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Die Pubertät ist eine spannende und anstrengende Zeit. Körper und Geist entwickeln sich weiter, dabei kommt der gesunde Schlaf Ihres Kindes manchmal zu kurz.
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Schlafmangel: Wie viel Schlaf braucht Ihr Kind in der Pubertät?

Schlafmangel unter Teenagern

Die Pubertät ist eine spannende un anstrengende Zeit. Körper und Geist entwickeln sich spürbar weiter, und da ist es kein Wunder, dass der gesunde Schlaf Ihres Kindes manchmal zu kurz kommt. Wie viel Schlaf ein Kind während der Pubertät braucht und welche Schlafprobleme es geben kann, erfahren Sie hier! 

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Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

Warum aussreichend schlaf so wichtig ist

Für die Konzentrationsfähigkeit und vor allem für das allgemeine körperliche Wohlbefinden spielt der Schlaf eine wichtige Rolle. Was genau während des Schlafs im Gehirn passiert, ist noch weitgehend unklar. Wie sich dagegen der Mensch bei Schlafmangel verhält, ist hinreichend bekannt: Eine durchwachte Nacht dämpft die Reflexe wie 0,8 Promille Alkohol, nur vier Stunden Schlaf in der Nacht beeinträchtigen das Reaktionsvermögen immerhin noch wie 0,5 Promille. Die Folgen sind beispielsweise ein Verlust der Konzentrationsfähigkeit, erhöhte Unfallgefahr oder möglicherweise Depressionen.

Nicht ausgeschlafen? Schlafprobleme in der Pubertät

Folgende Gründe können für den Schlafmangel Ihres pubertierenden Nachwuchses verantwortlich sein:

  • Veränderter Lebensrhythmus.
    Die meisten Schlafprobleme in der Pubertät sind eher harmloser Natur. Ihr Kind geht wahrscheinlich einfach nur zu spät ins Bett, um morgens früh fit zu sein. Hinzu kommen vielleicht verstärkte Nachtaktivitäten am Wochenende mit anschließend zu langem Ausschlafen.
  • Veränderter Biorhythmus.
    Etwa ab dem 12. Lebensjahr scheint das Schlafhormon Melatonin zu einem späteren Zeitpunkt ausgestoßen zu werden, als bei jüngeren Kindern. Dass Ihr Kind nun später schlafen gehen will, ist also nicht nur pubertärer Trotz – es ist einfach noch nicht müde.
  • Schlafhemmende Muntermacher.
    Nicht selten sind auch aufputschende koffeinhaltige Getränke oder mitunter auch Drogen im Spiel, wenn Jugendliche Einschlaf- oder Durchschlafprobleme haben. Alkohol gehört ebenfalls dazu – er erleichtert vielleicht das Einschlafen, verhindert aber das gesunde Durchschlafen.
  • Computerspiele und Fernsehen.
    Nicht unterschätzen sollten Sie diese beiden Aktivitäten als mögliche Ursachen für Schlafschwierigkeiten. Unmittelbar vor dem Schlafengehen kann beides Ihr Kind geistig und emotional so fordern oder beschäftigen, dass ihm das Einschlafen schwer fällt.
  • Ernsthafte seelische Probleme.
    Wenn sich Ihr Kind Ihnen nicht direkt anvertraut, ist es für Sie als Eltern oft schwer zu erkennen, ob Ihr Kind nicht schlafen kann, weil es vielleicht Sorgen hat. Vor allem in der Pubertät sollten Sie diese Möglichkeit immer auch in Betracht ziehen.

 

In der Pubertät braucht Ihr Kind mehr Schlaf!

Empfohlene Schlafdauer je nach Alter:
5 - 6 Jahre:11 - 12 Stunden
7 - 9 Jahre:10 - 11 Stunden
10 - 14 Jahre:9 - 10 Stunden – oder mehr!
15 - 17 Jahre:8 - 9 Stunden – oder mehr!

Die Annahme, dass Menschen mit steigendem Alter weniger Schlaf benötigen, stimmt so, zumindest für die Phase der Pubertät, nicht!

Bis zum 18. Lebensjahr benötigen viele Jugendliche ähnlich viel Schlaf oder sogar bis zu einer Stunde mehr als in der Zeit vor Pubertätsbeginn. Das hängt mit den extremen Wachstums- und Entwicklungsphasen während der Pubertät zusammen. In der Regel schlafen Teenager jedoch ein bis zwei Stunden zu wenig.

Tipps für Eltern

Damit Ihr Kind auch in der Pubertät zu seinem Schlaf kommt, ist Folgendes wichtig:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über frühere Schlafenszeiten. Achten Sie darauf, dass es durch einen möglicherweise veränderten Schlafrhythmus am Wochenende montags trotzdem ausgeruht in die Schule geht. Manchmal ist es besser, eine Nacht durchzufeiern, ohne anschließend schlafen zu gehen. Danach ist meistens alles wieder im Lot.
  • Achten Sie darauf, dass es im Zimmer Ihres Kindes während der Schlafenszeit dunkel ist und eine angenehme, eher kühle Temperatur herrscht.
  • Besprechen Sie Sorgen und Probleme sowie andere wichtige Dinge mit Ihrem Kind nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen.
  • Ihr Kind sollte vor dem Schlafen „aufregende“ Computerspiele oder Filme vermeiden. Besser ist es, die Stunde vor dem Schlafen ruhig, zum Beispiel mit Lesen und Musik - hören, zu verbringen.
  • Essen Sie rechtzeitig zu Abend. Ihr Kind sollte nicht hungrig, aber auch nicht mit einem übervollen Magen ins Bett gehen.
  • Grundsätzlich gilt: Wenn die Schlafprobleme zu lange andauern und Ihr Kind zu stark beeinträchtigen, sollten Sie mit ihm einen Arzt aufsuchen.  

 

 

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Kommentare zu "Schlafmangel: Wie viel Schlaf braucht Ihr Kind in der Pubertät?"
  • Pauline schreibt am 01.11.2015

    Also ich bin 14 und schlafe immer so 7-8 Stunden, mehr ist gar nicht möglich. Wenn man auch neben der Schule noch Hobbys hat, finden diese nun mal abends statt und man kommt erst so gegen halb 10 ins Bett. Trotzdem sehr hilfreiche Tipps!
  • Nina schreibt am 28.07.2015

    Ich schlafe täglich viel weniger und trotzdem bin ich konzentriert und schreibe gute Noten,obwohl ich manchmal etwas müde bin.
    Man kann auch gar nicht 9-10 Srudnen schlafen weil das einfach Schul-technisch nicht funktioniert,da man um 6Uhr ausgehen muss und um 10 Stunden zu schlafen müsste man dann ja schon in 20Uhr schlafen gehen und das geht nicht,weil schon meine Hobbys oft am Abend sind und ca. Bis 20Uhr dauern.
  • Julian schreibt am 05.07.2015

    Also ich selber bin 13 Jahre und schlafe ca 8 Stunden, mir gehts blendend....
    Jedoch beim einschlafen habe ich probleme...
    Finde das Schulsystem einfach gemein.... Ich muss um 6 aufstehen das ich den bus erreichen kann. Ziemlich nervig.
  • Michelle schreibt am 17.05.2015

    Ich kann abends nicht einschlafen liege immer 1-2 stunden wach im bett und
    Kann morgens nicht aufstehen
  • Schuler 14 jahre schreibt am 07.01.2015

    Es ist nicht möglich mit 14 jahren 10 oder mehr Stunden zu schlafen.
    Man steht um sechs auf (schule) also müsste man um 8 schon schlafen .... Das geht nicht.
    Ich schlafe ca. 7 Stunden und stehe in allen fächern (außer deutsch) auf 2 oder besser (Geschichte, Physik, natur-technik) mit 1, habe aber seit 3 Jahren nicht einmal zu Hause gelernt.
    Andere Quellen behaupten das 7 Stunden optimal sind.
  • Britta schreibt am 16.12.2013

    Wie viel Schlaf ein Kind braucht? Mein Sohn ist 16 und schläft viel von mittags bis morgens durch. Wahrscheinlich ist es normal, dass er jetzt soviel schäft, aber irgendwie hab ich den Eindruck er bekommt nicht genug Schlaf jetzt in der Pubertät. Weil trotz Schlafs ist er morgens immer sehr müde...
  • NiLaterne schreibt am 25.09.2013

    Ich hätte gerne gewusst, was eigentlich mit einem Jugendlichen (14 Jahre alt) geschieht, der regelmäßig viel zu wenig schläft, auch weil er zu lange Computer spielt und dabei chattet. Es ist das Kind einer Freundin, mit meinen Kindern erlebte ich das nicht. Meiner bekommt ausreichend Schlaf trotz Pubertät! Es ist ein augewecktes "Kerlchen", das sogar seine Hausaufgaben nur so aus dem Ärmel schüttelt.
  • Sara schreibt am 28.01.2013

    Danke für die Tipps zur Schlafdauer in der Pubertät. Mein Kind erlangt in jedem Fall WENIGER Schlaf als empfohlen!
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