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Sitzenbleiben ist keine Schande

Sitzenbleiben: Was Sie jetzt noch tun können

Keine Versetzung: Was tun nach dem Sitzenbleiben?

Rund 250.000 Schülerinnen und Schüler schafften 2006 die Versetzung nicht. Das Sitzenbleiben betrifft am häufigsten männliche Real- oder Gymnasialschüler zwischen der 7. und 9. Klasse. Falls auch Ihr Kind ein schlechtes Schulzeugnis hat oder vom Sitzenbleiben betroffen ist, haben wir hier wichtige Informationen für Sie zusammengestellt. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Schulpolitisch betrachtet, ist es nach wie vor sehr umstritten, ob das Sitzenbleiben dem betroffenen Schulkind eher schadet oder nutzt. Je nachdem, wer zu diesem Thema befragt wird, werden die positiven und auch die negativen Auswirkungen nach dem Sitzenbleiben hervorgehoben. Falls Ihr Kind in diesem Jahr die Versetzung nicht erreicht hat und sich auf das Sitzenbleiben einstellen muss, sollten Sie das letztlich mit Gelassenheit betrachten. Anstatt sich über die schlechte Benotung und das schlechte Schulzeugnis, den mangelnden Lerneifer Ihres Kindes oder die Ungerechtigkeit der Lehrkräfte zu ärgern und sich damit die Sommerferien zu vergiften, ist es besser, das nächste Schuljahr nach dem Sitzenbleiben positiv anzugehen. Sitzenbleiben ist keine Schande und verhilft Ihrem Kind mit großer Wahrscheinlichkeit im nächsten Schuljahr zur besseren Benotung.

Sitzenbleiben: Das braucht Ihr Kind jetzt

Den Klassenkameraden gegenüber hat es ein Kind, das die Versetzung nicht geschafft hat, nicht immer einfach. Das nächste Jahr wird es in einer neuen Klassengemeinschaft, mit neuen Lehrern und altem Lernstoff verbringen müssen. Für das Selbstbewusstsein Ihres Kindes ist das Sitzenbleiben eine schwierige Prüfung und die Unterstützung durch die eigene Familie daher sehr wichtig. Um diese schwierige Situation zu entschärfen, empfehle ich Ihnen ein 3-Punkte-Programm, das auch der Verein „Aktion Humane Schule e.V.“, der sich unter anderem für ein angstfreies und kindgerechtes Lernumfeld einsetzt, bevorzugt.

  • Machen Sie Ihrem Kind keine Vorwürfe, sondern vermitteln Sie ihm Sicherheit und Geborgenheit in dieser schwierigen Situation. Sprechen Sie mit ihm über seine Gefühle und Ängste. Viele Kinder machen sich große Gedanken darüber, wie das Schuljahr nach dem Sitzenbleiben in einer neuen Klasse als „Sitzenbleiber“ aussehen könnte. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass das Nicht-Schaffen der Versetzung keine Schande ist, sondern bei vielen erfolgreichen und berühmten „Promis“ durchaus zum Lebenslauf gehört: Harald Schmidt, Edmund Stoiber, Edelgard Buhlmann (immerhin heute Bundesbildungsministerin), Mehmet Scholl, Thomas Mann, Heinz Sielmann, Jürgen Fliege, Peer Steinbrück etc., sie alle waren betroffen vom Sitzenbleiben.
  • Damit sich die unerfreuliche Situation nicht wiederholt, ist es sinnvoll, sich beim Klassenlehrer über die Ursachen des Sitzenbleibens gründlich zu informieren. Sprechen Sie auch mit Ihrem Kind darüber, warum es das Klassenziel nicht erreicht hat und ein schlechtes Schulzeugnis hatte. Falls mangelnder Leistungswille, Desinteresse oder Überforderung die Hauptursachen für die schlechte Benotung sind, sollten Sie an Stelle der Klassenwiederholung über einen Schulwechsel nachdenken.
  • Für Ihr Kind ist es sehr hilfreich, wenn Sie gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten suchen, um das nächste Schuljahr besser zu bewältigen. Je nach Ursache könnte beispielsweise ein Kurs über Lerntechniken oder eine Hausaufgabengruppe hilfreich sein, um eine bessere Benotung zu erreichen und das Sitzenbleiben zu vermeiden.

Zugang verschlossen nach schlechtem Schulzeugnis bzw. Sitzenbleiben?

Falls Ihr Kind sich mitten in der Pubertät befindet, könnte es schon mal schwierig werden, mit ihm ruhig über das Sitzenbleiben und die Versetzung sowie über die Ursachen und Folgen zu sprechen. Schon der ganz normale Alltag mit einem pubertierenden Jugendlichen erfordert viel Fingerspitzengefühl, Geduld und Einfühlungsvermögen. In dieser Zeit problematische Entwicklungen anzusprechen, ist meist sehr kompliziert. In solchen Situationen ist es durchaus ratsam, Fachleute hinzuzuziehen.

Mein Tipp

Eine gute Möglichkeit bietet seit fünf Jahren das pädagogisch betreute „Elterntelefon“. Hier können Väter und Mütter anrufen, die nicht mehr weiterwissen und sich beraten lassen möchten (Elterntelefon: 0800/1110550 oder http://www.elterntelefon.org).

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