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Tobsuchtsanfall im Großhandel

von: Kathrin Hochmuth

12.10.11

Wir hatten zum ersten Mal eine Tobsuchtsanfall. Davon kann wohl so gut wie jede Mutter und jeder Vater ein Liedchen singen. Celina ist jetz 13 Monate alt - mein Lied beginnt...

Oje liebe Eltern,

jetzt ist es bei uns auch schon soweit - Celina bekommt im Großhandel einen Tobsuchtsanfall.
Ich habe Sie auf dem Arm und spaziere mit Ihr durch die Regale. Man darf den Kinderwagen nicht mit hinein nehmen und einen Einkaufswagen mit Kindersitz gibt es dort nicht. Als sie runter will, bekomm ich schon das Grauen, überall stehen bunte Weihnachtsdekorationen, riesige Schneemänner mit LED-Lichtern und generell ist in einem Großhandel alles GROß! :)
Anfänglich war es noch ganz lustig, sie tippelte mit ihren knapp 74cm die Gänge entlang und machte lustige Geräusche. Aber als sie an die Spielsachen kam (von denen sie selbst auch einige hat), war es aus mit Lachen...

Celina wollte jedes Stofftier haben, jedes Spielzeug und jedes Buch. Das der größte und kuscheligste Teddy seinen Platz gaaanz unten im Regal hat, hat schon seinen Sinn. Kinder greifen sich dieses Plüschi und wollen es nicht mehr hergeben. Celina entdecke einen übergroßen WEIßEN Eisbären und zerrte ihn - an ihre Wange gedrückt - über den Boden. Ich wollte ihn schnell wegnehmen, damit er nicht schwarz wird, da fing sie an zu toben und schreien! Was soll ich tun, ich kauf das Tierchen sicherlich nicht, weil sie es dreckig gemacht hat - dreckige Sachen will ich ja auch nicht haben... Ich nahm ihn ihr weg und legte ihn zurück. Mit ausgestreckter Hand sowie wildem und lautstarken gestikulieren wollte sie mir sagen "DAS will ich haben!". Ich versuchte sie ein wenig zu zügeln, zeigte auf verschiedene Tierfiguren und fragte nach dem Geräusch des Tieres. Muuuuuuh macht die Kuh, Määääääh die Ziege und hier war auch noch eine Katze, sie macht Miiiiaaaaauuuuuu.
Die Aufmerksamkeitsspanne von 2 Minuten war schnell vorbei und sie wollte wieder runter. Als sie die Riesenpackung Konfetti in die Hand bekam wurde ich wirklich schnell. Wenn sie die aufreißt... :)

Auch diese musste ich ihr natürlich wegnehmen. Sie legte sich, NEIN sie schmiß sich (mit ihren zarten 13 Monaten) auf den Boden,  schrie wie am Spieß und drückte Kullertränchen aus dem Auge. Man könnte meinen, ihre Finger wurden in eine Tür eingeklemmt, so laut und herzzerreißend weinte sie.

Wie reagiert Ihr? Redet Ihr ruhig mit dem Kind? Geht Ihr weg, so dass die Wirkung des Schreiens verfliegt? Hochnehmen und beruhigen?
Was macht man am Besten mit einem kreischenden, am Boden liegenden Kind?

Auf Eure Antworten freue ich mich.

Liebe Grüße sendet

Kathrin mit Celina

 

Die neuesten Kommentare zum Artikel "Tobsuchtsanfall im Großhandel":

Anzeige: 1 - 2 von 2.
Verena&Mia schreibt am Mittwoch, 19.10.11 09:57:

Kenn ich so gar nicht, liegt vielleicht daran das Mia immer an der Hand bleibt und ich mir mit ihr alles ganz genau anschaue, ihr die Sachen erkläre, und ihr auch sage das wir es dann wieder wegstellen müssen, also meine Maus is total entspannt wenn wir einkaufen gehen, kann da also nicht wirklich mitreden;)

umbre11a schreibt am Mittwoch, 12.10.11 09:35:

Liebe Kathrin,

ja, solche Situationen kennen alle Eltern. Ich glaube, dass es Sinn macht, solche Sitationen zu meiden, wenn es denn möglich ist, also z.B. eine Freundin zu bitten, eine halbe Stunde auf den kleinen Quirl aufzupassen, oder Großeltern oder wen auch immer. Ich denke, es ist Quatsch zu sagen, dass ein Kind das eben lernen muss, in so einer Situation nicht alles haben zu wollen, denn das übersteigt einfach die Möglichkeiten der Kinder. Das ist doch im Supermarkt und Großhandel ganz bewußt eine auf Reizüberflutung angelegte Einkaufsituation. Selbst Studien dazu können belegen, dass eine vernünftige Kaufentscheidung bei zuviel Angebot auch für einen Erwachsenen gar nicht mehr möglich ist. Das ist ja gerade die Verkaufspsychologie. Also muss es Kinder überfordern, in so einen Markt mitgenommen zu werden und dann nicht alles haben zu dürfen, wo doch alles suggerieren soll, dass man alles haben muss ...!
Wir haben unseren Sohn mal in einer geradezu als Flucht zu bezeichnenden Aktion aus einem großen Elektronic-Discounter gerettet, weil er komplett reizüberflutet war von den vielen Geräuschen aus Fernsehern und Anlagen, Gesprächen und Farben. Wir haben da gemerkt, dass das einfach nicht gut ist für ein Kind. Inzwischen ist er vier und kann besser damit umgehen, nun ist er aber auch verständig genug, zu akzeptieren, dass er nicht alles haben kann, weil wir uns auch beschränken müssen und nicht alles bekommen, was wir wollen. Meist darf er sich eine kleine Sache aussuchen und dann ist auch Ruhe. Zudem kann man ihn nun auch mit kleinen Aufträgen bedenken, das lenkt auch ein bißchen ab.
Wenn man nun keine andere Möglichkeit hat und sein Kind in ein Geschäft mitnehmen muss, dann sollte man vorher ausmachen, dass sich das Kind eine kleine Sache wünschen darf und dass alles Andere auf die Liste für den Weihnachtsmann kommen kann. Wenn es doch Geschrei gibt, dann würde ich mein Kind an die vorher getroffene Abmachung erinnern und erst einmal den Ort des Geschehens verlassen. Meist gibt sich das Geschrei, wenn das erhoffte Ding nicht mehr in Sichtweite ist. Und gegenüber schlauen Sprüchen oder Blicken der Umstehenden sollte man Gelassenheit üben. Manche haben (noch) keine Kinder oder es ist so lang her, dass sie sich nicht mehr erinnern können. In jedem Fall ist es nicht jedem Menschen gegeben, sich in andere hineinzuversetzen. Einfach ignorieren.
Liebe Grüße
umbre11a

 
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