Bühnenreif?

25.02.09

Wissen Sie, warum meine Tochter letztes Jahr von ihrem neuen Notenständer so begeistert war? Sie erklärte es mir: „Da kann ich mir jetzt viel besser vorstellen, dass dahinter Leute sitzen und mir zuhören!“ Etwas vortragen fand sie schon immer toll.

So hat sie z. B. im zarten Alter von zwei Jahren, als sie mit Oma und Opa auf dem hiesigen Fischerfest war, begeistert das Podium erklommen und den anwesenden Gästen „Alle meine Entchen“ vorgesungen (mit Mikrofon!). Natürlich gab es damals gebührenden Applaus (ich war leider nicht dabei!). Vielleicht war das der Grundstein für ihre weitere „Bühnenkarriere“.

Als sie dann Blockflöte lernte, gab es von der Musikschule Vorspielabende, an denen alle Schüler etwas zum Besten gaben. Obwohl Martin sein Flöten-Vorspielstück genauso gut konnte wie Hanna und beide entsprechenden Applaus bekamen, hat ihm die Sache sichtlich weniger Spaß gemacht als ihr.

Seit die beiden im Schulchor sind, hat Hanna sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit gemeldet, wenn die Lehrerin fragte, ob nicht jemand sein Instrument mitbringen oder bei einem Auftritt etwas vorspielen wolle. So kam es, dass ich mit Hanna 2007 geschlagene sechs Wochen lang das Lied „Meine kleine Laterne leuchtet schön“ für den Martinsumzug geübt habe. Sie wollte es unbedingt vorspielen, doch leider enthielt das Lied einige Töne, die sie im Flötenunterricht noch gar nicht gelernt hatte. Zu meinem großen Erstaunen machte sie jeden Tag ohne Murren mit. Ich hatte befürchtet, dass sie spätestens nach zwei Wochen täglichen Übens des immergleichen Stücks irgendwann keine Lust mehr haben würde. Martin hatte meine Einladungen, doch auch mitzuspielen, immer wieder dankend abgelehnt.

Seit September spielt Hanna nun Querflöte und stellt sich dabei (meiner Meinung nach, aber ich bin natürlich nicht ganz objektiv) sehr geschickt an. Die Querflöte ist gar nicht so einfach zu spielen – ich bekomme trotz vieler Versuche keinen vernünftigen Ton heraus, obwohl Hanna es mir immer wieder gezeigt hat. Ich bestärke sie oft darin, dass sie mit der Querflöte etwas „ganz Besonderes“ ist und etwas kann, was keinem sonst in der Familie gelingt: dem Instrument Töne zu entlocken.

Ihr Flötenlehrer hat, denke ich, auch erkannt, dass sie etwas Talent mitbringt und fordert sie entsprechend. Sie bekommt (meiner Meinung nach und im Vergleich zu Martin, der Keyboard spielt) eher viel zum Üben zuhause auf und auch Stücke, die es in sich haben. Da bleibt es nicht aus, dass Hanna öfter mal keine Lust hat oder lieber etwas anderes täte. Sie schwankt zwischen den Extremen „Kann ich schon!“ und „Schaff ich nicht!“ – beides Zustände, die aus ihrer Sicht weiteres Üben überflüssig machen. Ich bin gerade dabei, ihr noch eine dritte Sichtweise der Dinge schmackhaft zu machen: „Ist ganz schön schwer. Aber das lern ich noch. Muss ich halt noch üben!“

Damit sie lieber übt, spiele ich oft auf der Blockflöte mit. Das hat den Vorteil, dass ich auch was dabei lerne (ich kann nämlich gar nicht Flöte spielen und habe es mir nur so nebenbei mit den Kindern angeeignet), aber den Nachteil, dass Hanna inzwischen ohne meine Begleitung gar nicht mehr spielen „kann“. Okay, zweistimmig klingt es auch viel schöner. Aber letztens bin ich echt an meine Grenzen gestoßen, als sie das Gis, das Cis und das Dis gelernt hat. Da hätte ich mir auf der Blockflöte beim Wechsel zwischen Fis und Gis fast die Finger verknotet… Schließlich musste ich erst mal in der Grifftabelle nachsehen, wie man diese Töne auf der Blockflöte überhaupt spielt.

Jetzt übt Hanna gerade das hohe D, das geht auf der Blockflöte glücklicherweise ganz einfach! Und wenn sie mal wieder ein besonders großes „Motivationsloch“ hat, greife ich zu einem Trick: Dann üben wir eines der Stücke zweistimmig ein und spielen es abends als kleinen „Auftritt“ dem Papa vor. Das hat bisher noch immer funktioniert!

 

Die neuesten Kommentare zu diesem Artikel:

Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel!
Lernen und Fördern mit Spaß
Die besten Tipps für die Gesundheit und Erziehung Ihres Kindes:
  • Wie Sie Infekte, Kinderkrankheiten und Beschwerden natürlich, sanft und wirksam behandeln
  • Wie Sie das Immunsystem Ihres Kindes in Bestform bringen
  • Reden Sie mit Ihrem Kind - aber richtig! Welche Worte im Alltag kleine Wunder bewirken
  • Grenzen setzen - warum das schon bei Kleinkindern so wichtig ist
  • ... und vieles mehr!
Jetzt GRATIS testen

Bitte nehmen Sie mich 30 Tage lang kostenlos in diesen umfassenden Beratungsservice auf. Wenn ich Ihnen innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt der ersten Test-Ausgabe keine gegenteilige Mitteilung mache, möchte ich "Gesundheit und Erziehung für mein Kind" regelmäßig erhalten und nutzen. Bei Bankeinzug erhalte ich 30% Rabatt auf die ersten 8 Ausgaben und zahle dann nur 6,86 Euro statt regulär 9,80 Euro pro Ausgabe. Pro Jahr erscheinen 12 Ausgaben sowie 4 Spezialreports zu Schwerpunktthemen. Den Bezug kann ich jederzeit beenden. Eine kurze schriftliche Mitteilung genügt. 

Anrede: *
 
Vorname: *
Nachname: *
Straße und Hausnr.: *
Postleitzahl: *
Stadt: *
Land: *
E-Mail-Adresse: *
Ggf. nach dem Testzeitraum anfallende Beträge zahle ich per:
Kreditinstitut: *
Bankleitzahl: *
Kontonummer: *

Sie können diese Einwilligung jederzeit durch eine formlose Nachricht widerrufen.

meine Adresse für zukünftige Anforderungen merken
KG5968
Datenschutz
SSLDieses Formular wird über eine gesicherte SSL-Verbindung übertragen.
GRATIS: "So entdecken und fördern Sie die Talente Ihres Kindes" und "Erste HIlfe bei Klassenarbeiten"
t
t

Erziehungstipps per E-Mai

Über welche Themen möchten Sie von uns regelmäßig und gratis informiert werden?
Datenschutz-Hinweis
An diese E-Mail-Adresse senden wir Ihren Newsletter.
Wir geben Ihre E-Mail-Adresse niemals an Dritte weiter.
Sie können sich jederzeit über einen Link abmelden.

Elternwissen.kompakt

Ihr medizinisch-pädagogisch kompetenter Ratgeber zu Gesundheits- und Erziehungsthemen!


Elternwissen.Lerntipps

Pisa war gestern - Ab jetzt blüht Ihr Kind in der Schule richtig auf!