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ortrait des traurigen kleinen Mädchen
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Cyber-Mobbing: Wege aus dem Teufelskreis

Brennpunkt Schule

Mobbing und kein Ende! Leider werden viele Kinder durch solche Vorfälle in der Schule regelrecht traumatisiert. Was früher noch im direkten Kontakt passierte, wird heute immer öfter auf die digitalen Medien verlagert. CyberMobbing über Facebook, WhatsApp & Co. nimmt zu und kann schon morgen auch Ihrem Kind widerfahren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich und Ihr Kind davor schützen können. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Immer mehr Studien beschäftigen sich mit dem Thema Cyber-Mobbing bei Kindern und Jugendlichen. Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl der betroffenen Personen mit der Zunahme von Smartphones weiter ansteigt. 2013 stellten Forscher der Universitäten Münster und Hohenheim fest, dass bereits ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen mit Cyber-Mobbing in Berührung gekommen ist.

Das sollten Sie über Cyber Mobbing wissen

Die Einschüchterungen, Drohungen und Verleumdungen über soziale Netzwerke oder direkt an den Empfänger bleiben oft lange Zeit unentdeckt. Anfangs glauben die betroffenen Schülerinnen und Schüler noch an einen Scherz, erst langsam nimmt das Problem größere Ausmaße an. Eine Vielzahl von Gründen, beispielsweise Angst, Hilflosigkeit oder Scham, verhindern, dass die Kinder sich direkt Beistand suchen. Vielleicht bewegen sie sich auch unerlaubterweise im Netz, sodass sie sich nicht trauen, ihre Eltern zu informieren. Die Täter fühlen sich sicher und stark, denn ihre Taten werden durch die Anonymität des Internets gedeckt.

Bei diesen Symptomen sollten Sie aufmerksam werden

  • Ihr Kind ist ungewöhnlich oft kränklich, hat Kopfschmerzen, Bauchweh und Schlafprobleme.
  • Ihr sonst fröhliches und offenes Kind wirkt häufig bedrückt.
  • Die Noten Ihres Kindes werden dramatisch schlechter, es zieht sich vom schulischen Geschehen zurück.
  • Das Klassenklima verschlechtert sich deutlich. Es gibt Probleme auf Sportveranstaltungen, Ausflügen, Klassenfahrten oder bei Projekten.

Fragen Sie Ihr Kind behutsam und geduldig

Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Kind zunächst leugnet, dass es gemobbt wird. Es ist ganz normal, wenn es solche Vorfälle oder Situationen herunterspielt. Schließlich ist es nicht angenehm, zugeben zu müssen, dass man gemobbt wird. Bleiben Sie geduldig und freundlich. Bieten Sie Ihrem Kind immer wieder an, über seine Sorgen zu sprechen. Machen Sie ihm auf keinen Fall Vorwürfe, und setzen Sie es nicht unter Druck.

4 Schritte aus der Angst oder Scham bei Cyber-Mobbing

Wenn es Ihrem Kind schlecht geht, müssen Sie handeln. Als Elternteil sind Ihre Möglichkeiten begrenzt, gegen das Cyber-Mobbing anzugehen. Trotzdem gibt es einige Maßnahmen, die Sie nun unbedingt ergreifen müssen.

Schritt 1: Geben Sie Ihrem Kind Rückendeckung

Stellen Sie sich hundertprozentig hinter Ihr Kind. Machen Sie ihm keine Vorwürfe, dass es sich (womöglich auch verbotenerweise) im Internet bewegt hat. Informieren Sie sich genau, wie das Mobbing stattfindet.

Schritt 2: Unterbinden Sie Cyber-Mobbing direkt

Stoppen Sie sofort alle Wege, auf denen Ihr Kind gemobbt wird. Schließen Sie die Accounts in den sozialen Netzwerken, und wechseln Sie die Handynummer. Wenden Sie sich gegebenenfalls an den Netzbetreiber, um Fotos löschen zu lassen. Vergessen Sie nicht, vor dem Löschen alle E-Mails und Einträge zu kopieren. Vielleicht können Sie so beweisen, dass Ihr Kind gemobbt wurde.

Schritt 3: Nehmen Sie Kontakt zur Schule auf

Handelt es sich bei den Tätern um Schul- oder Klassenkameraden, die über WhatsApp bzw. Facebook über Ihr Kind hetzen, müssen Sie sofort Kontakt zum Klassenleiter aufnehmen. Gemeinsam sollten Sie versuchen, die Motive für das Cyber-Mobbing zu finden, denn häufig ist ein schlechtes Allgemein - klima mitschuldig an der Situation. Dann können die Täter von den Lehrern angesprochen und zur Verantwortung gezogen werden. In der Schule gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, gegen das Mobbing vorzugehen. Dazu müssen die Schüler, die Lehrer und die Schulleitung zusammenarbeiten, damit das Klima verbessert und das Mobbing generell abgestellt werden kann.

Schritt 4: Schalten Sie die Polizei ein

In schwerwiegenden Fällen sollten Sie die Polizei einschalten, beispielsweise wenn Ihr Kind beängstigende, gewalttätige Drohungen erhält, mit sexuellen Inhalten unter Druck gesetzt wird und vielleicht sogar Angst um sein Leben hat. Sammeln Sie so viele Beweise wie möglich, um das Mobbing nachweisen zu können. Für Ihr Kind hat das viele Vorteile, denn es fühlt sich nun beschützt und ernst genommen. So kann es dem Teufelskreis aus Angst und Schweigen entfliehen. Außerdem hat die Polizei bessere Möglichkeiten, die Quelle des Mobbings herauszufinden.

Mein Tipp!

Manchmal können Kinder sich leichter äußern, wenn sie es indirekt machen. Ein anonymer Briefkasten, wie er in manchen Schulen bereits erfolgreich aufgestellt wird, kann auch zu Hause helfen. Basteln Sie einen „Familien Meckerkasten“, und nutzen Sie ihn auch für geheime Geständnisse. Allerdings muss klar sein, dass das „Beichten“ keine Sanktionen zur Folge hat.

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