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Internat - eine Alternative für Ihr Kind?

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Internat - eine Alternative für Ihr Kind?

» Internat - wirklich sinnvoll?

Internat - eine Alternative für Ihr Kind?

Ob ein Internat eher ein Auffangbecken für schwierige Kinder und Jugendliche oder eine gute Alternative zum öffentlichen Schulsystem – besonders für Hoch-und Sonderbegabte – ist, ist auf den ersten Blick oft nicht ersichtlich. Lesen Sie hier, ob Ihr Kind für ein Internat geeignet ist und wie Sie das richtige Internat für Kinder finden.

Die Entscheidung für ein Internat kann in jeder Familie ganz unterschiedliche Gründe haben. Ob aus Tradition, Prestige, Überzeugung, familiären Zwängen oder wegen fehlender Bildungsangebote in der näheren Umgebung: Internate haben nach wie vor einen großen Zulauf. In Deutschland, der Schweiz und Österreich gibt es über 300 Internate, die mit den unterschiedlichsten Konzepten um Schülerinnen und Schüler werben.

Die meisten Internate sind öffentlich oder in den folgenden Verbänden organisiert: 

evangelische Internate

www.evangelische-internate.de

katholische Internate

www.katholische-internate.de

Verein der Landerziehungsheime

www.leh-internate.de

Waldorfinternate

www.waldorfschule.de

private Internate

www.internate-vdp.de

Sport-Eliteschulen, Deutscher Sportbund, Geschäftsbereich Leistungssport

Otto-Fleck-Schneise 12,

60528 Frankfurt am Main

Tel.: 0 69 / 6 70 03 05

Christliches Jugenddorfwerk Deutschland (CJD)

www.cjd.de

Pro und contra Internat

Der Besuch eines Internats kann für Kinder und Jugendliche positiv, aber manchmal auch negativ sein. Oft weiß man im Voraus nicht, was mit einem Internat auf die ganze Familie zukommt. Gegner und Befürworter sprechen bei Internaten oft aus eigener Erfahrung. An den unterschiedlichen Einschätzungen sieht man, dass das Erziehungskonzept in einem Internat für Kinder zu dem Wesen des Kindes und dem Erziehungsstil der Eltern passen muss. In Deutschland besucht nur ein sehr geringer Prozentsatz der Schüler ein Internat. Ganz anders sieht es in den angelsächsischen Ländern aus. Dort ist der Besuch eines Internats eine häufig gewählte Alternative zur Regelschule. 

Für ein Internat spricht

Je nach Konzept gibt es in einem Internat besondere Förderung für individuelle Besonderheiten, zum Beispiel bei Teilleistungsstörungen. Ihr Kind lernt im Internat frühzeitig, soziale Kontakte einzuüben. Ihr Kind erhält vielfältige Freizeitangebote im Internat und wird zu künstlerischer, handwerklicher, sportlicher oder musikalischer Betätigung motiviert. Im Internat wird besonders in der Pubertät das Verhältnis zwischen Jugendlichen und Eltern entspannt. Der Ablösungsprozess gelingt durch ein Internat meist besser. In Internaten werden Freundschaften fürs Leben geschlossen. Eine Internatsgemeinschaft fördert die Belastbarkeit, stärkt das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein. Berufstätige Eltern können ihren Kindern durch ein Internat eine qualifizierte Ausbildung ermöglichen, ohne ständig in Konflikt mit ihrer Arbeit zu stehen.

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Die neuesten Kommentare zum Artikel "Internat - eine Alternative für Ihr Kind?":

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Ulan schreibt am Samstag, 21.01.12 17:18:

Liebe Frau Reimann-Höhn,

nach den Enthüllungen über sexuellen Missbrauch und Gewalt in deutschen Internaten und Heimen sollte m.E. wesentlich kritischer über das Thema Internatserziehung informiert werden. Mir geht es dabei gar nicht so sehr um die konkrete Gefahr von Übergriffen seitens Lehrern, Erziehern und Seelsorgern, die sich erheblich verringert bzw. auf die Tätergruppe der jugendlichen Mitbewohner verlagert zu haben scheint (siehe DJI-Studie). Viel gravierender ist das Problem der Strukturen in den Internaten und ihrem weiteren Umfeld, die es ermöglichen, dass unbeschreibliche Missstände über Jahre verborgen bleiben oder – mit Wissen vieler Beteiligter – systematisch vertuscht werden können. Hier hat sich überhaupt nichts verändert, so dass der nächste Skandal nur eine Frage der Zeit ist.
Was die Qualität des pädagogischen Angebots von Internaten angeht, sollte man keine falschen Gewissheiten verbreiten. Es sei denn, man wollte sich dem Vorwurf aussetzen, lediglich unterschwellige PR für Internatsverbände und Provisionsvermittler zu machen, die ja auch auf allen möglichen „Ratgeberseiten“ sehr aktiv sind.

Es gibt, um es deutlich zu sagen, keinerlei verlässliche Studien zu den Wirkungen von Internatserziehung. Dies leistet der Legendenbildung Vorschub und weckt vielfach völlig unrealistische Erwartungen.
Unter www.schulpsychologie.de fand ich folgende, sehr vernünftige Einschätzung:
„Erwarten Sie nicht, dass ein Internat unlösbare Probleme löst! Wenn Ihr Kind auf den Schulen vor Ort gescheitert ist, weil es einfach überfordert war, dann wird auch ein Internat nicht die Lösung sein. Die Ansprüche sind nicht niedriger, die Förderung kann nur wirken, wenn die Voraussetzungen beim Kind ausreichend sind. Mit anderen Erwartungen
werden Sie gleichzeitig Ihr Kind und das Internat überfordern.“

Ich möchte noch aufgrund der Erfahrungen meiner eigenen Beratungstätigkeit die folgenden kritischen Randbemerkungen machen:
Für die von zahlreichen Internaten angebotenen „Förder-Konzepte“ gibt es in aller Regel keinerlei Zertifizierung, Zulassungs- und Genehmigungsverfahren. Vor allem in der Hochbegabtenförderung überwiegt die (Selbst-)Begeisterung der Anbieter. Es fehlen dagegen gesicherte Erkenntnisse und Erfahrungen. Alle qualifizierten Stimmen aus Wissenschaft und Wirtschaft, die mir bekannt sind, halten die Elite-Förderung in speziellen Internaten für ausgemachten Humbug, der weder pädagogisch noch politisch zu rechtfertigen sei.
Ich will schließen mit der (anonymisierten) Zuschrift einer Ratsuchenden, die in diesem Zusammenhang sehr aufschlussreich ist und jeden verantwortungsvollen Berater davon abhalten sollte, undifferenziert „Internatspropaganda“ zu betreiben:

Sehr geehrter Herr Lange,
seit Tagen lese ich nun schon Artikel von Ihnen - und immer wieder könnten Sie (wenn es denn möglich wäre) mich enttäuscht mit dem Kopf nicken sehen! Sie haben ja so Recht! Wir sind als Eltern eines 17-jährigen Sohnes mitten in das zum Himmel stinkende Häufchen getappt, das da heißt "Elite-Internat". Eines unterscheidet uns von vielen anderen Eltern, die ihr Kind auf ein Internat gegeben haben: Wir wollten unseren Sohn niemals abschieben! Wir kommen selbst aus ganz normalen Verhältnissen und wollten unserem Sohn eine erstklassige Schulbildung ermöglichen. Wir nehmen die 30.000 €/Jahr NICHT aus der Kaffeekasse. Mehr als die 70 €/Monat Taschengeld übers Internat bekommt er auch nicht. Sehr im Gegensatz zu vielen seiner Mitschüler, freuen wir uns darauf, dass er alle 2 Wochenenden nach hause kommt - und er tut das auch.

Aber nun ist es soweit: Der Verdacht auf Drogenkonsum ist auch bei unserem Sohn angekommen. Er wurde suspendiert und wir wissen nicht wirklich, wie es nun weitergehen soll. Die Schule hat am Freitag die Sommerferien eingeläutet und die Schulleitung hält es nicht für nötig, uns eine Information zukommen zu lassen.

Mittlerweile hat unser Sohn so einiges erzählt über den unglaublichen Sumpf, der auf "Schloss XY" brodelt, dass ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann, ihn wieder dort hin zu schicken. In Teilen dieses Sumpfes steckt auch er mit einem Fuß: Es wird gesoffen, bis zum Abwinken!

Leider sind wir zu 100 Prozent auf die PR-Masche der Internate reingefallen. Es ist genauso, wie Sie es in so vielen Berichten und Interviews beschreiben. Ich erkenne so vieles wieder: Gruppenzwang, Mobbing, Drogen, Alkoholexzesse, nichts ahnende Schulleitungen, hohe Schülerfluktuationen, regelmäßige Kündigungen von Schülern (um sich die Hände in Unschuld zu waschen und die Elternschaft zu beruhigen), gut manipulierbare Urintests (um damit zu prahlen "Wir tun etwas", beim Pinkeln dreht sich das Personal allerdings schön um, damit man das Fremdurin ja nicht findet) .... ich könnte eine endlose Liste schreiben .... aber Sie wissen vermutlich, was ich alles meine!

Mein Sohn ist ein schlaues Kerlchen, dem ich trotz allem vertraue! Ich habe eine von der Schule inoffiziell geforderte Haaranalyse in letzter Sekunde abgebrochen, weil wir unserem Kind glauben! Uns ist es an dieser Stelle wichtiger gewesen, IHM das Vertrauen zu zeigen, als der Schule einen (Unschulds-)Beweis vorzulegen. Wir haben ihn in den letzten Monaten sehr oft über die Hausärztin testen lassen (Urinprobe/Labor) und er war immer sauber. Seine schulischen Leistungen sind hervorragend. Er hat die 10. Klasse als Jahrgangsbester abgeschlossen und ist direkt in die 12. Klasse (Q1/Q2) gegangen. Nun steht nur noch Q3 und Q4 an ... Wo, das wissen wir noch nicht! Wir werden einen Weg finden! Vielleicht haben Sie ja einen Rat für uns?!?

Wichtiger ist für mich jetzt allerdings, wie ich anderen Eltern von unseren Erfahrungen berichten kann. Wie kann ich andere Eltern warnen? Ich kann es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, alles das für mich zu behalten und habe beschlossen, diese angsteinflößenden Umstände öffentlich zu machen. Ich kann es noch immer nicht glauben, dass ich einer solchen Einrichtung das wichtigste anvertraut habe, was es für mich gibt auf der Welt .... mein Kind!

Würde mich wirklich sehr freuen, von Ihnen zu hören!

Mit freundlichen Grüßen
***

 
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