindes?

    Bei Erstklässlern z.B.:
    Kennt es die bisher erforderlichen Buchstaben? Zieht es die Buchstaben zusammen?
    Später: Liest es flüssig? Kann es betont vorlesen? Wie geht es mit ungeübten Texten um?
  2. Rechnen: Kennt sich mein Kind im erforderlichen Zahlenraum aus, und beherrscht es die erlernten Rechenarten?

    Erstklässler:
    plus und minus bis 20
    Klasse 2: plus und minus bis 100, mal und geteilt in Ansätzen
    Klasse 3: plus, minus, mal, geteilt bis 1.000
    Klasse 4: rechnen bis 1.000.000 inklusive der schriftlichen Rechenverfahren)
  3. Rechtschreibung: Wie ist die (Recht-)Schreibleistung meines Kindes einzuschätzen?

    Erstklässler z.B.: Kann es die erlernten Buchstaben in Druck- bzw. später auch Schreibschrift schreiben? Hält es den Stift verkrampft oder locker? Schreibt es lautgetreue Wörter (z.B. Win-ter-man-tel) richtig?
    Ab Klasse 2 z.B.: Kann es den erforderlichen Wortschatz in richtiger Rechtschreibung wiedergeben? Kann es auch in ungeübten Diktaten angemessene Leistungen zeigen?
  4. Aufsatz: Wie gut ist mein Kind im freien Schreiben eigener Texte?

    Ab Klasse 2: Wie fantasievoll sind die Aufsätze meines Kindes? Ist der Aufbau in Ordnung? Welche Aufsatzarten sind noch verbesserungswürdig?

Fragen zu Stärken und Förderbedarf Ihres Kindes

  1. In welchen Bereichen hat mein Kind Förderbedarf?

    Z.B.: Woher könnten schlechte Noten kommen? Hat der Lehrer schon etwas unternommen? Wenn ja, was?
  2. Wo liegen die Stärken meines Kindes?

    Nicht nur nach Fächern, sondern auch nach anderen Dingen (z.B. Hilfsbereitschaft) fragen!
  3. Sind die psychomotorische Entwicklung meines Kindes und seine Wahrnehmung altersgemäß?

    Z.B.: Kann mein Kind rückwärts balancieren? Kann es rechts und links sicher unterscheiden?
    Setzt es ein Puzzle problemlos zusammen?
  4. Wie kann ich mein Kind zuhause unterstützen?

    Waren große Schwächen Thema, bitten Sie den Lehrer um konkretes Material!

Fragen zum Arbeitsverhalten und Leistungsvermögen Ihres Kindes

  1. Wie verhält sich mein Kind beim Arbeiten?

    Z.B.: Durchhaltevermögen, Konzentration, angemessenes Tempo, Fleiß, Ordnung, Belastbarkeit etc.
  2. Wie sind die Leistungen meines Kindes im Vergleich mit der gesamten Klasse einzuschätzen?

    Z.B.: Wie viele Einsen gab es im letzten Mathetest?
  3. Welche weiterführende Schule würde der Lehrer momentan für mein Kind empfehlen? Warum?
  4. Welche Rolle nimmt mein Kind im Klassenverband ein?

    Z.B.: Kann es sich einfügen? Spielt es manchmal den Klassenclown? Ist es hilfsbereit?
  5. Bei Schwierigkeiten: Wann ist das nächste Elterngespräch?

    Vereinbaren Sie eine Zeitspanne (z.B. fünf Wochen), nach der Sie Bilanz über die zusätzlichen Maßnahmen ziehen!

Nach dem Elternsprechtag bewahren Sie das Blatt mit den Antworten zu Hause auf. So können Sie vor dem nächsten Elterngespräch noch einmal nachlesen, was Sie besprochen haben, und Änderungen beim Leistungsstand oder beim Verhalten Ihres Kindes schnell erkennen.

Gutes Gelingen für das nächste Elterngespräch!

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Kommentare zu "13 wichtige Fragen für den Elternsprechtag"

  • Franz Josef Neffe schreibt am 08.02.2013

    Die Fragen beim Elternsprechtag müsste doch eindeutig vor allem der Lehrer haben! Als Ich-kann-Schule-Lehrer unterscheide ich zwei Kategorien:
    Entweder können die Kinder schon eine ganze Menge, dann kann ich doch nur staunend, voller Respekt und Neugierde fragen: "Wie machen Sie das?" Oder die Kinder können es bei mir noch nicht, dann kommen die noch wichtigeren Fragen an die Eltern: "Was können Sie mir denn von ihrem Kind sagen, was ich vielleicht noch nicht verstanden habe?"

    Bei meinem ersten Elternsprechtag als junger Lehrer wussten die Mütter gleich gar nichts zu sagen, wenn ich etwas von ihnen über ihr Kind lernen wollte. Nach der ersten Sprachlosigkeit fingen sie dann an, um Verständis für ihr Kind zu werben, wo es von meinen Kollegen früher kritisiert worden war.
    Das interessierte mich aber gar nicht.
    Ich fing dann sofort an, den Eltern die konkreten Fortschritte zu zeigen, die ihr Kind bei mir gemacht hatte. Es war mir dabei nur wichtig, die Eltern für ihr Kind und seine Fortschritte zu begeistern. Dann gingen sie nämlich mit dieser Begeisterung nach Hause und die brachte dann die nächsten Fortschritte - das waren früher wohl die nicht eingetretenen, die man angemahnt und für die man die Eltern unter Druck egsetzt hatte. Wie unklug!!!
    Noch heute habe ich oft den Eindruck, wenn ich Berichte über Eltersprechtage höre, da haben Eltern Angst, wie zu Zeiten der Leibeigenschaft, an den Pranger gestellt oder sonstwie gefoltert zu werden, weil sie ihren Frondienst nicht unterwürfig genzug verrichtet haben.
    Den Lehrer sehen sie gar nicht als vom Staat für sie angestellten Dienstleister sondern als übermächtigen Vertreter der Staatsgewalt, dem sie sich in allem unterwerfen müssen.
    Wenn die Schule attraktiv = anZIEHend ist, also SOG-Wirkung hat, tauchen die heute in der Schule ständig wachsenden Probleme allenfalls am Rande auf.
    Wenn unsere Unterrichtsvollzugsanstalten die Probleme mit DRUCK nur imnmer noch größer machen können und man dann erwartet, dass die Eltern den Druck zu Hause fortsetzen sollen, damit das Kind gar nicht mehr ausweichen kann, dann ist das Lehrer-Elterngespräch ohnedies überfällig: über Lehrer & Schule, nicht über das Kind.
    Die Fragen, die immer nur über das Kind gestellt werden, werden erst beantwortet, wenn wir sie auch über die mit dem Kind agierenden Erwachsenen stellen. Insofern also wünsche ich einen guten Elternsprechtag.
    Franz Josef Neffe
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