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Männer im Kreissaal: Wirklich eine Unterstützung bei der Geburt?

Wenn der Papa bei der Geburt dabei ist

Der Vater im Kreißsaal. Was früher undenkbar war, hat sich seit den 1980er Jahren immer mehr durchgesetzt. Heute ist es für viele Väter gar keine Frage mehr, denn von Anfang an scheint festzustehen, dass der Platz des werdenden Vaters bei der Geburt seines Kindes an der Seite seiner Partnerin im Kreißsaal ist.  

Expertenrat von 
Ingrid Neufeld, Erzieherin

Trotzdem stellt sich die Frage, ob Männer bei der Geburt wirklich eine Unterstützung sein können, oder ob sie den Geburtsvorgang gar hemmen und behindern.

Vorteile, wenn der Vater bei der Geburt dabei ist:

Wenn Frauen eine Begleitung dabei haben, wirkt sich das aus auf den Geburtsverlauf bezüglich der Dauer, oder auch hinsichtlich der Notwendigkeit für eine Saugglocke, oder gar einen Kaiserschnitt und letztlich auch auf das zufriedene Erlebnis eines Geburtsvorgangs. Allerdings spielt es nach dieser Erhebung aus dem Jahr 2002 keine Rolle, ob diese Begleitung der Vater, oder eine andere Person war.

Männer können demnach unterstützend für die Geburt sein. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie einen Geburtsvorbereitungskurs absolviert haben und ihnen klar ist, dass sie bei der Geburt nichts leisten und managen können. Allein durch die Anwesenheit kann ein werdender Vater für die Partnerin eine große Unterstützung sein. Wichtig ist für die Frau, dass ihr Mann dabeisitzt und ihr bei den Wehen den Rücken massiert und sie bei der richtigen Atmung unterstützt.

Wenn er es schafft, sie abzulenken und zu motivieren, tut er viel für die bevorstehende Geburt. In den Wehenpausen kann der werdende Vater mit seiner Frau auf dem Klinik-Gang spazieren gehen. So fühlt sich die Frau nicht so hilflos und hat jemanden, der sich um sie kümmert, falls die Geburt plötzlich doch schneller als erwartet vonstattengehen sollte. Vor allem, wenn die Fruchtblase platzt, sollte die Frau schnell in den Kreißsaal gebracht werden. Der Vater steht also hier für Erste-Hilfe-Maßnahmen zur Verfügung.

Ein Mann, der seiner Frau Mut zuspricht und ihre Hand hält, kann seiner Partnerin viel Kraft geben. Der werdenden Mutter tut das gut, wenn sie fühlt, dass sie nicht alles alleine durchstehen muss. Der Mann kann ihr zwar nicht die Schmerzen abnehmen, aber er kann mitfühlen und dadurch die Schmerzen mit ihr teilen. Das Sprichwort „Geteiltes Leid ist halbes Leid“, bekommt hier eine nachvollziehbare Bedeutung.

Nach dem Geburtsvorgang darf der werdende Vater das Neugeborene baden und es der Mutter in den Arm legen. Dieser Augenblick entschädigt den Vater für die schrecklichen Augenblicke der Geburt.

Wann sollte ein Vater auf gar keinen Fall bei der Geburt dabei sein:

Wenn Männer unsicher sind, selber kein Blut sehen können und dazu neigen, dass sie Ungeduld und Hektik verbreiten.

Wenn der Vater nur bei der Geburt dabei sein will, weil der Freundeskreis das von einem jungen und fortschrittlichen Mann heutzutage erwartet. Weil er sich selbst als starken Helden sieht und weil er von seinen Erfahrungen berichten will, wie von einem Kriegserlebnis. Das sind keine guten Voraussetzungen, um der Partnerin den richtigen Beistand zu leisten.

Väter, die sich mit einem Stapel Zeitschriften auf einem Stuhl niederlassen und gar nicht mehr mitkriegen, dass ihre Partnerin starke Schmerzen hat, sind keine gute Hilfe. Wer sich für die Aktienkurse mehr interessiert, als für die bevorstehende Geburt, sollte diese lieber zu Hause lesen und die Partnerin das Kind in Ruhe zur Welt bringen lassen.

Väter, die keinen Geburtsvorbereitungskurs besucht haben, sind oft zu schlecht auf die Situation vorbereitet. Sie sind häufig mit der Situation überfordert. Männer, die anfangen planlos herumzurennen, oder gar den Ärzten und dem Pflegepersonal Anweisungen zu geben, („Tun Sie doch etwas, meine Frau hat Schmerzen“), behindern den Geburtsablauf und stören das Geschehen.

Wenn Sie als Vater vor der Entscheidung stehen, ob Sie die Geburt miterleben möchten, oder nicht, dann beantworten Sie diese Frage ehrlich. Denn so können Sie eine eventuell später daraus entstehende Ehekrise schon im Vorfeld verhindern. Väter können in den Kreißsaal – sie müssen nicht!

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