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Viele Schüler machen den Fehler, zur Vorbereitung auf eine Arbeit, den Lernstoff meist nur durchzulesen. Lesen Sie hier, wie gehirngerechtes Lernen funktioniert
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Effektiver lernen & besser behalten: So lernt Ihr Kind „gehirngerecht“

Konzentration

Manche Schüler wundern sich immer wieder, dass trotz hohen Lernaufwands bei nachfolgenden Arbeit doch wieder nichts Vorzeigbares herausgekommen ist. Viele, gerade die pubertierenden Schüler machen den Fehler, dass sie zur Vorbereitung den Lernstoff meist nur durchlesen. Damit nutzen sie jedoch nur einen geringen Teil ihrer vorhandenen Kapazitäten. Wie gehirngerechtes Lernen richtig funktioniert, lesen Sie hier. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Wie unser Gedächtnis funktioniert

Das menschliche Gedächtnis arbeitet ähnlich wie eine Mülltrennungsmaschine, die Brauchbares aus vielen unbrauchbaren Dingen heraussortiert. Damit beim Lernen nichts Wichtiges aussortiert wird, sollte Ihr Kind Folgendes wissen:

  • Brauchbar ist für das Gedächtnis zunächst alles, was Ihr Kind interessant oder zumindest wichtig findet. So ist es zu erklären, dass es sich zum Beispiel Fußballergebnisse oder Songtexte leicht merken kann, Vokabeln aber gar nicht.
  • Brauchbar ist Lernstoff für das Gedächtnis aber auch nur dann, wenn er einigermaßen „verdaulich“ präsentiert wird, das heißt: strukturiert, in kleinen Portionen, mit häufigen Wiederholungen, über verschiedene Sinne etc. Andernfalls ist das Gehirn schnell überlastet und kann den Lernstoff nicht speichern.

Dabei wandert jedes neue Wissen zunächst vom Ultrakurzzeitgedächtnis ins Kurzzeitgedächtnis und anschließend ins Langzeitgedächtnis. Doch dieser Prozess funktioniert nur dann zuverlässig, wenn Ihr Kind beim Lernen die nachfolgenden Regeln beachtet:

 

Gehirngerecht lernen bedeutet …

  • … Lernen mit Interesse
    Interessante oder wichtige Dinge behält das Gedächtnis leicht. Ihr Kind sollte daher immer überlegen, was es am Lernstoff besonders interessiert findet bzw. warum das Lernen gerade jetzt wichtig ist. Andernfalls empfängt das Gehirn das Signal „unwichtig und überflüssig“ und speichert den Lernstoff entweder gar nicht oder nicht zuverlässig.
  • … geordnetes Lernen
    Das menschliche Gedächtnis kann mit einer großen Bibliothek verglichen werden. Je besser die Bücher dort in den Regalen geordnet sind, umso leichter findet man, was man sucht. Ordnen und strukturieren kann Ihr Kind zum Beispiel seine Arbeitsmaterialien, seine Grammatik- oder Rechtschreibregeln oder alle Lerninhalte, die es für den nächsten Test wissen musst.
  • … Anknüpfen an Bekanntes
    Neues kann sich das Gedächtnis dann besonders gut merken, wenn es an Vorwissen „angedockt“ werden kann. Fehlt dieses Vorwissen, fällt es Ihrem Kind schwer, neue Grammatikregeln oder auch das neue Thema in Physik zu verstehen. Deshalb ist es wichtig, dass Ihr Kind beim Lernen immer den „roten Faden“ behält, und – falls er mal verloren geht – so weit im Lernstoff zurückgeht, bis es ihn wieder gefunden hat.
  • … Lernen in kleinen Päckchen
    Das Ultrakurzzeitgedächtnis kann nur wenige einzelne, also unzusammenhängende, Informationen auf einmal lernen. Lernt Ihr Kind zu viel, ist das Gedächtnis überlastet, und der Lernstoff wird als „Gedächtnismüll“ einfach wieder vergessen.
  • … Ähnlichkeitshemmungen vermeiden
    Wenn Ihr Kind zu ähnlichen Lernstoff direkt nacheinander lernt, kann es sein, dass sein Gedächtnis den Lernstoff verwechselt oder vergisst. Deshalb sollte Ihr Kind z.B. Englisch und Französisch-Vokabeln oder Mathe- und Physikformeln besser nicht unmittelbar nacheinander lernen.
  • … Pausen machen
    Ist der Lernstoff „normal“ interessant, dann brauchen die meisten Schüler (ab 12 Jahren und älter) spätestens nach 30 Minuten eine kurze Lernpause von fünf Minuten. Bei besonders spannendem Lernstoff kann man sich allerdings auch gut länger konzentrieren. In den Pausen sollte Ihr Kind möglichst nur Dinge machen, die es wirklich entspannen (zum Beispiel Musik hören, mit dem Hund spielen, ein paar Basketballkörbe werfen etc.). Fernsehen oder Computerspielen sind als Pausenfüller ungeeignet, weil sie die Konzentration weiter fordern und so zusätzlich das Speichern des Lernstoffs behindern.
  • … den Lernstoff regelmäßig wiederholen
    Neuer Lernstoff wird vom Gedächtnis besonders gut gespeichert, wenn er zu Beginn des Lernprozesses möglichst oft wiederholt wird, also in den ersten zwei bis drei Tagen. Zum Wiederholen prima geeignet ist etwa eine Lernkartei, da Ihr Kind hier gut trennen kann zwischen Lernstoff, der schon gut gespeichert ist, und Lernstoff, der noch häufiger wiederholt werden muss.
  • … Lernen auf vielfältige Weise
    Der Mensch lernt über seine Sinne: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen und Tasten. Nicht alle diese Sinne können beim Lernen von Schulstoff immer beteiligt sein, aber Ihr Kind sollte dennoch überlegen, auf wie viele verschiedene Weisen es sich einen Lernstoff aneignen kann. Viele Schüler lesen oft nur die nötigen Buchtexte und Hefteinträge etwa zur Vorbereitung einer Geschichtsarbeit. Ihr Kind könnte sich aber neben dem Lesen außerdem wichtige Schlüsselbegriffe beispielsweise auf Karteikarten notieren, diese durch visuelle Anker (kleine Skizzen) ergänzen, sich auswendig zu den Schlüsselbegriffen alles mit eigenen Worten laut erzählen, sich vor seinem inneren Auge die geschichtlichen Abläufe genau vorstellen etc.

 

 

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