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Trauriges Schulkind
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Die 10 schlimmsten Schulprobleme: Das können Sie dagegen tun

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Manche Kinder gehen gerne in die Schule. Sehr viel mehr Schülerinnen und Schüler haben allerdings immer wieder Probleme mit den Anforderungen des Bildungssystems. Welche Sorgen rund um die Schule am schwerwiegendsten sind, hängt unter anderem vom Zeitpunkt ab. Im zweiten Schulhalbjahr stehen die Noten und das Jahreszeugnis im Fokus, im ersten Halbjahr sind es dagegen häufig zwischenmenschliche Probleme mit Lehrern oder Mitschülern. Im Folgenden beschreibe ich die zehn häufigsten Schulprobleme nach den Halbjahreszeugnissen und zeige, was dagegen hilft. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Schulprobleme kennen fast alle Familien – denn früher oder später wirken sich schulische Schwierigkeiten auch auf den Alltag aus. Da ist es gut, wenn Fragen rechtzeitig aufgegriffen und Lösungsmöglichkeiten ausprobiert werden. Anhand der folgenden Beispiele erläutere ich Ihnen die häufigsten Schulprobleme und zeige mögliche Hilfen auf.

So lösen Sie die 10 größten Schulprobleme

1. Schlechte Noten/Schlechtes Zeugnis

Beispiel: Elias versteht die Welt nicht mehr. Seit seinem Wechsel in die fünfte Klasse sind seine Noten dramatisch abgerutscht. Inzwischen traut er sich kaum noch gute Leistungen zu und hat wachsende Angst vor dem Versetzungszeugnis.

Mein Tipp: Gehen Sie auf Ursachensuche. Schlechte Noten können viele Gründe haben. Wenn die Ursache erkannt ist, kann auch daran gearbeitet werden. Elias braucht dringend Erfolgserlebnisse.

  • Lernlücken können mit Nachhilfe aufgearbeitet werden.
  • Seh- und Hörprobleme können medizinisch korrigiert werden.
  • Bei Überforderung hilft eine Klassenwiederholung oder ein Schulwechsel.

2. Mobbing/Ausgrenzung

Beispiel: Marie fühlt sich ausgegrenzt. In der Pause ist sie meistens alleine, oft tuscheln die anderen Mädchen über sie. In letzter Zeit verschwinden sogar Gegenstände aus ihrem Ranzen.

Mein Tipp: Marie braucht Hilfe von ihren Eltern und Lehrern. In der Schule muss konsequent gegen Mobbing vorgegangen werden. Dazu müssen Sie in so einem Fall die Lehrer informieren. Das Thema gehört in den Unterricht. Sie als Eltern können parallel dazu das Selbstbewusstsein Ihres Kindes stärken, indem Sie etwa für sportliche Erfolge sorgen oder Ihrem Kind immer wieder ganz deutlich sagen, dass es keine Schuld trifft an der Situation

3. Konzentration/ADHS

Beispiel: Amelie vergisst oft ihre Hausaufgaben und ist auch sonst sehr verträumt, sodass sie vieles im Unterricht nicht mitbekommt. Dass ihr Schulstoff fehlt, beginnt sich an den Noten bemerkbar zu machen.

Mein Tipp: Nicht immer ist mangelnde Konzentrationsfähigkeit die Ursache für Schwierigkeiten mit der Aufmerksamkeit. Auch fehlende Motivation kann eine Ursache sein. Langweilt Amelie sich vielleicht im Unterricht?

  • Mit einem Konzentrationstraining kann ihre Aufmerksamkeit verbessert werden, beispielsweise mit regelmäßigen Übungen zur Förderung der Wahrnehmungsbereiche (Hör-/Sehtraining). Achten Sie darauf, dass die Trainingseinheiten langsam länger werden.
  • Mit individuellen Anreizen steigt die Motivation. Ein Belohnungsplan kann dabei sehr gut helfen. Vergisst Ihr Kind die Hausaufgaben nicht, bekommt es ein Smilie, für fünf Smilies gibt’s eine Anerkennung.

4. Prüfungsangst/Blackout in der Prüfung

Beispiel: Luca lernt sorgfältig für Klassenarbeiten. Trotzdem überfällt ihn regelmäßig Panik, wenn die Aufgabenblätter ausgeteilt werden. Er kann sich dann nicht mehr konzentrieren.

Mein Tipp: Bei Prüfungsangst handelt es sich fast immer um eine Versagensangst. Sprechen Sie mit Ihrem Kind durch, was schlimmstenfalls passieren könnte. Sichern Sie ihm für diesen Fall Ihre Unterstützung zu, sodass es die Angst vor dem Versagen verliert. Legen Sie anschließend Wert auf eine gründliche Vorbereitung, und denken Sie über Entspannungstechniken wie autogenes Training nach. Haben Sie Geduld: Prüfungsangst vergeht nur langsam.

5. Teilleistungsstörungen wie Legasthenie/Dyskalkulie

Beispiel: Gwendolins Rechtschreibung wird einfach nicht besser. Sie schreibt selbst bekannte, einfache Wörter immer wieder anders. Auch Benjamin ist verzweifelt, denn ihm fällt das Rechnen so schwer. Alles Lernen hilft nichts. Zusammen mit Eltern und Lehrern haben die Kinder schon alles Mögliche ausprobiert. Vergebens!

Mein Tipp: Vermuten Sie, dass bei Ihrem Kind eine Teilleistungsstörung vorliegt? In Erziehungsberatungsstellen, bei Lerntherapeuten oder Psychologen können entsprechende Tests auf Legasthenie oder Dyskalkulie durchgeführt werden. Denn Kinder wie Gwendolin und Benjamin benötigen qualifizierte Hilfe von Lerntherapeuten. In bestimmten Fällen werden die Kosten dafür von den örtlichen Jugendämtern übernommen.

6. Stress mit den Lehrern

Beispiel: Carl fühlt sich immer wieder ungerecht von seiner Klassenlehrerin behandelt. Er hat das Gefühl, nichts richtig machen zu können. Seine Motivation ist auf dem Tiefpunkt.

Mein Tipp: Manchmal hilft eine gemeinsame Aussprache zwischen Eltern, Kind und Lehrer. Denn viele Probleme können im sachlichen Gespräch angesprochen und gelöst werden. Nutzen Sie dazu unsere ausführliche Checkliste für Lehrer-Gespräche (siehe Download-Hinweis).

7. Verhaltensauffälligkeiten/ Rolle als Klassenclown

Beispiel: Luis stört immer wieder den Unterricht. Er bleibt nie an seinem Platz sitzen und redet ständig dazwischen. Der Lehrer ermahnt ihn permanent, und auch Luis fühlt sich in der Klasse nicht mehr wohl.

Mein Tipp: Luis’ Verhalten kann viele Gründe haben. Vielleicht ist er überfordert, gelangweilt oder er hat generell Probleme mit dem Stillsitzen. Führt ein Gespräch mit Luis zu keinem Ergebnis, können sich seine Eltern an den zuständigen Schulpsychologen oder auch an eine Erziehungsberatungsstelle wenden.

8. Außenseiter sein/ Einsamkeit

Beispiel: Leo findet in seiner Klasse keine Freunde. Er wird nicht zu Geburtstagen eingeladen und trifft sich nachmittags nie mit Klassenkameraden.

Mein Tipp: Kein Kind ist gerne Außenseiter, das kränkt und schwächt das Selbstbewusstsein. Um zumindest einen Freund in der Klasse zu finden, gibt es viele Möglichkeiten: Leo kann in den gleichen Sportverein gehen wie einige seiner Klassenkameraden, einzelne Kinder zu sich nach Hause einladen oder auch eine Party veranstalten.

9. Zu schüchtern zum Melden oder Reden vor der Klasse

Beispiel: Sarah traut sich nicht, im Unterricht aktiv mitzuarbeiten. Ihre Noten wären besser, wenn sie sich regelmäßig melden würde.

Mein Tipp: Schüchternheit ist schwer abzulegen. In kleinen Mini-Schritten kann Sarah trotzdem mutiger werden, zum Beispiel die Hausaufgaben gut vorbereiten und sich dann zum Vortragen melden. So kann Sarah sicher sein, dass sie keine falsche Antwort gibt. Das baut auf und macht Mut für mehr.

10. Unterforderung/ Hochbegabung

Beispiel: Luisa konnte schon früh lesen, ist neugierig und hat eine schnelle Auffassungsgabe. Trotzdem werden ihre Noten immer schlechter.

Mein Tipp: Hochbegabte Kinder schalten im Unterricht irgendwann vor lauter Langeweile einfach ab. Dann bekommen sie die Inhalte nicht mehr mit und beginnen, schlechte Noten zu schreiben. Ein Intelligenztest gibt Aufschluss darüber, ob bei Luisa eine Hochbegabung vorliegt. Mit individuellen Aufgaben oder einem Klassenwechsel kann solchen Kindern der Spaß am Lernen zurückgegeben werden.

Internet-Download

Checkliste für Lehrer-Gespräche Seite: www.lernen-und-foerdern.com Rubrik: „Downloads ’ Übungen ’ Neue Übungen“ Passwort: Scherz

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