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Oma ist tot! Wie erzählt man es dem Kind?

von: Kathrin Hochmuth

20.06.11

Wie bringt man einem Kind bei, dass ein geliebter Mensch gestorben ist. Eine Bezugsperson ist plötzlich weg. Sagt man einfach die Wahrheit, ummantelt das Ganze in einem schönen Schein, oder erzählt man, sie ist eingeschlafen?

Liebe wissbegiere Eltern,

das Thema Sterben ist allgegenwärtig. Der Tod gehört zum Leben dazu, wie die Geburt!

Aber wie bringt man einem kleinen Kind den Tod bei?
Sagt man, dass z. B. die Oma einfach eingeschlafen ist? Sehr tief eingeschlafen und wacht nicht wieder auf? Dann denke ich aber, könnten die Kleinen Angst vor dem schlafen gehen haben. Welches Kind will schon einschlafen und befürchten, nicht wieder aufzuwachen?

Oder sagt man, dass die Person nun im Himmel ist, auf einen herab sieht und sie immer auf das Kind aufpasst? "Oma wird immer in Deinem Herzen sein und in der Nacht kann man sie sehen und ihr winken, weil sie jetzt ein heller leuchtender Stern ist".

Die dritte Version, man sagt die "Wahrheit". Das Herz hat aufgehört zu schlagen. Die Oma war schon sehr alt und krank. Es war ein Unfall...

Was denkt Ihr? Wie bringt Ihr Euren Kleinsten bei, dass eine geliebte Person gestorben und für immer weg ist?

Liebe Grüße sendet


Kathrin und Celina

 

Die neuesten Kommentare zum Artikel "Oma ist tot! Wie erzählt man es dem Kind?":

Anzeige: 1 - 2 von 2.
eine-lady schreibt am Dienstag, 21.06.11 22:54:

schöner als umbre11a könnte ich es nicht ausdrücken.zum leben gehört das sterben und sicher ist eine endgültiger abschied immer schmerzhaft.doch denken wir an die schöne zeit zurück die wir verbringen durften dann muss man froh sein die gehabt zu haben denn viele haben die nicht.auch kinder verstehen das.

umbre11a schreibt am Dienstag, 21.06.11 15:19:

Ich finde, da das Sterben ein Teil unserer Existenz ist und wir keinen Einfluß auf das "Wann" haben, sollte man mit seinen Kindern ehrlich mit dem Thema umgehen. Wichtig ist einzig, dass die Kinder merken, dass man authentisch ist, also auch selbst fühlt, was man sagt. Deshalb sind stereotype Tipps hier sicher fehl am Platz. Ich habe das Thema anhand kleiner Tiere, die auch kleine Kinder ja manchmal sterben sehen, schon früh eingeführt und auch meine, durch den christlichen Glauben bestimmte Vorstellungen mit einfließen lassen. Dass alles stirbt und dann wieder Neues daraus wächst, dass der Körper irgendwann einfach nicht mehr funktioniert, weil er "alt" oder "beschädigt" ist und die Seele dann darin nicht mehr wohnen kann. Laut unserer Vorstellung lebt in jedem ein "kleiner Seelenvogel", und wenn seine Behausung (der Körper) zu alt oder kaputt ist, dann fliegt der unsichbare Seelenvogel zurück (zu Gott). Von dort kam er und dorthin geht er zurück, weshalb der Tod eigentlich nur eine Veränderung darstellt. Aber diese Vorstellung ist eine sehr persönliche Sache und deshalb tut man gut daran, seine eigene Vorstellung zu transportieren, denn alles andere ist unglaubwürdig. Kinder wollen ernst genommen und nicht belogen werden. Und ein verdruckstes Verhalten, weil man etwas zurückhält, hat eine viel schlimmere Wirkung auf die Kleinen. Denn sie spüren viel mehr, als wir glauben.
Ein Abschied ist immer schmerzvoll und ich finde, dass Kinder auch ruhig mitbekommen können, dass man darüber trauert, dass die Oma nun "weg" ist. Aber man kann gemeinsame Rituale finden, wie man sie immer im Herzen behält, ihr einen Brief schreiben, ein Bild malen, immer an sie denken, wenn eine bestimmte Blume auftaucht, die die Oma mochte. Wenn man diese Rituale dann pflegt, hält man die Verbindung zu dem geliebten Menschen aufrecht und das Gefühl, im Herzen immer wieder Nähe zu schaffen zu dem Verstorbenen überwiegt die Trauer. Mit dem Kind spezielle Rituale zu finden, hilft auch, dass das Kind aktiv lernt, mit Verlust umzugehen und hilft auch den Eltern.

 
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