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Künstliche Befruchtung

Künstliche Befruchtung und Hormonbehandlung

Wenn es mit dem Schwangerwerden auf natürlichem Weg nicht klappt

Etwa jedes siebte Paar in Deutschland bleibt kinderlos, obwohl sich beide Partner sehnlichst ein Baby wünschen. Die moderne Reproduktionsmedizin kann Hilfestellung geben. Hier ein kleiner Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung: 

Expertenrat von 

Insemination

Der männliche Samen wird zum Zeitpunkt des Eisprungs in die Gebärmutter, seltener in den Eileiter der Frau eingebracht. Die Insemination ist geeignet, wenn die Spermienzahl im Ejakulat zu gering ist oder die Spermien zu unbeweglich sind. Das Ejakulat wird vor der künstlichen Befruchtung speziell aufbereitet (unter anderem konzentriert). Nach ein bis mehreren Versuchen klappt es bei 10 bis maximal 30 Prozent der Paare mit der Elternschaft. Die Belastung für die Frau ist bei der Insemination geringer als bei anderen Verfahren, obwohl auch hier häufig eine Hormonbehandlung durchgeführt wird. Sie unterstützt die Eizellreifung, kann aber dazu führen, dass mehrere Eizellen gleichzeitig reifen und Zwillinge oder Drillinge entstehen.

Eine Insemination kostet pro Versuch zwischen 200 bis 1.000 € (je nachdem, ob mit oder ohne Hormonstimulation). Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen unter bestimmten Voraussetzungen für bis zu drei Versuche mit hormoneller Stimulation (bzw. acht Versuche ohne hormonelle Stimulation) 50 Prozent der Kosten.

In-vitro-Fertilisation (IVF)

Hier erfolgt die Befruchtung außerhalb des Körpers. Dieses Verfahren ist aufwändig, zeitintensiv und vor allem für die Frau belastend. Denn damit mehrere Eizellen heranreifen und die Chance auf eine Schwangerschaft steigt, ist grundsätzlich eine Hormonstimulation erforderlich. Dafür muss sich die Frau täglich selbst Hormonspritzen unter die Haut verabreichen. Etwa um den 12. Zyklustag löst der Arzt mit einem anderen Hormon den Eisprung aus. Die reifen Eizellen werden mit einer feinen Nadel direkt aus dem Eierstock entnommen und im Reagenzglas mit den aufbereiteten Samenzellen des Partners zusammengebracht.

Nach etwa 24 Stunden im Brutschrank kann man mikroskopisch feststellen, ob die Eizellen befruchtet sind. Die Embryonen mit der höchsten Erfolgswahrscheinlichkeit werden nach zwei bis fünf Tagen in die Gebärmutter eingebracht. Etwa zwei Wochen später zeigt eine Untersuchung des Hormonspiegels, ob es mit der Schwangerschaft geklappt hat. Nach weiteren zwei Wochen kann man im Ultraschall sehen, ob der Embryo lebt.

Die IVF kommt in Frage, wenn die Eileiter nicht durchgängig sind oder die Frau Antikörper gegen die Spermien bildet, beziehungsweise nach erfolgloser Insemination bei reduzierter Zeugungskraft des Mannes. Durchschnittlich werden nach einem IVF-Zyklus 20 bis 25 Prozent der Frauen schwanger, aber nur in 11 bis 13 Prozent klappt es auch mit einem Baby. Die Kosten einer IVF liegen bei 3.000 bis 5.000 €, auch hier werden von den gesetzlichen Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen 50 Prozent der Kosten für bis zu drei Versuche übernommen.

Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Hier wird ein einzelnes Spermium unter einem speziellen Mikroskop mit einer dünnen Pipette direkt in die Eizelle gebracht. Ansonsten unterscheidet sich die ICSI nicht von der herkömmlichen IVF. Dieses Verfahren ist die geeignete Methode, wenn die Spermien die Hülle der Eizelle nicht durchdringen können, weil diese entweder zu dick ist (häufig bei Frauen über 35) oder die Spermienqualität für die Befruchtung im Reagenzglas nicht ausreicht. Die Erfolgschancen einer ICSI betragen etwa 30 Prozent. Die Kosten betragen ab 3.500 € aufwärts und werden wie bei der IVF zu 50 Prozent unter bestimmten Bedingungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach den Voraussetzungen.

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