
„Du bist sooo gemein!“
21.05.09
Es ging mal wieder um die Hausaufgaben – also unser „Lieblingsthema“! Nachdem Hanna und Martin ihre Deutschhausaufgabe erledigt hatten, wäre eigentlich noch Mathe dran gewesen. Das waren 60 Rechnungen aus dem Buch, die man also vorher auch noch ins Heft abschreiben muss. Und diese 60 Rechnungen türmten sich vor meinen beiden wie ein Berg – so hoch, dass ihre Motivation gleich unten schon schlappmachte.
Zugegeben, 60 Rechnungen sind nicht gerade wenig, aber sie sind auch erst bis Montag auf. Da können sich´s die Kinder einteilen. Trotzdem hätte ich es gerne gesehen, dass Hanna und Martin zumindest schon einmal damit anfangen, damit der „Berg“ zumindest ein wenig kleiner wird. Denn es kostet sie genauso viel Überwindung, heute oder am Freitag oder gar am Wochenende selbst die 60 Rechnungen zu machen.
Also versuchte ich meine Kinder zu überreden, zumindest 20 Rechnungen gleich zu machen. Da brach Martin weinend zusammen: „Alle dürfen sich die Hausaufgaben einteilen und später machen! Nur wir müssen sie gleich heute machen!“ Er war ganz und gar untröstlich ob meiner „Gemeinheit“, obwohl ich ja noch nicht einmal verlangt hatte, dass die Rechnungen am Mittwoch schon fertig werden müssen. Und ich kenne das schon, wie das am Wochenende abläuft: Da haben beide Kinder nämlich immer so viel anderes zu tun, dass für Mathe sowieso keine Zeit ist… Und ich „darf“ sie dann immer wieder erinnern, dass da noch Rechnungen warten, auf die sowieso keiner Lust hat.
Als ich noch anmerkte, dass die gleichen Regeln gelten wie immer (Fernsehen erst dann, wenn die Hausaufgabe komplett fertig ist), brach auch Hanna in ein „Du bist echt gemein!“ aus. Hieße das doch im schlimmsten Fall, auch Freitag- oder Samstagabend nicht gucken zu können, wenn die Hausaufgabe nicht erledigt ist! Wären Sie auch so „gemein“ zu Ihrem Kind gewesen? Konsequent sein macht manchmal wirklich keinen Spaß, aber es geht eben nicht anders…
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"Wenn du deine Hausaufgaben erledigt hast, darfst du ja sofort dieses und jenes machen." Und nach dem Spielen würde ich die Kinder fragen: "Bist du jetzt nicht auch froh, dass du jetzt keine Hausaufgaben mehr machen musst?" oder in diesem Fall aufgeteilt auf drei Tage: "....dass du jetzt nur noch ein paar Aufgaben zu rechnen hast?"
Ohhh, wie gemein! Ja, entgegen meines Nicknamens (Engelmutter) höre ich das nicht nur von meinen eigen Kindern sondern auch von meinen Tageskindern (Schulkinder!). SO ist das Leben! Aber es gibt auch mal den Komentar: "Mein Lehrer hat mich für ... gelobt!" und dann weiss ich das sich das "gemein-sein" gelohnt hat!
Oh, ja, das kenn ich. Allerdings nicht als Mutter (meiner ist erst 5), aber als selbst betroffenes Kind.
Heute, als Erwachsene, bin ich meiner Mutter genau dafür - wofür ich sie als Kind sooo gemein fand - außerordentlich dankbar. Es hat mich befähigt, jedem Arbeitsanfall nicht nur Stand zu halten, sondern auch problemlos "Herr" zu werden. Ich kann nur jedem raten, sozusagen perspektivisch konsequent zu bleiben.