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schlechte Noten
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Noten anfechten: So geht’s!

Brennpunkt Schule

Immer wieder kommt es vor, dass Eltern von einer schlechten Note überrascht werden und den Lehrer um Erklärung bitten. Falls dieser sich nicht kooperativ zeigt, schalten heute immer mehr Eltern einen Anwalt ein. Ist dieser Weg erfolgversprechend? Lesen Sie hier, welche Möglichkeiten Eltern haben, sich gegen schlechte Noten zu wehren. 

Expertenrat von 
Annette Holl, Grundschullehrerin

Wie kommen die Noten eigentlich zustande?

Frau Meister ist sauer: Ihre Tochter Nina hat im letzten halben Jahr in Mathematik nur dreimal ihre Hausaufgaben vergessen und ansonsten ausschließlich gute Noten geschrieben. Nun hat sie eine Drei im Zeugnis! Auf Nachfrage erklärt der Lehrer ihrer Tochter, dass diese Note durchaus gerechtfertigt ist. 
Auch wenn Frau Meister sich verständlicherweise darüber ärgert: So etwas ist erlaubt! Denn die Zeugnisnoten eines Kindes ergeben sich nicht allein durch die geschriebenen KlassenarbeitenHinzu kommen die praktischen Leistungen (z. B. ein Projekt oder eine Buchvorstellung) und die mündliche Mitarbeit. Eventuell gibt der Lehrer Ihres Kindes auch Noten für die Heftführung oder für Hausaufgaben, die auch in die Gesamtnote einfließen. Beachtenswert ist außerdem die unterschiedliche Gewichtung der schriftlichen und mündlichen Leistungen. In Deutsch und Mathematik zählen die schriftlichen zu den  anderen Leistungen meist 70:30. In Fächern, in denen nur wenige Klassenarbeiten geschrieben werden (z. B. Musik oder Sachunterricht), kann es ein Verhältnis von 60:40 oder sogar 50:50 sein.
Der Lehrer muss außerdem nicht zwingend die Durchschnittsnote vergeben, die sich aus dem mathematischen Mittel der Einzelleistungen ergibt (Beschluss des Braunschweiger Landgerichts von 2010); er hat einen Ermessensspielraum. Wenn sich also die Leistungen Ihres Kindes zum Schuljahresende hin stetig verschlechtert haben oder es große Lücken im Grundwissen hat, kann er aus pädagogischen Gründen die schlechtere Note geben. Allerdings muss der Lehrer eindeutig begründen können, warum er so vorgegangen ist.

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