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Von Plätzchen, Weihnachtsliedern und Referaten

13.12.09

Dieses Wochenende ist ein echtes Paradebeispiel dafür, wie vielseitig Mütter sein müssen. Und ich bin mir ganz sicher, dass es bei Ihnen ähnlich zugeht.

Als Mutter hat man ja ganz viele verschiedene Jobs auf einmal – und trotzdem oft noch zusätzlich einen „richtigen“ Beruf: So sind Mütter Erzieherin, Krankenschwester, Finanzmanagerin, Köchin, Putzfrau, Lerncoach und Psychotherapeutin in einem.

Dieses Wochenende habe ich mir endlich das Plätzchenbacken vorgenommen. Und wie jedes Jahr sagte ich zunächst, dass ich diesmal nur ganz wenig backe, vielleicht drei oder höchstens vier Sorten – von wegen knapper Zeit und so. Und dann sind es doch immer mehr, als ich eigentlich wollte. Aber Zimtsterne isst Hanna so gerne, Vanillekipferl und Spitzbuben wünscht sich Martin, Ingwerkekse haben meinem Mann letztes Jahr so gut geschmeckt und ich will unbedingt Kokosmakronen haben. Und beim Einkaufen habe ich etwas ganz Neues entdeckt: Dampfmohn, der schon gemahlen und mit Dampf haltbar gemacht worden ist – das muss ich natürlich auch gleich noch ausprobieren. Die Mohnblumen (ein Spritzgebäck) waren letztes Jahr auch sehr beliebt…

Heuer bin ich zumindest, was die Zimtsterne angeht, schlauer als letztes Jahr! Ich habe einen speziellen Zimtsternausstecher entdeckt, bei dem sich der Stern einfach aufklappen lässt, sodass das lästige Geklebe endgültig der Vergangenheit angehört.

Eigentlich wollte ich mich das ganze Wochenende der Bäckerei widmen. Aber dann kamen Martin und Hanna an und verkündeten, dass sie nächste Woche ein Referat über ein europäisches Land halten müssten. Hanna hatte Griechenland, Martin Frankreich zugeteilt bekommen. Beide wussten nicht so recht, wie sie jetzt anfangen sollten, denn ein Referat war etwas ganz Neues für sie.

Da kann man als Mutter natürlich nicht seelenruhig Plätzchen ausstechen, wenn die Kinder Unterstützung für die Schule brauchen. Also habe ich sie an den Computer geschickt und sie gebeten, im Internet schon mal nach Griechenland und Frankreich zu googeln. Später kam ich dazu und zeigte ihnen noch die jeweiligen Artikel auf Wikipedia, wo ja in Kürze das Wichtigste drinsteht. Hanna und Martin sind jetzt noch dabei, die Informationen für ihr Referat zusammenzuschreiben. Am wichtigsten ist ihnen, welche Sehenswürdigkeiten es in „ihrem“ Land gibt und was man dort typischerweise isst.

Doch damit noch nicht genug. Beide Kinder haben von ihren Musiklehrern jetzt vor Weihnachten zusätzlich ein paar Weihnachtslieder zum Üben aufbekommen. Hanna quält sich auf der Querflöte gerade mit dem „Überblasen“, um hohe Töne zu erzeugen. Da kann ich ihr natürlich nicht helfen, da ich nicht Querflöte spiele. Und Martin plagt sich beim Keyboard mit den Noten im Bassschlüssel herum, die er immer wieder falsch abliest – insbesondere, wenn es Akkorde sind und er somit drei Noten auf einmal erfassen muss. Er hat eine wunderschöne Variation von Jingle Bells auf, aber wenn ich beim Üben nicht zuhöre (und es immer wieder auch vorspiele), spielt er irgendwas und behauptet nachher, er könne alles und das stünde da so… Eigentlich will ich gar nicht als Ersatz-Musiklehrer fungieren, aber wenn ich mich raushalte, übt er drei Wochen lang immer das gleich Stück (und kann es im Musikunterricht trotzdem nicht richtig spielen), bis er völlig die Lust dran verloren hat.

Sie können sich vorstellen, dass ich mich, um meine Kinder am Wochenende zu Referaten und zum Musiküben zu bewegen, natürlich auch noch als Motivationstrainer betätigen darf…

 

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