Neugierige, interessierte Kinder brauchen prinzipiell keine besondere Förderung, um alle erforderlichen Fertigkeiten zu erwerben. Malen, basteln, bauen, auf dem Spielplatz toben, zusammen Bücher ansehen und vorlesen, Dreirad und Roller fahren sowie kleine Hilfsdienste im Haushalt reichen normalerweise vollkommen dazu aus. Doch was können Sie tun, wenn Ihr Kind nicht gerne bastelt und malt? Was ist, wenn Ihr Kind trotz altersgemäßer Förderung erkennbare Schwächen zeigt? Wie können Sie ihm helfen, ohne dass es in Zwang ausartet und Ihr Kind sich unzureichend vorkommt? Die folgenden Vorschläge werden sicher begeistert angenommen, und Ihr Kind wird nicht einmal merken, dass Sie mit ihm üben.
Turnspiele für Kinder ab einem Jahr fördern die Motorik
In den ersten Lebensjahren ist es sinnvoll, zunächst die Motorik zu fördern. Auch die Reaktionsschnelligkeit kann schon geübt werden.
„Hündchen, bring den Sack“, ist zur Förderung der Motorik sehr gut
Sie benötigen dazu ein Sandsäckchen. Ihr Kind ist nun ein kleiner Hund, der das Säckchen, das Sie als Frauchen möglichst weit werfen, sucht und wieder zurückbringt. Dabei krabbelt es auf vier „Pfoten“. Hat es das Säckchen aufgespürt, kann es sich den Sack auf den Kopf legen und damit zurückkrabbeln oder aber aufstehen und das Säckchen in der Hand zu Ihnen tragen. Vielleicht kann der kleine Hund beim Zurückkrabbeln auch unter einem Stuhl bzw. dem Tisch durchkriechen oder über das Sofa krabbeln?
Das Spiel „Feuer, Wasser, Blitz und Sturm“ ist für die Motorik Ihres Kindes ebenfalls zu empfehlen (ab zwei Jahren)
Dieses Spiel macht erst mit mehreren Kindern richtig Spaß, es kann zur Not aber auch mit nur einem Kind gespielt werden. Sie benötigen etwas Platz sowie einige standfeste Stühle und Hocker, mindestens jedoch so viele, wie Kinder mitspielen. Ideal wäre zusätzlich ein kleiner Tisch. Alle Kinder laufen um die Möbelstücke herum. Auf Ihren Zuruf sollen die Kinder bei
Wasser auf die Stühle klettern, um sich vor dem Hochwasser in Sicherheit zu bringen,
Feuer als Feuerwehr mit Tatü-Tata in die nächste Raumecke laufen,
Blitz in der Stellung wie versteinert stehen bleiben, in der sie sich gerade befunden haben,
Sturm unter den Tisch bzw. die Stühle kriechen, um dort Schutz zu suchen. Wenn Sie in die Hände klatschen, laufen alle Kinder bis zum nächsten Kommando weiter herum.
Bastelanleitung für ein Sandsäckchen
Sie benötigen:
- bunten Stoff (ideal: Plüschstoff, da weich und strapazierbar, rutscht nicht so leicht davon)
- Nähzeug, am besten auch eine Nähmaschine!
- Füllmaterial (geeignet: Sand, Reis- oder Getreidekörner, getrocknete Linsen oder Erbsen, saubere, völlig trockene Kirschkerne)
So wird’s gemacht:
Schneiden Sie aus dem Stoff ein Quadrat (16 x 16 cm), das Sie in der Mitte zusammenklappen und von links an den drei offenen Seiten zusammennähen. Alternativ können Sie auch zwei Rechtecke in verschiedenen Farben mit den Maßen 9 x 16 cm zuschneiden und von links zusammennähen. Lassen Sie jedoch in jedem Fall ein kleines Stück offen, sodass Sie das Säckchen auf rechts wenden und befüllen können. Danach das Säckchen mit der Hand zunähen. Sandsäckchen lassen sich vielfältig verwenden und sind auch zum Kneten und Formen ein schönes Tast-Spielzeug.
Hand-Spiele für Kinder ab einem Jahr sind für die Motorik, wie aber auch für die Hand-Augen Koordination Ihres Kindes gut
Alle hier vorgestellten Hand-Spiele fördern die Handgeschicklichkeit sowie die Hand-Auge- und Hand-Hand-Koordination. Außerdem sind für Kinder dieser Altersgruppe Fingerspiele in jeder Form zu empfehlen.
Die Riesenkette
Sie benötigen ein ca. 1 Meter langes Seil (möglichst nicht zu kratzig), leere Toilettenpapierrollen, kleinere Kartons und Schachteln (z. B. runde Käseschachteln) sowie Bierdeckel. In alles, was nicht ohnehin schon ein Loch in der Mitte hat, bohren bzw. schneiden Sie eines hinein. Nun kann Ihr Kind alle Gegenstände nach Lust und Laune auf das Seil fädeln und eine Riesenkette daraus machen. Lassen Sie Ihr Kind dabei bitte nie unbeaufsichtigt, damit es sich mit dem Seil nicht versehentlich stranguliert!
Das gefräßige Großmaul (ab zwei Jahren)
Sie benötigen einen Tennisball sowie einige Murmeln, Knöpfe oder Steine. Schneiden Sie in den Tennisball mit einem scharfen Messer einen Schlitz hinein. Zur Verzierung können Sie dem Tennisball oberhalb des Schlitzes (= Mund) noch Augen und eine Nase aufmalen. Ihr Kind kann nun den Ball in eine Hand nehmen und durch Drücken den Schlitz öffnen, während es mit der anderen Hand den „gefräßigen“ Ball mit Murmeln oder Steinen „füttert“.
Hand-Spiele für Kinder ab drei Jahren zur Festigung der Motorik, wie auch der Geschicklichkeit
Das Küchenbrett-Geschicklichkeitsspiel
Sie benötigen ein nicht zu großes Schneidbrett mit Saftrinne, also einer Vertiefung am Rand. Dieses Brett lässt sich prima zum Geschicklichkeitsspiel umfunktionieren. Geben Sie Ihrem Kind ein oder mehrere Murmeln, die Sie in die Rinne legen. Ihr Kind kann nun das Brett in beide Hände nehmen und durch Kippen des Brettes die Murmel/n in der Rille rund um das Brett kugeln lassen. Mit einem runden Brett geht es etwas leichter, bei einem eckigen Brett muss Ihr Kind rechtzeitig „bremsen“, damit die Murmeln nicht herauskullern.
Ringe werfen
Sie benötigen mehrere leere Plastikflaschen (z. B. PET Flaschen von Softgetränken oder Wasser), die Sie bis obenhin mit Wasser füllen, damit sie gut stehen sowie einige Einmachgummis (Weckringe). Stellen Sie die Flaschen in einer Linie oder als Figur (etwa Quadrat) auf. Ihr Kind soll sich dann – je nach Alter und Treffsicherheit – in ein bis zwei Metern Entfernung davon aufstellen und versuchen, die Weckgummis um die Flaschen zu werfen. Vielleicht spielen Sie mit und probieren aus, wer mit mehr Ringen trifft?








