
Lauflernhilfen für Kinder? – ab wann oder gar nicht?
22.06.11
Liebe Eltern, man nennt sie Gehfrei oder Babywalker, Lauflernwagen oder Lauflernhilfen: es sind bunte Gestelle auf Rädern, teilweise sogar mit angebauter Spielkonsole, in die man Kinder hineinsetzen kann, damit diese so "einfacher" das Laufen lernen sollen.
Aber ab wann kann man diese "Lauflernhilfen" benutzen, oder sollte man es gar nicht tun?
Nun ja, wenn es nach der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“ (BAG) und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJD) geht, ist die Frage mit einem klaren "Nein, niemals benutzen" zu beantworten.
Der Verbandschef Hartmann sagte mit Nachdruck, dass alle Lauflernhilfen den Kindern keineswegs helfen früher zu laufen. "Kinder lernen laufen, wenn dies ihrer individuellen Entwicklung entspricht. Lauflernhilfen sind also völlig überflüssig". Hartmann weiter: "Auch wenn durch die neuen Vorschriften das Umkippen der Geräte erschwert wird - ausschließen können sie es nicht. Und die größten Gefahren, nämlich Verbrühungen, Verbrennungen und Treppenstürze werden auch durch größere Stabilität nicht abgewendet".
Es gibt Unmengen von Testberichten über diese Gefährte und irgendetwas muss da ja auch dran sein. Fakt ist jedenfalls, wir Erwachsene (sprich wir Eltern, Aufsichtspersonen, Omas & Opas) unterschätzen sehr schnell die neuen Möglichkeiten der Kleinen. Sie haben einen erweiterten Aktionsradius und somit entstehen neue, schwerwiegendere Gefahrenquellen.
Wenn man nun alle Faktoren zusammenzählt, braucht man sich laut BVKJD die Frage "Lauflernhilfen für Kinder – ja oder nein?" überhaupt nicht erst zu stellen!
1) Schäden an der Wirbelsäule
2) die altersgerechte motorische Entwicklung ist stark gefährdet
3) Unfälle wie Verbrühungen, Verbrennungen und/oder Treppenstürze
Kann man allerdings eine solche Frage überhaupt mit einem klaren "Ja" oder "Nein" beantworten? Oder sollte man berücksichtigen, ab wann man ein Kleinkind in ein solches Gerät setzt und wenn ja, wie lange?
Unsere Bewegungstherapeutin gab uns den Rat, unsere Tochter wenn, dann nur und ausschließlich in ein Gehfrei zu setzen, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:
1) das Kind kann richtig krabbeln, sollte es dies noch nicht können, so wäre die neue Freiheit die das Gehfrei bietet inklusive der neuen Perspektive viel interessanter als das Krabbeln an sich. Und das Krabbeln würde wahrscheinlich als zu "langweilig" angesehen und niemals erlernt. Motorische Defizite sind vorprogrammiert!!
2) Das Kind sollte an der Hand laufen können. Das heißt, den Fuß richtig abrollen. Setzt man das Kind ohne diese Fähigkeit in ein Gehfrei, so bewegt es sich permanent nur auf den Fußspitzen vorwärts. Haltungsschäden können die Folge sein!!
3) Die Zeit die das Kind im Gehfrei verbringt sollte - selbst unter Berücksichtigung der beiden oberen Kriterien - so kurz wie möglich gehalten werden!
Liebe Eltern, wenn Ihr Euch dazu entscheidet eine Lauflernhilfe für Eure Kinder zu nutzen, dann seid Euch bitte im Klaren, dass ein Gehfrei kein Abstellgleis ist. Das Laufen schmackhaft machen, aber die Zeit so kurz wie möglich halten!
Wie sind Eure Meinungen zu diesem umstrittenen Thema?
Liebe Grüße sendet Euch
Kathrin mit Celina
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Absolut! Laufen lernen alle Kinder, wenn alles in Ordnung ist. Und wenn nicht, dann benötigen sie professionelle Hilfe durch Mediziner und Physiotherapeuten und KEINE Lauflernhilfe aus dem Katalog!
Ich finde die "Dinger" SOFORT verboten. Keiner benötigt sie und dennoch stehen sie immer noch im Babymarkt und viele unwissende Eltern kaufen diese - ich finde es absolut NICHT gut!