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Welches Spielzeug für welches Alter? – Womit Sie Ihr Kind altersgemäß am besten fördern

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Welches Spielzeug für welches Alter? – Womit Sie Ihr Kind altersgemäß am besten fördern

» Spielen mit Kindern

Baby mit Spielzeug

Das Angebot im Spielwarengeschäft ist schier unbegrenzt. Doch was ist sinnvoll – und ab welchem Alter? Kann das richtige Spielzeug auch ganz gezielt bestimmte Fertigkeiten fördern? Unsere große Übersichtstabelle verrät es Ihnen. Plus: Checkliste, wie Sie empfehlenswertes Spielzeug erkennen.

Kleine Kinder spielen, wenn man sie lässt, sieben bis neun Stunden am Tag. Und das ist auch gut so, denn Spielen ist äußerst wichtig für die Gehirnentwicklung. Dabei müssen es nicht unbedingt irgendwelche Förderspiele sein, die Ihr Kind klüger machen. Jede Art von Spiel ist dazu geeignet.

Spielen mit Kindern: Was lernt ein Kind beim Spielen?

Im ersten Lebensjahr stehen für ein Baby zunächst Hören und Sehen sowie der Tastsinn im Vordergrund. Auch die motorischen Fähigkeiten entwickeln sich rasant. Es lernt, Geräusche zu orten und selbst zu erzeugen, reagiert auf Musik und erkennt Bezugspersonen. Es fordert Aufmerksamkeit und Körperkontakt. Gegen Ende des ersten Lebensjahres übt es seine ersten Worte. Bei diesem „Lernpensum“ kann es z. B. durch Greifspielzeug oder ein Spielzeug zum Schieben (etwa Watschelente) unterstützt werden.

Im zweiten Lebensjahr beginnt es, Ursache und Wirkung zu begreifen, etwa dass der Klötzchenturm umfällt, wenn es unten ein Klötzchen herauszieht. Die Sprachentwicklung verläuft rasant und sollte unbedingt durch farbenfrohe Pappbilderbücher unterstützt werden. Auch die Motorik macht deutliche Fortschritte. Besonders günstig ist ein stabiles Wägelchen zum Schieben, das als Gehhilfe dient und außerdem zum Transport wichtiger Gegenstände geeignet ist.

Im Kindergarten- und Vorschulalter werden soziale Erfahrungen mit Gleichaltrigen immer wichtiger. Besonders beliebt sind daher Rollenspiele. Als Utensilien kann alles verwendet werden, was der Haushalt bietet, da die lebhafte kindliche Phantasie problemlos einen Kochlöffel zu einem Zauberschwert umfunktioniert. Rollenspiele fördern den sprachlichen Ausdruck. Das Kind lernt, sich in andere hineinzuversetzen und andere besser zu verstehen. Auch die Regulation positiver und negativer Gefühle sowie das Erkennen und Lösen kleiner sozialer Konflikte werden dadurch gefördert. Zur Förderung der Feinmotorik und Koordination sollten Kinder jetzt viel malen und kneten. Puzzles und erste Spiele regen das Denkvermögen an und erfordern Konzentration.

Konstruktionsspiele mit Bausteinen fördern Kreativität, Planungsfähigkeit und Problemlösungsstrategien. Baukästen mit Bauteilen, die eine unterschiedliche Anzahl von Löchern aufweisen, unterstützen die Entwicklung des Zahlenbegriffs. Natürlich werden dabei auch Aufmerksamkeit und Konzentration geschult.

Mein Tipp für „kostenloses“ Spielzeug

Kinder beschäftigen sich gerne mit alltäglichen Gegenständen wie Schlüsseln, Kochlöffeln, Töpfen, Bechern, Schachteln, Papier, Pappkartons, ausrangierter Kleidung, WC-Papierrollen (damit kann auch gut gebastelt werden). Ihr Kind sollte immer Zugang zu diesen „kostenlosen Spielzeugen“ haben!

Checkliste: Daran erkennen Sie gutes Spielzeug

Stellen Sie sich vor dem Kauf folgende Fragen

ja 

nein

Ist das Spielzeug sicher und birgt es keine Gesundheitsgefahren (Unfallgefahr, verschluckbare Kleinteile, Schadstoffe)?

Entspricht das Spielzeug dem Alter und den Interessen des Kindes?

Kommt das Kind alleine (ohne lange Erklärungen) damit zurecht und ist es leicht zu handhaben?

Ist das Spielzeug aus hygienischer Sicht sinnvoll (leicht zu reinigen - wichtig für Babyspielzeug!)?

Ist es haltbar bzw. kann es repariert werden?

Ist das Spielzeug vielseitig einsetzbar? Sind nicht nur vorgegebene Spielabläufe - wie meist bei batteriebetriebenem Spielzeug - möglich?

Ist das Spielzeug ausbaufähig? Können später weitere Komponenten dazugekauft werden?

Fördert es Phantasie, Kreativität und/oder Rollenspiele?

Regt es zu körperlicher Betätigung an oder lernt das Kind etwas dabei?

Lässt es sich mit bereits vorhandenem Spielzeug kombinieren?

Entspricht es dem Geschmack und den in der Familie herrschenden Werten?

Je mehr "ja"- Antworten, desto empfehlenswerter ist das Spielzeug!

Eine Kaufhilfe sind folgende Zeichen:

  • CE-Zeichen: Erklärung der Spielzeughersteller, dass das Spielzeug der Europäischen Richtlinie für Spielzeug entspricht, also z. B. keine scharfen Ecken und Kanten oder verschluckbare Kleinteile aufweist, nicht oder
    schwer entflammbar ist und bestimmte Schadstoffe nicht enthalten sind. Nachteil: Aussagen der Hersteller werden nicht von unabhängiger Stelle überprüft,Weichmacher in PVC-Spielsachen sind für Kinder über drei Jahren durchaus erlaubt!
  • GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit): erfüllt die Anforderungen des CEZeichens,zusätzlich entspricht es den strengeren deutschen Bestimmungen im Hinblick auf die Spielzeug-Sicherheit; Überprüfung durch unabhängige Stellen wie TÜV oder VDE (Verband Deutscher Elektrotechniker).
  • „spiel gut“-Zeichen: Spielzeug ist pädagogisch wertvoll, sicher, funktionsgerecht, in Material,Verarbeitung und Design gut, teilweise Berücksichtigung gesundheitlicher und ökologischer Aspekte (PVC jedoch nicht grundsätzlich untersagt!).Vergabe durch den unabhängigen Arbeitsausschuss Kinderspiel und Spielzeug e.V.; Spielzeug mit diesem
    Zeichen ist wirklich empfehlenswert!

 „Spielregeln“, die Eltern beim Spielen mit Kindern beachten sollten

  • Lassen Sie Ihr Kind ungestört spielen. Ständige Unterbrechungen verhindern, dass es lernt, sich zu konzentrieren!
  • Geben Sie Ihrem Kind ausreichend Zeit, sein Spiel zu beenden, wenn Unterbrechungen (z. B. zu den Mahlzeiten) nötig sind. Kündigen Sie diese rechtzeitig und eventuell wiederholt an.
  • Ihr Kind braucht einen Platz im Kinderzimmer oder im Wohnzimmer, wo es seine Konstruktionen und Bauwerke stehen lassen darf, um sie bewundern zu lassen oder später daran weiter zu bauen.
  • Ein überschaubares, aber abwechslungsreiches Angebot an Spielzeug ist wichtig, da Ihr Kind bei zu großer Auswahl das Interesse am Spiel verliert oder nicht lernt, sich länger mit einem Spielzeug zu beschäftigen. Bieten Sie Ihrem Kind in den ersten beiden Lebensjahren erst dann ein neues Spielzeug an, wenn es am Alten das Interesse verloren hat.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind mit seinem Spielzeug auch wirklich etwas anfangen kann. Spielsachen, für die es noch zu jung ist, überfordern es. Defektes Spielzeug sollten Sie aussortieren oder reparieren.
  • Bieten Sie Spielzeug aus verschiedenen Materialien, mit unterschiedlichen Farben, Formen und Oberflächen an. Nur Holzspielzeug ist genauso wenig empfehlenswert wie ausschließlich Plastiksachen!
  • Je einfacher ein Spielzeug gestaltet ist, um so mehr fördert es die Phantasie und Kreativität des Kindes. Hoch technisiertes Spielzeug ist zwar anfangs sehr begehrt, wird aber mangels unterschiedlicher Spielmöglichkeiten oft schnell langweilig.
  • Bieten Sie Ihrem Kind immer auch Spielzeug an, das für Kinder des anderen Geschlechts gedacht ist. Mädchen sollten auch Werkzeug oder Autos erhalten und Jungen selbstverständlich eine Puppe bekommen. Seien Sie aber nicht enttäuscht, wenn Ihr Sohn ganz eindeutig wilde, konkurrenz- und körperbetonte Spiele, Technik und Konstruktionen bevorzugt und Ihre Tochter soziale, auf Kooperation und Austausch gründende Spiele dem Baukasten vorzieht.
  • Zeigen Sie ehrliches Interesse am Spiel Ihres Kindes. Unaufmerksamkeit, wenn es etwas zeigen möchte, oder unangebrachte Begeisterungsstürme enttäuschen es, da es sich Bestätigung und ernst gemeintes Lob erhofft.
  • Helfen Sie Ihrem Kind anfangs beim Aufräumen, da es sonst schnell den Überblick verliert und sein Spiel durch zu großes Durcheinander beeinträchtigt wird. Verzichten Sie besser auf die große Kiste, in die alles unsortiert hineinkommt, zugunsten mehrerer Holzkisten, Schubladen oder Fächer, worin das Spielzeug richtig eingeordnet werden kann.
  • Bitte nehmen Sie Ihrem Kind keinesfalls als Strafe sein Spielzeug oder sein Lieblingsspieltier weg! Lässt es allerdings seine Spielsachen in der ganzen Wohnung liegen und kommt es der Forderung aufzuräumen nicht nach, können Sie – als logische Folge, nicht als Strafe! – ohne Schaden für Ihr Kind die liegen gebliebenen Sachen für einige Tage einsammeln und dann erst wieder herausgeben.
  • Zwingen Sie Ihr Kind nicht zu Spielen, die es nicht mag. Oft fehlt ihm dazu die Reife und es ist überfordert. Manchmal könnte Ihr Kind aber gerade dadurch neue Fähigkeiten entwickeln. Bieten Sie entsprechende Spiele einige Monate später wieder an.
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