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Gewalt an Schulen

Hilfe gegen Gewalt

Auch an Grundschulen kommt es schon zu Gewalt und Ihr Kind ist häufig nicht in der Lage diese zu erkennen. Wie es diese erkennt und sich nicht in die Opferrolle drängen lässt, lesen Sie hier. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Wie gut ist Ihr Kind gegen Gewalt gewappnet? (ja / nein)

  1. Ist Ihr Kind selbstbewusst und tritt es auch nach außen so auf?
  2. Traut sich Ihr Kind, in brenzligen Situationen laut nach Hilfe zu rufen?
  3. Wenn Ihr Kind vor Angreifern fliehen muss, weiß es, wo es sicher ist (Lehrer, Geschäft, andere Erwachsene ansprechen)?
  4. Hat Ihr Kind ein Handy und kennt es für den Notfall den Polizeinotruf 110?
  5. Hat Ihr Kind schon mal an einem Selbstverteidigungskurs teilgenommen?
  6. Traut sich Ihr Kind, auch öfter mal „nein“ zu sagen?          
  7. Kennt Ihr Kind Möglichkeiten der Gegenwehr, wenn es tätlich angegriffen wird (ins Ohr schreien, in die Weichteile treten)?
  8. Ist Ihr Kind misstrauisch gegenüber Älteren und Fremden?
  9. Vertraut Ihr Kind Ihnen, und berichtet es offen über Vorkommnisse in der Schule?

Je öfter Sie unsere Fragen mit „ja“ beantworten, desto besser ist Ihr Kind gegen Gewalt geschützt. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es jedoch nicht. Die Teilnahme an einem Selbstverteidigungskurs zur Verbesserung des eigenen Selbstbewusstseins ist für Kinder daher immer sinnvoll – auch um das Thema ins Familiengespräch zu bringen. Das erleichtert es dem Kind dann gegebenenfalls, Fälle von Gewalt/Mobbing als solche zu erkennen und sich (oder anderen!) Hilfe zu holen.

Wie wird die passive Gewalt ausgeübt?

Gewalt in der Schule ist bei weitem nicht immer nur mit körperlichen Angriffen gleichzusetzen. Versteckte Aggressionen und Quälereien können viel gemeiner sein, denn Eltern, Lehrer und Mitschüler bekommen davon häufig nur wenig mit. Für das Opfer ist es schwieriger, Beweise für die Angriffe zu liefern. Dadurch ist es zweifacher Strafe ausgesetzt: einmal den Angriffen überhaupt und zum anderen dem Unglauben seiner Umwelt. Verdeckte Gewalt kann zum Beispiel sein:

  • wenn gemeine Gerüchte und Verleumdungen in Umlauf gesetzt werden,
  • wenn sich andere immer entfernen sobald das Opfer auftaucht, also der Kontakt vermieden wird,
  • wenn sich im Klassenraum niemand neben das Opfer setzt,
  • wenn Schulsachen oder Kleidungsstücke heimlich entwendet werden,
  • wenn Tisch und Stuhl des Opfers beschmiert werden,
  • wenn es auf Geburtstage nicht eingeladen wird, weil andere dann nicht kämen.

So lernt Ihr Kind, sich zu wehren

Grundsätzlich braucht jedes Kind für sein Bestehen in der Schule ein starkes Selbstbewusstsein und den Schutz der Klassengemeinschaft sowie der Lehrer. Freunde sind besonders wichtig, damit es sich akzeptiert und angenommen fühlt. Helfen Sie also mit, dass Ihr Kind Freundschaften schließen kann, indem Sie ihm häufig erlauben, andere einzuladen oder zu besuchen. Stärken Sie sein Selbstbewusstsein, indem Sie es oft für seine Leistungen und Verhaltensweisen loben. Belohnen Sie seinen Mut, zum Beispiel einem Freund auch mal die Meinung gesagt zu haben, anstatt Ihr Kind wegen der Etikette auszubremsen. Signalisieren Sie Ihrem Kind, dass Sie in schwierigen Situationen immer für es da sind.

Das hilft Ihrem Kind, kein Opfer zu werden

  • Ihr Kind braucht Freunde in der Klasse.
  • Es soll Mut haben, seine Meinung frei zu sagen.
  • Es muss seine Ängste und Befürchtungen äußern können, ohne als Schwächling dazustehen.
  • Es soll sich grundsätzlich nicht einschüchtern lassen, sondern Hilfe holen.
  • Vielen Kindern hilft gegen Ihre Angst ein Selbstverteidigungskurs.
  • Gefährliche Situationen, zum Beispiel ein einsamer Schulweg, sollen vermieden werden.
  • Übergriffe, Mobbing oder Gewalttätigkeiten müssen umgehend den Eltern oder dem Lehrer berichtet werden.
  • Gewalt oder Mobbing müssen Konsequenzen für die Täter haben, entweder durch dessen Eltern, durch die Schule oder durch die Staatsanwaltschaft.

Helfen Sie Ihrem Kind, Gewaltsituationen zu erkennen

Gerade Grundschüler sind häufig nicht in der Lage, eine brenzlige Situation richtig einzuschätzen. Üben Sie daher mit Ihrem Kind, gefährlichen Situationen schon im Vorfeld aus dem Weg zu gehen. Wenn auf dem Schulhof eine Prügelei stattfindet, sollte es einen Lehrer informieren, anstatt sich einzumischen. Kennt Ihr Kind den oder die potenziellen Täter in der Klasse, so sollte es jede Situation vermeiden, mit ihnen allein in einem Raum, auf dem Schulhof oder auf der Straße zusammenzutreffen. Wird es angerempelt oder verbal angegriffen, ist es besser zu beschwichtigen oder zu ignorieren, als ebenfalls aggressiv zu reagieren. Das können sie zu Hause in Rollenspielen üben.

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Als Leser von "Lernen und Fördern mit Spaß" lesen Sie hier noch hilfreiche Tipps und Links, sowie eine Typisierung der potentiellen Täter.

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