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Museum muss nicht langweilig sein

06.01.10

Noch sind Weihnachtsferien, aber morgen geht die Schule wieder los. Deshalb nutzten wir den gestrigen Tag nach all den vielen verplanten Feiertagen zu einem Besuch in unserem Lieblingsmuseum, dem „Haus der Natur“ in Salzburg.

Dieses Naturkundemuseum, das inzwischen aber auch Themenbereiche aus Wissenschaft und Technik umfasst, wurde im letzten Jahr umgebaut und deutlich erweitert und wir waren seit der Wiedereröffnung im Juni 2009 noch nicht dort gewesen. Deswegen waren vor allem Martin und Hanna sehr neugierig, was es nun alles Neues gibt.

Wir hatten alle großen Spaß in den neuen Räumen des „Science Centers“, denn dort konnte man ganz Vieles ausprobieren. Es gab z. B. eine „Druckluftrakete“, einen Versuchsaufbau, in den man eine leere Plastikflasche einlegen konnte, die auf eine Düse rutschte, und dann musste man fleißig Luft pumpen, um Druck aufzubauen. Auf Knopfdruck wurde die Luft durch die Düse freigesetzt und die Flasche schoss in hohem Bogen wie eine Rakete in einen Auffangkorb.

Toll war auch die riesige „Wasserlandschaft“ mit verschiedenen Versuchsanordnungen, wo man selbst Wasser hochpumpen und damit kleine Lasten heben oder Turbinen antreiben konnte. Besonders fasziniert hat mich persönlich eine übermannshohe „Kugelbahn“ (bestimmt drei Meter hoch und auf einer Grundfläche von mehreren Quadratmetern!). Wenn man mit einem Spiegel Licht auf Solarmodule lenkte, setzte sich der Aufzug in Bewegung, der tennisballgroße Kugeln nach oben beförderte. Die kullerten dann durch Kreisel und Serpentinen wieder zurück in einen Auffangbehälter, von wo aus sie wieder zum Aufzug rollten…

Es gab ein Fahrrad, auf das man sich setzen und treten konnte. Parallel dazu saß in einer Vitrine daneben ein menschliches Skelett, ebenfalls auf einem Fahrrad, das genau dieselben Bewegungen ausführte wie man selbst.

Im Bereich „Energie“ konnte man selbst durch Drehen von zwei Handkurbeln Strom erzeugen und damit ein Radio, einen Ventilator, Glühbirnen und sogar einen Mixer (mit immerhin 75 Watt) betreiben. Hanna und Martin kurbelten ganz feste und probierten immer wieder aufs Neue, wie viele Geräte sie gleichzeitig anschalten konnten.

Besonders faszinierend für die Kinder war eine hydraulische Hebebühne, die man selbst bedienen und mit der man in einem Korb hoch und runter, hin und her fahren konnte. Das fand natürlich vor allem Martin toll. Es gab aber auch viele Stationen, an denen man sich aus eigener Muskelkraft bewegen musste, z. B. beim Balancieren, beim Wettrudern oder auch probeweise in einem Rollstuhl einen kleinen Parcours durchfahren musste. Da konnte man am eigenen Leib erfahren, wie mühsam für einen „Rolli-Fahrer“ Stufen und Schwellen zu bewältigen sind und wie unpraktisch Türen sind, die sich nach innen öffnen.

Ich kann Ihnen gar nicht alles aufzählen, was es dort an interessanten interaktiven Versuchsanordnungen gab. Nach zwei Stunden hatten wir alle neuen Räume intensiv ausgekostet und statteten dann, wie bei jedem Aufenthalt im „Haus der Natur“, dem sehenswerten Aquarium und dem Reptilienzoo, der Dino- und der Weltraumhalle noch einen Besuch ab. Nach insgesamt drei Stunden taten uns allen die Füße weh und so beendeten wir unseren Besuch, obwohl wir natürlich längst nicht in jedem Stockwerk gewesen waren.

Wenn Sie mal nach Salzburg kommen und dann vielleicht das Wetter nicht so freundlich ist, kann ich Ihnen das „Haus der Natur“ für die ganze Familie nur wärmstens empfehlen.
 

 

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