Lesemarathon

16.12.08

Immer wieder wird beklagt, dass unsere Kinder heute lieber vor der Glotze sitzen als sich mit einem Buch zu beschäftigen. Aber es geht auch anders!

In der PISA-Studie von 2000 (und bestätigt durch die Ergebnisse späterer Jahre) zeigte sich, dass deutsche Kinder mit ihrer Lesekompetenz grade mal so im europäischen Durchschnitt liegen. Und fast ein Viertel der getesteten Jugendlichen konnte nur auf einem „elementaren Niveau“ lesen.

Deswegen finde ich die Bemühungen zur Leseförderung an unserer Grundschule wirklich gut. In Martins und Hannas Klasse fährt die Lehrerin zweigleisig. Es gibt eine feste Lesehausaufgabe von 5-mal 10 Minuten Lesen pro Woche, was wir Eltern durch unsere Unterschrift bestätigen müssen – denn auf freiwilliger Basis (für den Lesepass) haben gerade diejenigen Kinder, die es am nötigsten hätten, nicht genug gelesen. Und zusätzlich gibt es einen Lesepass, für den die Kinder zusätzlich freiwillig lesen können. Pro 10 Minuten Lesen (was gelesen wird, steht den Kindern frei – Hauptsache, es macht ihnen Spaß!) gibt es von den Eltern eine Unterschrift. Für 5 Unterschriften gibt es von der Lehrerin eine Perle für den „Lesewurm“.

Jedes Kind, das zusätzlich lesen möchte, bekommt so einen Lesewurm. Dieser hängt im Klassenzimmer an der Wand und besteht aus einer Schnur, auf die die „erlesenen“ Perlen aufgefädelt werden. Und pro Monat bekommen diejenigen drei Kinder, die den längsten Lesewurm haben, ein kleines Geschenk.

Zusätzlich geht die Klassenlehrerin von Martin und Hanna jeden Monat einmal mit der Klasse in die Bücherei und jedes Kind darf sich ein Buch ausleihen. Martin hatte sich im November einen ganz dicken „Schinken“ mit 344 Seiten ausgeliehen – eigentlich ein Buch für Kinder ab 10 Jahren, aber da er ein sehr eifriger Leser ist, erlaubte ihm die Lehrerin, sich so etwas auszuleihen.

Das Buch („Tom O´Donnell – Feuer in Atlantis“ von Marco Sonnleitner) war offenbar recht spannend, den Martin las fleißig darin. Trotzdem war er gestern erst auf Seite 280 und muss es doch morgen in die Schule mitnehmen, um es wieder abzugeben. Also las er gestern volle zwei Stunden und heute noch einmal. Dann kam er ganz erledigt zu mir und meinte: „Ich kann jetzt einfach nicht mehr lesen, aber morgen muss ich es abgeben und ich hätte so gerne gewusst, wie es ausgeht.“

Also las ich ihm die noch fehlenden Seiten von 317 bis 344 vor – meine Stimme war danach ein wenig lädiert… Aber meinem Sohn die Lesefreude erhalten zu haben, war es mir wert! Das Vorlesen war für beide Kinder (auch Hanna gesellte sich bald hinzu) so interessant, dass sie gerne auf ihr abendliches Fernsehprogramm verzichteten, nur um das Ende der Geschichte zu hören. Da soll noch einer sagen, dass Kinder sich nicht für Bücher begeistern können und sich lieber vom Fernsehen berieseln lassen!

Noch ein kleiner Nachsatz: Bücher wie „Tom O´Donnell“, die speziell für Jungen oder gleichermaßen für beide Geschlechter spannend sind, sind besonders wichtig, denn gerade Jungen sind „Lesemuffel“. Daraus ergibt sich die nächste Hürde für Jungen: Die meisten Verlage bringen pro Jahr deutlich mehr Bücher für Mädchen heraus als für Jungen! Und das Vorlesen ist auch ein recht „weiblicher“ Job (vorwiegend Mütter oder Erzieherinnen im Kindergarten!). Deshalb mein Aufruf an alle engagierten Papas: Lesen Sie Ihren Kindern – Mädchen wie Jungen – mehr vor!

 

Die neuesten Kommentare zu diesem Artikel:

Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel!
Lernen und Fördern mit Spaß
Die besten Tipps für die Gesundheit und Erziehung Ihres Kindes:
  • Wie Sie Infekte, Kinderkrankheiten und Beschwerden natürlich, sanft und wirksam behandeln
  • Wie Sie das Immunsystem Ihres Kindes in Bestform bringen
  • Reden Sie mit Ihrem Kind - aber richtig! Welche Worte im Alltag kleine Wunder bewirken
  • Grenzen setzen - warum das schon bei Kleinkindern so wichtig ist
  • ... und vieles mehr!
Jetzt GRATIS testen

Bitte nehmen Sie mich 30 Tage lang kostenlos in diesen umfassenden Beratungsservice auf. Wenn ich Ihnen innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt der ersten Test-Ausgabe keine gegenteilige Mitteilung mache, möchte ich "Gesundheit und Erziehung für mein Kind" regelmäßig erhalten und nutzen. Ich erhalte 30% Kennenlern-Rabatt in den ersten 6 Monaten und bezahle für die ersten 6 Ausgaben nur je 8,33 CHF. Ab der siebten Ausgabe beträgt mein Beitrag dann 11,90 CHF pro Ausgabe. Pro Jahr erscheinen 12 Ausgaben sowie 4 Spezialreports zu Schwerpunkthemen. Den Bezug kann ich jederzeit beenden. Eine kurze schriftliche Mitteilung genügt.

Anrede: *
 
Vorname: *
Nachname: *
Straße und Hausnr.: *
Postleitzahl: *
Stadt: *
Land: *
E-Mail-Adresse: *
Ggf. nach dem Testzeitraum anfallende Beträge zahle ich per:
Kreditinstitut: *
Bankleitzahl: *
Kontonummer: *

Sie können diese Einwilligung jederzeit durch eine formlose Nachricht widerrufen.

meine Adresse für zukünftige Anforderungen merken
KGC0006
Datenschutz
SSLDieses Formular wird über eine gesicherte SSL-Verbindung übertragen.
GRATIS: "So entdecken und fördern Sie die Talente Ihres Kindes" und "Erste HIlfe bei Klassenarbeiten"
t
t

Erziehungstipps per E-Mai

Über welche Themen möchten Sie von uns regelmäßig und gratis informiert werden?
Datenschutz-Hinweis
An diese E-Mail-Adresse senden wir Ihren Newsletter.
Wir geben Ihre E-Mail-Adresse niemals an Dritte weiter.
Sie können sich jederzeit über einen Link abmelden.

Elternwissen.kompakt

Ihr medizinisch-pädagogisch kompetenter Ratgeber zu Gesundheits- und Erziehungsthemen!


Elternwissen.Lerntipps

Pisa war gestern - Ab jetzt blüht Ihr Kind in der Schule richtig auf!