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Mit Überraschungseffekten positive Veränderungen herbeiführen!

Nichts ist für Eltern und Kinder nervenaufreibender als unergiebige Streitereien, die regelmäßig wiederkehren, stets nach demselben Schema ablaufen und zu keiner befriedigenden Lösung des Problems führen. Manche dieser unerquicklichen Kommunikationsmuster bleiben hartnäckig bestehen – weder die eine noch die andere Partei kann sich daraus befreien. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Sie entstehen, weil die jeweiligen Grundkonflikte der Personen immer wieder aufeinanderprallen und durch das Verhalten des anderen immer wieder ausgelöst werden. Statt auf der Sachebene eine Lösung herbeizuführen, streiten sich beide Parteien (unbewusst) um die Erfüllung ihrer Bedürfnisse bzw. gegen unerwünschte Gefühle. Besonders in der Pubertät passiert dies häufig.

  • So kämpfen Maria, Timo und Lina auf unterschiedliche Weise um ihre Autonomie und ihr Selbstbestimmungsrecht.
  • Marias Mutter hingegen ringt mit ihrer Hilflosigkeit. Statt sie zu benennen oder an ihr zu arbeiten, wiederholt sie gebetsmühlenartig denselben Satz („Wie oft soll ich dir noch sagen, dass du pünktlich sein sollst!“), der Maria schon zu den Ohren herauskommt.
  • Ähnlich wie Marias Mutter geht es Timos Vater, der sich in seiner Autorität nicht ernst genommen fühlt und eine kindliche, trotzige Reaktion zeigt, die ihn daran hindert, eine gemeinsame Lösung mit Timo zu erarbeiten.
  • Linas Mutter hingegen reagiert mit Enttäuschung. Statt sich gekränkt zurückzuziehen, könnte sie z. B. einfach hinnehmen, dass Ihre Tochter sie jetzt „blöd“ findet. Da das aber stark an Ihrem Selbstwertgefühl nagt, kann sie das schlecht aushalten und zieht sich traurig zurück.

Bedenken Sie: Nur weil Ihre Kinder bei Ihnen diese Gefühle auslösen, sind sie nicht schuld daran, wie Sie sich fühlen. Denn erstens wollen sie Sie nicht absichtlich verletzen, und zweitens liegt es in der Verantwortung der Erwachsenen, ihre Gefühle zu kontrollieren und mit ihnen angemessen umzugehen.

Mein Tipp:
Eltern von Jugendlichen sollten sich insofern unbedingt hin und wieder mit den Gefühlen auseinandersetzen, die ihre Teenager bei ihnen auslösen. Sie sollten sich fragen, ob sie alte Wunden aus der eigenen Kindheit berühren, und sich darüber klar werden, wie Sie mit diesen Gefühlen am besten klarkommen. Darüber hinaus gibt es aber auch recht simple Methoden, im Alltag ganz bewusst an der Veränderung der Kommunikations- und Verhaltensmuster zu arbeiten.
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