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Schüler beim Lernen
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Woran Sie eine gute Schule erkennen

Tipps zur Auswahl

Spätestens gegen Ende der Grundschulzeit stellt sich für viele Eltern die Frage, welche weiterführende Schule für Ihr Kind geeignet ist. Doch auch später kann z. B. durch Umzug oder verändere Bedürfnisse des Kindes, diese Frage erneut aktuell werden. Sofern in nicht zu großer Entfernung mehrere Schulen zur Auswahl stehen sollten, haben Sie nun die „Qual der Wahl“. Die folgenden Kriterien können Sie dabei unterstützen, die „richtige“ Schule zu finden.  

Expertenrat von 

Bei der Auswahl der Schule, sollten Sie einerseits darauf achten, dass es sich

1.    um eine gute Schule handelt und andererseits

2.    die Schule zu den Bedürfnissen Ihres Kindes passt.

So erkennen Sie eine gute Schule: sechs Qualitätskriterien

Die nachfolgend kurz erläuterten sechs Qualitätsbereiche sind nicht nur ausschlaggebend bei der Beurteilung deutscher Schulen (z.B. bei der Auswahl für den Deutschen Schulpreis), sondern auch internationaler Standard bei der Bewertung von Schulen. 

1. Leistung

Hier sind einerseits die messbaren Leistungen gemeint, wie z.B. das positive Abschneiden aller Schüler unterschiedlicher Begabungsniveaus bei Abschlussprüfungen oder Vergleichstests. Zugleich wird mit dem Leistungsbegriff aber auch die gesamte Förderleistung (z.B. Aktionstage zum Thema „Umwelt und Natur“).     

2. Umgang mit Vielfalt

Dieser Qualitätsbereich ist vor allem für Schulen mit sehr unterschiedlicher Schülerschaft z. B. in Leistungsniveau und Interesse, in Herkunft und Glauben eine Herausforderung. Die Schulen werden hier daran gemessen, wie produktiv, also wie positiv, für alle Seiten bereichernd, aufklärend, integrierend etc. sie mit diesen Unterschieden im Schulalltag oder durch besondere Projekte umgehen.

3. Unterrichtsqualität

Hier geht es vor allem um die Art der Unterrichtsgestaltung und die Frage, ob eine Schule es geschafft hat, die Schüler tatsächlich zum eigenständigen Lernen zu bewegen. Guter Unterricht ist keine frontale Belehrung durch den Lehrer mehr, sondern die Organisation von Lernprozessen, die individuell auf die Bedürfnisse der einzelnen Schüler ausgerichtet sind.

4. Verantwortung

Bei diesem Qualitätsbereich wird einerseits danach geschaut, was eine Schule unternimmt, um die Verantwortungsfähigkeit der Schüler für das eigene Lernen zu fördern. Andrerseits wird aber auch beurteilt, wie sehr gemeinschaftlich die Verantwortung für die gesamte Schule gefördert wird, z.B. durch gemeinsame Schüler-Lehrer-Arbeitsgruppen, die regelmäßig für ihre Schule Verbesserungsvorschläge erarbeiten und auch für deren Umsetzung sorgen.   

5. Schulleben

Hier wird danach gefragt, was die Schule außerhalb des Unterrichts anbietet, um das Leben in der Schule interessant zu machen, z.B. musische, sportliche Angebote, Feste, Projekte, Klassenfahrten etc.

6. Schule als lernende Institution

Bei diesem Qualitätsbereich wird vor allem die Führung der Schule unter die Lupe genommen. Gute Schulen gleichen demokratisch geführte Unternehmen, in denen die Leitung Verantwortung abgibt und verteilt, zugleich aber die festgelegten Qualitätsstandards und Ziele im Auge behält.  

Unser Rat: Legen Sie den Maßstab nicht zu hoch an!

Nun sollten Sie als Eltern jedoch den Maßstab bei der Beurteilung der jeweiligen Schulen in Ihrer Umgebung nicht zu hoch legen und erwarten, dass alle Qualitätsbereiche bereits nachhaltig ausgebaut sein müssen, um von einer „guten Schule“ reden zu können. Solch hohe Maßstäbe gelten bestenfalls für Schulen, die sich um den Deutschen Schulpreis bewerben. Eine „normale“ Schule ist durchaus auch dann gut, wenn sie Veränderungsprozesse in die richtige Richtung angestoßen hat und kontinuierlich daran arbeitet, diese weiter umzusetzen.

Passt die Schule zu Ihrem Kind?

Gute Schulen werden in der Regel vielen Bedürfnissen der unterschiedlichsten Schüler gerecht. Dennoch sollten Sie genau hinschauen und sich folgende Fragen beantworten:

  •  Fordert und fördert die Schule Ihr Kind an den richtigen Stellen?

Hat Ihr Kind vielleicht eine Lese-Rechtschreibschwäche, aber ist dafür naturwissenschaftlich und sportlich sehr begabt? Eine Schule passt dann zu Ihnen, wenn Ihr Kind dort besonders gefordert wird, wo es Talent zeigt und Unterstützung bekommt, wo es diese Hilfe benötigt.

  •  Passt die Schule zu Ihrer familiären Situation?

Bei dieser Frage geht es auch um organisatorische Rahmenbedingungen, die für Sie wichtig sind, z.B: Bietet die Schule ein Halbttags- oder Ganztagsprogramm an? Gibt es eine Hausaufgabenbetreuung? Wie lang ist der Schulweg? Wenn Ihr Kind durch gesundheitliche Probleme oder Behinderung belasten ist: Welche organisatorische, soziale, inhaltliche Unterstützung benötigen Sie von der Schule?          

  •  Sollte die Schule bestimmte religiöse, weltanschauliche oder pädagogische Grundüberzeugungen vertreten?

Möchten Sie für Ihr Kind eine konfessionell geprägte Schule oder gerade nicht? Sympathisieren Sie z.B. mit der Pädagogik einer Waldorf- oder Montessori-Schule, befürworten Sie eher eine Gesamtschule oder doch lieber homogene Leistungsgruppen in Gymnasium, Real- und Hauptschule?    

 

Unser Rat: Informieren Sie sich und lassen Sie Ihr Kind mitentscheiden!

Vertrauen Sie nicht auf die Meinung anderer Eltern oder Schüler, sondern informieren Sie sich in jedem Fall zusammen mit Ihrem Kind selbst vor Ort. Dazu bietet eigentlich jede Schule zahlreiche Möglichkeiten von z.B. offenen Informationsveranstaltungen über Theateraufführungen, Konzerten, Schulfesten bis hin zu individuellen Einzelgesprächen. Entscheidend ist schließlich, dass auch Ihr Kind voll hinter der Entscheidung für die zukünftige Schule steht. Nur dann wird es dort auch motiviert ins neue Schuljahr starten.  

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