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Eine Mutter-Sohn-Beziehung kann mit Teenagern manchmal eine echte Herausforderung sein
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Mutter-Sohn-Beziehung: Worauf Sie in der Pubertät achten sollten

Eltern-Kind-Kommunikation

In der Pubertät gibt es typische Verhaltensweisen von Jungen, die Mütter vor besondere Herausforderungen stellen. Lesen Sie hier, welche Verhaltensweisen männliche Teenager oft zeigen, wie Sie als Mutter darauf reagieren sollten und warum das hilfreich sein kann. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Jungen sind anders als Mädchen

Darin sind sich die meisten Eltern einig. Allerdings sind auch Jungen untereinander sehr unterschiedlich, und jede Mutter-Sohn-Beziehung ist ebenfalls individuell geprägt. In der Pubertät gibt es jedoch ein paar typische Verhaltensweisen von Jungen, die Mütter vor besondere Herausforderungen stellen. So zeigen Jungen manchmal Verhaltensweisen, die als „aggressiv“ und „provokativ“ erlebt werden. Andererseits ziehen sich viele Jungen aber auch von ihrer Mutter zurück, sind zurückhaltend und/oder geben nicht mehr viel von sich preis. Was also tun?

Verhaltensweisen von männlichen Teenagern
und wie Sie als Mutter darauf reagieren sollten

Hier finden Sie einige typische Verhaltensweisen von männlichen Teenagern, mit Vorschlägen wie Sie als Mutter darauf am besten reagieren sollten und warum das hilfreich ist.

Ihr Sohn verhält sich „aggressiv“, schreit z.B. oft oder knallt Türen aus Wut

Was Sie am besten tun solltenWarum das hilfreich ist
Überlegen Sie, woher sein Verhalten kommt: Ist er nur ungehalten, wenn Sie ihm Vorwürfe machen? Dann sollten Sie Ihre Kritik konstruktiver vorbringen. Vorwürfe machen jeden wütend.Prinzipiell müssen Sie sich als Mutter fragen, ob Sie das aggressive Verhalten Ihres Kindes möglicher verursachen oder zumindest verstärken. Je konstruktiver Sie selbst sind, desto weniger aggressiv muss Ihr Sohn auf Sie reagieren.






Wenn Ihr Sohn sich nur Ihnen und Ihrem Partner gegenüber „aggressiv“ verhält, sollten Sie Ihre Eltern-Kind-Beziehung prüfen: Fühlt sich Ihr Sohn ernst genommen oder wie ein kleines Kind behandelt? Letzteres kann auch für Ärger sorgen.

Fragen Sie Ihren Sohn, was ihn aggressiv macht, und kommen Sie mit ihm darüber ins Gespräch.
Männliche Teenager wollen oft cool und locker wirken und empfinden es als Zumutung, wenn sie in Watte gepackt werden oder sich nicht ernst genommen fühlen. Je ernster Sie Ihren Sohn nehmen, desto schneller kommt er auch in die Verantwortung.
Prinzipiell sollte es Ihrem Sohn auch mal erlaubt sein, laut oder wütend zu werden. Versuchen Sie also, sich von der Power Ihres Sohnes nicht einschüchtern zu lassen. Tätlichkeiten oder verbale Entgleisungen jedoch gehen deutlich zu weit. Wenn dies stattfinden sollte, suchen Sie bitte professionelle Hilfe auf.Ihr Sohn möchte auch mit seinen wütenden und ärgerlichen Impulsen gesehen und verstanden werden. Daher tut es ihm gut, wenn Sie als Mutter nicht sofort fliehen, schimpfen oder weinen, wenn er mal laut wird, sondern ihn aushalten und sich der Auseinandersetzung stellen. Seien Sie sich auch darüber bewusst, dass Sie das Frauenbild Ihres Sohnes erheblich prägen!
Sorgen Sie dafür, dass Ihr Sohn sich sportlich betätigt oder sich beim Raufen oder Bolzen mit Papa ordentlich austoben kann.

Energien und Aggressionen können so kreativ ausagiert werden!

 

Ihr Sohn zieht sich von Ihnen zurück

Was Sie am besten tun solltenWarum das hilfreich ist
Versuchen Sie ein Gespür dafür zu bekommen, wie es Ihrem Sohn geht. Fragen Sie ihn, was ihn beschäftigt, lassen Sie sich aber nicht mit einem schnellen „Alles okay!“ abwimmeln. Manchmal müssen Sie ein bisschen Vorarbeit leisten, damit sich ein Teenager anvertrauen kann. Nehmen Sie sich also ein bisschen Zeit, wenn Sie mit Ihrem Sohn ins Gespräch kommen wollen.Sie zeigen Ihrem Sohn, dass Sie echtes Interesse an ihm und seiner Befindlichkeit haben. Das tut ihm gut und stärkt sein Selbstvertrauen („Ich bin wichtig!“) – auch wenn er sich Ihnen nicht anvertrauen möchte, merkt er, dass er nicht allein ist.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass es Ihrem Sohn gut geht, dann ist sein Rückzug rein altersbedingt: Er braucht jetzt einfach mehr Zeit für sich, seine Entwicklung und seine Freunde. Das ist normal. Respektieren Sie das bitte. Ihr Sohn merkt, dass Sie ihm Zeit mit sich selbst und seinen Freunden gönnen, dass Sie ihn „loslassen“, also ihm erlauben, sich von Ihnen abzunabeln. Das stärkt ihn und hilft ihm beim Erwachsenwerden. 
Wenn Ihr Sohn Hobbys aufgibt, in der Schule stark nachlässt oder gar nicht mehr hingehen möchte, wenn er bedrückt wirkt und antriebslos ist, könnte eine Depression vorliegen. In diesem Fall müsste ggf. ein Jugendpsychotherapeut zurate gezogen werden.Ein guter Jugendpsychotherapeut kann Depressionen rasch erkennen und mit dem Jugendlichen an einer positiven Veränderung arbeiten. 

 

Ihr Sohn verhält sich widerspenstig, macht, was er will, „gehorcht“ nicht, provoziert mit seinem Verhalten oder Worten

Was Sie am besten tun solltenWarum das hilfreich ist
Treffen Sie immer mehr Entscheidungen mit Ihrem Sohn gemeinsam. Nehmen Sie die Meinung Ihres Sohnes ernst. Wenn Sie Ihrem Sohn ein gewisses Mitentscheidungsrecht einräumen, muss er nicht gegen bestimmte Entscheidungen ankämpfen
Prüfen Sie, wogegen Ihr Sohn kämpft. Fühlt er sich nicht gesehen, ungerecht behandelt, zu streng erzogen? Kommen Sie mit Ihrem Sohn darüber ins Gespräch und hören Sie ihm gut zu. Prüfen Sie dann, ob er an manchen Stellen recht hat und Sie vielleicht „zu streng“ sind oder ihn nicht ganz altersangemessen behandeln. Provokatives Verhalten von Jugendlichen hört dann oft auf, wenn sie sich gesehen und grundsätzlich respektiert fühlen. Wenn Sie die Vorwürfe Ihres Teenagers ernst nehmen und auch mal selbstkritisch sein können, wird Ihr Sohn das wertschätzen und sein Verhalten modifizieren. 

 

Ihr Sohn hat viel Streit und Stress mit seinem Vater/ seiner männlichen Bezugsperson

Was Sie am besten tun solltenWarum das hilfreich ist
Halten Sie sich möglichst aus den Streitigkeiten heraus und ergreifen Sie keine Partei. Vater und Sohn müssen lernen, ihre Probleme selbst miteinander zu regeln. Gehen Sie davon aus, dass sie das schaffen werden. Intervenieren Sie nur, wenn es Ihrem Sohn wirklich schlecht im Kontakt mit seinem Vater geht, und suchen Sie dann das Gespräch mit dem Vater. Passen Sie aber auf, sich selbst nicht allzu sehr zu verwickeln. Wenn das nicht hilft, suchen Sie zusammen (oder alleine) eine Familienberatung auf.Jungen in der Pubertät setzen sich mit den Themen „Männlichkeit“ auseinander. Dazu gehört auch, den Vater noch mal ordentlich zu testen: Hält er mir stand? Akzeptiert er mich? Ist er stolz auf mich? Mag er mich auch dann, wenn ich Blödsinn mache? Wenn sich ein Vater auf dieses Kräftemessen einlässt, ohne immer „gewinnen“ zu müssen, ist das für den Sohn ein echtes Geschenk. Daher sollten Sie diese „Kämpfe“ nicht unterbinden – oder nur dann, wenn sie zu eskalieren drohen. 

 

Ihr Sohn hat Liebeskummer

Was Sie am besten tun solltenWarum das hilfreich ist
Seien Sie für Ihren Sohn da, nehmen Sie Anteil an seinem Kummer, ohne in Mitleid zu verfallen.Anteilnahme und echtes Interesse stärken, Mitleid schwächt Ihren Sohn.
Suchen Sie das Gespräch, zeigen Sie sich interessiert, ohne Ihren Sohn auszuquetschen.Sie stehen Ihrem Sohn so zur Seite, ohne ihn zu bedrängen.
Verkneifen Sie sich jede abwertende Bemerkung über das betreffende Mädchen à la „Sie ist es nicht wert, dass du ihr hinterherweinst!“, sondern sagen Sie lieber: „Ich kann deinen Schmerz nachvollziehen.Sie zeigen Ihrem Sohn so, dass Sie seine Mädchenwahl respektieren. Das ist wichtig für ihn.
Geben Sie ihm keine Tipps oder ungebetenen Ratschläge.Sie signalisieren so, dass Sie ihm zutrauen, sein Problem selbst zu lösen und seinen Kummer mit der Zeit zu überwinden. 

 

Ihr Sohn ist schüchtern und zurückhaltend

Was Sie am besten tun solltenWarum das hilfreich ist
Gehen Sie möglichst gelassen damit um. Ihr Sohn ist in einer schwierigen Lebensphase. Das kann schon mal dazu führen, dass man nicht so viel von sich zeigen möchte. Drängen Sie Ihren Sohn nicht, anders zu werden, als er gerade ist, sondern nehmen Sie ihn an, so wie er gerade ist.Wie alle anderen Jugendlichen auch brauchen schüchterne Jungs das Gefühl, so angenommen und geliebt zu werden, wie sie gerade sind. Das stabilisiert die wackelige jugendliche Psyche.
Vertrauen Sie darauf, dass er seinen Weg gehen wird. Auch schüchterne Menschen können sehr glücklich und erfolgreich werden.Eine positive und optimistische Einstellung Ihrerseits entlastet Ihren Sohn von der Sorge, Sie möglicherweise zu enttäuschen.

 

 

 

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