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Familienurlaub aktiv: Radfahren und Wandern mit Kindern

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Familienurlaub aktiv: Radfahren und Wandern mit Kindern

» Ausflüge und Reisen mit Kindern

Zugegeben, große Touren sind mit auf Reisen mit kleinen Kindern nicht zu machen. Aber mit einer kindgerechten Route und genügend Pausen haben alle etwas vom Ausflug. Mit Tipps für mehr Abwechslung im Familienurlaub!

Klein- und Kindergartenkinder sind noch mit Begeisterung dabei, wenn es um Familienausflüge, Wanderungen oder auch Radtouren geht. Nutzen Sie diese Zeit, um Ihr Kind für solche Unternehmungen zu gewinnen, denn schon im Grundschulalter ziehen die Kids oft lange Gesichter, wenn sie das Wort Ausflug nur hören.

Wandern mit Kindern: Die Kleinsten sind am besten „huckepack“ unterwegs

Sobald Ihr Kind sicher sitzen kann (etwa ab zehn Monaten), darf es auf Wandertouren in der Rückentrage Platz nehmen. Allzu große Wanderungen sind jedoch noch nicht sinnvoll, da Ihr Kind alle 45 bis 60 Minuten eine Pause braucht, in der es sich bewegen kann. Bedenken Sie auch, dass Ihr Kind in der Kraxe der Sonne und dem Wind stark ausgesetzt ist! Touren mit einer Gehzeit über drei bis vier Stunden sind für Ihr Kind sicherlich noch zu lang.

Mein Tipp für Ausflüge und Reisen mit Kindern:

Sichern Sie sich beim Gehen mit der Rückentrage besonders ab, z. B. indem Sie Teleskopstöcke benutzen. Im Alter zwischen zwei und drei Jahren sollte die Kraxe als Transportmittel für Ihr Kind ausgedient haben, und ein neues Zeitalter des Wanderns bricht an.

Wandern mit Kindern im Familienurlaub: Geduld bitte!

Kleinere Kinder können sich für eine schöne Aussicht nicht begeistern und haben auch keinerlei sportlichen Ehrgeiz, ein bestimmtes Tagespensum zu bewältigen. Für sie gilt vielmehr: Der Weg ist das Ziel! Es gibt ja so viel zu bestaunen und zu entdecken. Deswegen sollten Sie viel Zeit einplanen, um z. B. die Umgebung zu erkunden, einen kleinen Abstecher in den nächsten Waldweg zu machen und ein wenig im Bach zu plantschen oder wenigstens Steine hineinzuwerfen. Erlauben Sie Ihrem Kind, mit allen Sinnen die Natur zu entdecken. Einen Zweig ertasten, das Plätschern des Baches hören, ein Krabbeltier über die Haut laufen lassen, Licht und Schatten fühlen, eine Blüte riechen: All das schult die Wahrnehmung. Hat Ihr Kind erst einmal erfahren, dass Sie ihm – sofern es gefahrlos möglich ist – freie Hand lassen und sich seinem Tempo anpassen, wird es Spaziergänge und Wanderungen nicht als öde, sondern als richtig interessant kennen lernen. Um Ihr Kind nicht zu überfordern, sollten Sie anfangs für eine Strecke von fünf Kilometern zu Fuß oder zehn Kilometern mit dem Fahrrad einen ganzen Tag einkalkulieren und mindestens zwei große sowie ein paar kleine Pausen einplanen. Mehr als vier Stunden reine Wander- oder Fahrzeit pro Tag sind Kindern unter sechs Jahren meist noch zu viel, selbst wenn Sie immer wieder rasten. Eine Faustregel zur Orientierung, wenn Sie einen Weg noch nicht kennen: Nehmen Sie die Zeiten in Wanderführern und an Wegweisern mal zwei, dann bekommen Sie die Geh-/Fahrzeit heraus, die Sie auch mit Kind schaffen. Bedenken Sie, dass Ihr Kind die Strecke vielleicht doppelt und dreifach zurücklegt, weil es immer wieder voraus- und wieder zurückläuft oder -fährt.

Mein Tipp für Ausflüge und Reisen mit Kindern:

Nutzen Sie den morgendlichen Tatendrang Ihres Kindes. Brechen Sie rechtzeitig auf und versuchen Sie bei einer geplanten Wanderung bis zur Mittagszeit bereits zwei Drittel der Strecke zurückzulegen.

Wandern mit Kindern auf kindgerechten Routen

Informieren Sie sich im vor der Reise in den Familienurlaub über die geplanten Wanderrouten. Wie ist die Strecke beschaffen? Geht es lange sehr steil bergauf? Für Kinder gibt es nichts Langweiligeres als  gut ausgebaute und steil ansteigende Forstwege. Geht es dagegen so richtig über Stock und Stein, sind die Kleinen oft kaum zu bremsen. Schließlich lässt sich hier am meisten entdecken! Sind Sie mit einem Kleinkind unterwegs, empfehlen sich Wege, die ausschließlich von Fußgängern/Wanderern genutzt werden. Sobald auch Radfahrer unterwegs sind, müssen Sie Ihr Kind viel stärker beaufsichtigen, damit es nicht in ein Fahrrad läuft. Leider nehmen nicht alle Radfahrer Rücksicht auf Kinder, die mal nach links und dann wieder nach rechts über den Weg flitzen! Sind Sie mit dem Fahrrad unterwegs, sollten Sie die Strecke so auswählen, dass Sie viel befahrene Straßen meiden. Nehmen Sie für eine sichere Route (z. B. Radwege) lieber einen kleinen Umweg in Kauf. Ungünstig ist auch eine sehr hügelige Strecke, denn wenn es häufig und/oder steil bergauf geht, verlieren kleine Radler schnell die Lust. Planen Sie die Strecke so, dass es kindgemäße Attraktionen gibt. Die Aussicht auf einen Spielplatz, Versteckspielen im Wald oder einen See bzw. Teich beflügelt kleine Wanderer ungemein.

Mein Tipp für Ausflüge und Reisen mit Kindern:

Besonders kindgerecht sind Märchenwanderwege und Walderlebnispfade. Um solche speziellen Wege in Ihrer Umgebung zu finden, genügt es meist, ein wenig zu googeln. Geben Sie z. B. den Begriff „Märchenwanderweg“ oder „Walderlebnispfade“ und Ihr Bundesland bzw. das für den Familienurlaub geplante Reiseziel ein.

Die richtige Ausrüstung ist das A und O für das Wandern mit Kindern

Damit Ihr Kind gut ankommt, sollte es passend angezogen sein. Es braucht festes Schuhwerk, das auf Bergwanderungen unbedingt knöchelhoch sein sollte. Wanderschuhe sollten bequem sitzen, eine Profilsohle haben und schon gut eingelaufen sein. Neue Schuhe sollte Ihr Kind schon mehrmals auf kürzeren Strecken angehabt haben! Weil Kinder schneller frieren und schwitzen als Erwachsene, empfiehlt sich der „Zwiebel-Look“, also mehrere dünne Schichten Kleidung, die bei Bedarf an- oder ausgezogen werden können. Denken Sie unbedingt an den Sonnenschutz und an eine Regenjacke, denn speziell bei Bergwanderungen kann das Wetter schnell umschlagen. Für einen „kühlen Kopf“ sollte Ihr Kind eine Kappe oder einen Hut tragen, und zum Schutz der Augen braucht es eine Sonnenbrille. Beim Radfahren darf natürlich der Helm nicht fehlen! Cremen Sie Ihr Kind schon zu Hause mit Sonnenschutzmittel (mindestens Lichtschutzfaktor 25) ein und tragen Sie es je nach Bedarf unterwegs erneut auf.
Denken Sie an Ersatzkleidung zum Wechseln! Wie schnell sind die Kleinen in eine Pfütze gefallen und für den Rest der Wanderung patschnass. Kinder sind auch immer in Bewegung und kommen so kräftig ins Schwitzen. Haben Sie dann keine trockene Kleidung zum Wechseln dabei, erkältet sich Ihr Kind bei abnehmender Temperatur oder bei Wind schnell.

Ausflüge und Reisen mit Kindern: Das muss in den Rucksack!

Ein schwerer Rucksack kann einem das Wandern vermiesen, doch das Folgende brauchen Sie unbedingt:

  • ausreichend Getränke: für jeden Mitwanderer zwischen einem und zwei Litern pro Tag; am besten Wasser, Saftschorlen oder auch Tee; unterwegs sind leichte Plastikflaschen von Vorteil
  • Verpflegung: Auch wenn Sie kein Picknick geplant haben, sollten Sie für unterwegs eine Kleinigkeit zu essen dabei haben (Äpfel, Müsliriegel oder Ähnliches), denn Kinder haben ja oft dann den größten Hunger, wenn weit und breit kein Kiosk oder Wirtshaus in Sicht ist.
  • Papiertaschentücher: vielseitig verwendbar als Serviette, zum Abwischen von Händen oder Po
  • Notfallausrüstung: Pflaster, eventuell homöopathische Notfallapotheke oder zumindest Arnica D12 oder D6
  • Wander- oder Radkarte: ratsam auf längeren Touren oder in unbekanntem Gelände
  • Handy: falls Sie unterwegs Hilfe brauchen
  • Ersatzkleidung, bei Bedarf Wickelutensilien auf Radtoren: Luftpumpe, Flickzeug für das Fahrrad

Mein Tipp für Ausflüge und Reisen mit Kindern:

Falls Ihr Kind auch einen Rucksack tragen will, darf dieser nicht mehr wiegen als 10 Prozent seines Körpergewichtes. Oft müssen Sie den Kinderrucksack aber ohnehin nach ein paar hundert Metern selber tragen.

Wandern mit Kindern: Sicherheit geht vor!

Beim Wandern gelten folgende Regeln:

  • Der Schwächste, in diesem Fall das jüngste Kind, macht das Tempo, bestimmt den Schwierigkeitsgrad der Strecke und gibt die Pausen vor.
  • Dicht beieinander bleiben. Nur wenn das Gelände gut überschaubar und ungefährlich ist, darf Ihr Kind weiter vorauslaufen.
  • Bergauf sollte Ihr Kind vorangehen und das Tempo vorgeben. Außerdem können Sie es so auffangen, wenn es stolpert.
  • Bergab geht besser ein Erwachsener voraus. So können Sie verhindern, dass Ihr Kind ins Tal rennt, was oft zu Stürzen führt sowie Wirbelsäule und Beingelenke stark belastet.
  • Beim Radfahren sind Kinder in der Mitte zwischen Mutter und Vater am sichersten aufgehoben, insbesondere auf Strecken mit Autoverkehr.
  • Wird es gefährlich, weil der Weg z. B. steil, unübersichtlich oder sehr schmal ist, nehmen Sie Ihr Kind an die Hand. Beim Radfahren steigen Sie zum Überqueren viel befahrener Straßen besser ab.
  •  Auch wenn es Ihren Nachwuchs vielleicht nervt: Bei allem, was Sie Ihrem Kind zur Sicherheit sagen, müssen Sie bedenken, dass die Kleinen das oft schnell wieder vergessen. Wiederholen Sie wichtige Anweisungen lieber immer wieder einmal.
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