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Hanna im SPZ

13.05.09

SPZ – was ist das denn, werden Sie sich jetzt vielleicht fragen. Hinter diesem geheimnisvollen Kürzel verbirgt sich ein Sozialpädiatrisches Zentrum. Und was das nun wieder ist, werde ich Ihnen gleich verraten.

Bei meinen Kindern ist das SPZ absolut beliebt, weil es da so tolle Spielsachen gibt, z. B. ein Bällchenbad und ganz viele wunderschöne Geschicklichkeitsspiele, die Koordination und Feinmotorik trainieren. Aber das ist natürlich nicht Sinn und Zweck eines SPZ! Ich bin inzwischen mit beiden Kindern zur weiterführenden Diagnostik dort gewesen.

Mit Martin, als er fünf Jahre alt war, und mir damals Koordinationsprobleme, feinmotorische Schwächen und schlechte Balance aufgefallen sind. Und mit Hanna war ich erst am Montag dort, da bei ihr, wie ich schon berichtete, eine Rechtschreibstörung festgestellt wurde. Um einen Nachteilsausgleich in der Schule zu bekommen, muss die Legasthenie ganz offiziell diagnostiziert werden. Das heißt, es müssen andere Erkrankungen und Störungen, die ebenfalls die Rechtschreibleistung beeinträchtigen können, ausgeschlossen sein. Deswegen benötigten wir noch ein EEG (Hirnstromkurve), eine kinderneurologische und kinderpsychiatrische Untersuchung. Das alles wurde nun im SPZ gemacht.

Sozialpädiatrische Zentren sind meist an Kinderkliniken angeschlossen. Dort werden Kinder ambulant (auf Überweisung durch den Kinderarzt) untersucht und behandelt. Schwerpunkt sind Krankheiten, die Entwicklungsstörungen, Behinderungen, Verhaltensauffälligkeiten oder seelische Störungen mit sich bringen oder bringen können. Dazu gehören

  • neuropädiatrische Krankheiten wie z. B. allgemeine Entwicklungsstörungen, Lähmungen und andere Bewegungsstörungen, Epilepsien, chronische Kopfschmerzen, Muskelerkrankungen, offener Rücken (Spina bifida)
  • psychologische Störungsbilder wie z. B. Verhaltensauffälligkeiten im Säuglings- und Kleinkindalter (Schlafprobleme, Fütterstörungen, Schreibabys), Hyperaktivität, Störungen des Sozialverhaltens, psychosomatische Symptome
  • umschriebene Entwicklungsstörungen wie z. B. Teilleistungsstörungen (Rechtschreib- oder Rechenschwäche), Folgen anderer chronischer Erkrankungen, Langzeitbegleitung nach Früh- bzw. Risikogeburten


Im SPZ gibt es ein ganzes Team von Therapeuten – und das ist die große Stärke dieser Einrichtungen! Neben Kinderärzten und Psychologen stehen dort zur Diagnostik und Therapie z. B. Ergotherapeuten, Logopäden, Krankengymnasten und Heilpädagogen zur Verfügung.

Wenn verunsicherte Eltern besorgt sind (und oft sind sie es nicht ohne Grund!), ob sich ihr Kind normal entwickelt, oder wenn es ausgeprägte Probleme im Alltag mit dem Schlafen oder Füttern gibt, empfehle ich Rat suchenden Müttern und Vätern immer, zuerst mit dem Kinderarzt zu sprechen und diesen eventuell auch um eine Abklärung im nächstgelegenen SPZ zu bitten. Leider wissen viel zu wenige Eltern über diese Möglichkeit Bescheid!



 

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Die neuesten Kommentare zum Artikel "Hanna im SPZ":

Anzeige: 1 - 1 von 1.
ROSE schreibt am Mittwoch, 20.05.09 08:32:

Ich selbst kann nur Positives sagen zu den SPZ-Einrichtungen. Ich bin mit meinem Sohn (jetzt 8 Jahre alt) im Vorschulalter für 1 Jahr dort bei einer Heilpädagögin und bei einer Verhaltstherapeutin in Behandlung gewesen. Es hat uns sehr viel im Ergebnis gebracht. Ich bin sehr froh, daß wir diesen Weg gegangen sind, und vor allem, daß wir das alles im Vorschulalter getan haben. Nach Beginn der Schule wären für viele Therapien nicht mehr so viel Zeit gewesen, wie im Vorschulalter. Ich kann es allen Eltern nur empfehlen, sich im nächsten SPZ zu erkundigen und dort vorzusprechen. Viele Eltern sind der Meinung, daß dort nur "Nervenärzte" arbeiten und "mein Kind ist ja nicht verrückt, deshalb brauchen wir da nicht hinzugehen". Das ist nämlich völliger Quatsch. Ich kann aus eigener Erfahrung Frau Schmelz auch beipflichten und allen ratlosen Eltern empfehlen, diese SPZ-Einrichtungen zu nutzen.

 
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