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Kind mit Fieberkrampf
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Fieberkrampf beim Kind: Das müssen Sie jetzt tun!

Erste Hilfe beim Fieberkrampf

Etwa 4 Prozent aller Kinder erleiden einmal in ihrem Leben einen Fieberkrampf. Lesen Sie hier, mit welchen Risiken der Fieberkrampf behaftet ist, wie Sie im Notfall richtig reagieren und wie Sie einem Fieberkrampf vorbeugen können. Praktisch: Flussschema zur Akutbehandlung  

Expertenrat von 

Fieberkrämpfe treten überwiegend im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren auf, am häufigsten sind die Anfälle um den 18. Lebensmonat. Dem Anfall geht meist ein rascher Fieberanstieg auf über 39 °C voraus.

Anzeichen eines Fieberkrampfes sind:

  • Verdrehen der Augen oder starrer Blick Kind hält den Atem an, Lippen werden blau.
  • Kind ist nicht mehr ansprechbar, reagiert nicht, ist kurze Zeit bewusstlos
  • Arme und Beine oder Gesichtsmuskeln können plötzlich anfangen, rhythmisch zu zucken
  • Kind erschlafft nach Krampfende, Hautfarbe normalisiert sich, Bewusstsein kehrt langsam zurück (manche Kinder sind längere Zeit verlangsamt und dösig)

Wie können Sie den Fieberkrampf bei Ihrem Kind vermeiden?

Ist Ihr Kind krank, sollten Sie häufig Fieber messen und bei einer Temperatur über 38,5 °C ein Fieberzäpfchen (Paracetamol) geben. Decken Sie Ihr Kind nur leicht zu und ziehen Sie es nicht zu warm an. Machen Sie ggf. zusätzlich Wadenwickel.

Mein Tipp zur Ersten Hilfe bei einem Fieberkrampf:
Praktischer und schneller sind Essigstrümpfe gemacht. Bereiten Sie aus 400 ml Wasser und 100 ml Apfelessig ein laukaltes Essigwasser (Zimmertemperatur). Legen Sie Baumwollkniestrümpfe hinein, die Sie Ihrem Kind nach dem Auswringen anziehen. Wickeln Sie die Beine dann in zwei bis drei dicke Handtücher ein. Die Essigstrümpfe werden nach 45 bis 60 Minuten wieder ausgezogen und können zwei- bis dreimal täglich angelegt werden.

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Achten Sie bei Ihrem Kind sehr darauf, dass es bei Fieber genug trinkt. Eltern berichten oft, dass ihr Kind gerade vor dem Fieberkrampf besonders schlecht getrunken hat!

Wie gefährlich ist ein Fieberkrampf für ein Kind?

Fieberkrämpfe dauern meist nicht länger als 30 Sekunden bis drei Minuten. Dabei besteht keine Gefahr für das Gehirn Ihres Kindes! Lediglich bei so genannten komplizierten Fieberkrämpfen, die länger als 15 Minuten andauern, oder wenn mehrere Anfälle hintereinander auftreten, können selten auch Störungen in der Funktion des Gehirns auftreten. Bei etwa zwei Dritteln der Kinder mit einem Fieberkrampf bleibt dieser ein einmaliges Ereignis. Risikofaktoren für weitere Fieberkrämpfe sind ein Alter unter 12 Monate zu Beginn des ersten Fieberkrampfs, mehrere bereits durchgemachte Fieberkrämpfe, eine niedrige Temperatur zu Beginn des ersten Fieberkrampfs und das frühere Auftreten von Fieberkrämpfen bei Eltern oder Geschwistern.

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Was tun, wenn ein Fieberkrampf bei Ihrem Kind eintritt?

1. Auf die Uhr schauen, damit die Länge des Anfalls bestimmt werden kann

2. Vor Verletzungen schützen:

  • krampfende Gliedmaßen nicht festhalten
  • nichts in den Mund schieben, auch wenn sich Ihr Kind auf die Zunge beißen könnte
  • vor dem Herunterfallen schützen und weich lagern (im Gitterbett, notfalls auf dem Teppich)
  • Kopf mit Kissen oder zusammengerollter Decke abpolstern
  • einengende Kleidung lockern
  • Legen Sie Ihr Kind seitlich (wenn möglich, stabile Seitenlage), damit Speichel und evtl. auch Erbrochenes abfließen können!

Wenn der Krampfanfall länger als 2 bis 3 Minuten dauert oder Ihr Kind unregelmäßig bzw. gar nicht mehr atmet oder der Fieberkrampf wiederholt auftritt:

Wenn ja:

Notarzt rufen bzw. – sofern es sich nicht um den ersten Fieberkrampf handelt und Sie für den Bedarfsfall eine Rektiole Diazepam (zur Anfallsbeendigung) vom Arzt verschrieben bekamen – jetzt die Rektiole in den After einführen und den Tubeninhalt durch kräftiges Drücken mit Daumen und Zeigefinger in den Darm entleeren. Tube zusammengedrückt (!) wieder herausziehen und Pobacken kurz zusammendrücken.

Wenn nein:
Bringen Sie Ihr Kind bei einem Fieberkrampf nach dem Krampfanfall in die stabile Seitenlage (siehe Abb.):

Abb. 3: Stabile Seitenlage nach Krampfanfall

Fieber senken:
• Fieberzäpfchen geben, evtl. auch Wadenwickel machen
• Kind nur leicht zudecken, nicht zu warm anziehen

Wichtig beim Fieberkrampf:
Verständigen Sie in jedem Fall den Kinderarzt oder die nächste Kinderklinik, sofern es sich um den ersten Fieberkrampf Ihres Kindes gehandelt hat! Rufen Sie den Notarzt, falls die Gabe einer Rektiole Diazepam den Fieberkrampf nicht innerhalb von 3 Minuten beendet hat!

Bei etwa 40 Prozent der Kinder, die einen Fieberkrampf erleiden, liegt eine familiäre Belastung vor. Hatten Sie beispielsweise als Kind selbst Fieberkrämpfe, so besteht ein Risiko von 10 bis 20 Prozent, dass auch Ihr Kind einen Fieberkrampf bekommen wird. Unabhängig von der Anzahl der Fieberkrämpfe, die ein Kind erlitten hat, entwickelt sich lediglich in 2 bis 4 Prozent ein echtes Krampfleiden, eine Epilepsie. Eine groß angelegte englische Studie hat 400 Kinder mit Fieberkrämpfen im Alter von zehn Jahren nachuntersucht und fand keine Hinweise für nachteilige Folgen von Fieberkrämpfen auf spätere schulische Leistungen, Verhalten oder allgemeine Fähigkeitstests (Mathematik, Intelligenz, Lesen).

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Kommentare zu "Fieberkrampf beim Kind: Das müssen Sie jetzt tun!"
  • Familie S schreibt am 20.02.2013

    ansich gut geschrieben ABER man kann keinen Fieberkrampf vorbeugen. Es gibt viele Kinder, auch meins was schon bei 38,2°C einen Krampf erlitt. Viel wichtiger ist wie schnell das Fieber ansteigt. Daher kann man eben nicht einfach sagen- tritt ab 39°C auf!!! Viele Kinder haben daher schon Anfälle bevor das erhöhte Körpertemperatur überhaupt als Fieber bezeichnet werden kann. Wieso raten sie Eltern Fieber messen, Paracetamol geben???

    Sicherlich wir mein Kommentar nicht freigeschalten- weil er eben mal nicht 100% positiv ist. Aber es ist auch nicht zwingend nötig den Kommi freizusschalten, sondern wohl eher sich nochmals etwas mit dem Thema zu befassen und die weniger richtigen Stellen im Text auf neuen wissenschaftlichen Stand zu bringen. Ich hoffe dies sehr, denn die Eltern, die sich auf ihre Seite verirren, denken richtig beraten zu werden. Schade eigentlich und echt blöd für die Betroffenen - oder???

    Grüße
    Familie S
  • Anonym schreibt am 09.07.2012

    ausgezeichnet beschrieben - genau was uns (mehrere) Ärzte ebenfalls erklärten... gut, dies vor dem \"Ereignis\" zu wissen - ansonsten allen: ruhig Blut...
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