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Die Rache des Hefeteigs

20.01.09

Teig gerührt wird bei uns nicht etwa samstags, um am Sonntag einen Kuchen zu haben. Nein, bei uns ist das eine der beliebtesten Sonntagsbeschäftigungen. Es geht dabei nämlich gar nicht um das fertige Endprodukt, sondern um den Teig an sich.

Am Sonntag nach dem Spaziergang machte ich meinen Kindern die Freude und stellte einen Hefeteig her. Das hatte ich jetzt schon länger nicht mehr gemacht (schließlich mussten ja erst mal die Plätzchen verputzt werden!), sodass Hanna und Martin mir immer wieder in den Ohren lagen, dass sie doch Teig zum Kneten haben möchten.

Ich verrate Ihnen gerne mein Lieblings-Hefeteig-Rezept, das genau die richtige Menge für einen Blechkuchen abgibt und beim Kneten überhaupt nicht klebt.

Zutaten:
125 ml (1/8 l) Milch
75 g Butter
1 Ei
375 g Mehl
1 Packung Trockenhefe
1 Prise Salz
75 g Zucker

Zubereitung:
Milch und Butter in einen Topf geben und auf dem Herd erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Alternativ kann man das auch in der Mikrowelle machen. Dann in das warme (nicht zu heiße!) Milch-Butter-Gemisch das Ei einrühren – so kann das Ei ruhig aus dem Kühlschrank sein, ohne dass die Hefe gleich „beleidigt“ reagiert.

Alle restlichen Zutaten in einer großen Schüssel (vorzugsweise einer Tupperschüssel mit Deckel) verrühren, Milch-Butter-Ei-Mischung dazugießen und mit den Knethaken des Handrührgerätes etwa 5 Minuten lang gut verkneten, bis kein Teig mehr an der Schüssel kleben bleibt.

Zum Gehenlassen mag es der Teig warm und damit er schneller aufgeht, stelle ich ihn meist in das auf 50 Grad vorgeheizte und wieder ausgeschaltete Backrohr. Man kann die mit dem Deckel gut verschlossene Tupperschüssel auch in warmes Wasser stellen (ca. 40 Grad). Wenn der Teig auf die doppelte Größe aufgegangen ist, ist er fertig zur Weiterverwendung. Er reicht entweder für einen Blechkuchen, aber auch für einen Fladen oder Zopf oder auch mehrere Kleinteile – und natürlich für meine Kinder. (Backzeit für einen Blechkuchen oder Fladen bei 160 bis 180 Grad im vorgeheizten Umluftofen ca. 40 Minuten, Kleinteile entsprechend kürzer)

Vielleicht werden Sie jetzt einwenden, dass der Teig ein Ei enthält und daher eine gewisse Salmonellengefahr besteht, wenn Kinder damit spielen und kneten. Da wir nur Bio-Eier verwenden, die nachweislich seltener mit Salmonellen belastet sind, und außerdem die Eier grundsätzlich kühlen, mache ich mir da keine großen Sorgen. Einem Kleinkind unter drei Jahren würde ich vorsichtshalber aber nur einen eifreien Teig geben.

Nun, Martin und Hanna hatten ganz unterschiedliche Vorstellungen, was aus dem Teig werden soll. Martin holte sich ein Brettchen, den kleinen Teigroller (zum Ausrollen von Teig in der Kuchenform) und ein Messer. Geduldig rollte er den Hefeteig portionsweise auf dem Brettchen aus und schnitt ihn dann mit dem Messer in kleine Quadrate. Diese setzte er auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und machte sozusagen kleine „Teig-Pralinen“. Die waren schon nach 5 Minuten im Ofen fertig und schmeckten sehr lecker – war ja auch mal was anderes. Ich wäre, ehrlich gesagt, auf so eine Idee gar nicht gekommen.

Hanna knetete ihren Teig immer wieder durch, konnte sich aber nicht dazu entschließen, etwas daraus zu backen. Und irgendwann hatte sie den ganzen rohen Teigknödel (etwa faustgroß) aufgegessen gehabt, obwohl wir ihr immer wieder sagen, dass roher Hefeteig zu Beschwerden führen kann! Doch die Rache des Hefeteigs folgte prompt: Gegen 23 Uhr wachte sie auf und musste erbrechen. Da wollte der Teig wieder heraus… Danach ging es ihr glücklicherweise sofort wieder gut, aber ich konnte mir nicht verkneifen zu sagen: „Weißt du, nächstes Mal isst du den rohen Teig nicht mehr, sondern backst auch was daraus so wie Martin.“ Da nicke sie und ich bin mir sicher, dass sie ihre Lektion nun gelernt hat. Zehn Minuten später war sie bereits wieder eingeschlafen.

 

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