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Eigenbrötler und Außenseiter in der Schule
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Ist mein Kind ein Eigenbrötler?

Der Spruch „Kinder sind grausam!“ trifft ins Schwarze, wie unsere Co-Autorin und Grundschullehrerin Annette Holl aus Ihrer Unterrichtspraxis weiß. Immer wieder kommt es vor, dass einzelne Kinder von anderen ausgegrenzt werden, weil sie eher der Typ "Eigenbrötler" sind. 

Expertenrat von 
Annette Holl, Grundschullehrerin

Nicht zuletzt sollten Sie z. B. in Internetforen Rat bei Eltern suchen, die dasselbe durchgemacht haben. Es beruhigt zu erfahren, dass man nicht allein dasteht. Sicherlich bekommen Sie hier noch weitere Tipps. Nebenbei leben Sie Ihrem Kind vor, wie Sie selbstbewusst Kontakt mit anderen Menschen aufnehmen und Experten zu Rate ziehen. So kann Ihr Kind auch die Rolle als Eigenbrötler ablegen.

Helfen Sie Ihrem Kind aus der Rolle als Außenseiter!

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie vorbehaltlos hinter ihm stehen. Erklären Sie es aber nicht zum wehrlosen Eigenbrötler, und wettern Sie nicht gegen die „bösen anderen Kinder“. Machen Sie es auf seine Schwächen aufmerksam, indem Sie das vom Lehrer geschilderte Verhalten seinen Klassenkameraden gegenüber in einem Rollenspiel spiegeln (z. B. „spielt es den Klassenclown, um seine schlechten Noten zu überspielen“). Ihr Kind übernimmt die Rolle eines anderen und erfährt so, wie es auf andere wirkt. Anschließend kann es an Ihnen neue Verhaltensweisen ausprobieren. So können Sie beispielsweise ein selbstbewussteres Auftreten Ihres Kindes einüben.

Wappnen Sie Ihren Eigenbrötler gezielt gegen Hänseleien:

„Hast du deine Klamotten aus der Mülltonne?“

Man muss nicht jeden Klamotten-Trend mitmachen. Aber lassen Sie Ihr Kind in einem für Sie akzeptablen finanziellen Rahmen bei der Kleiderwahl mitreden.

„Erlaubt Mami ihrem Baby kein Handy?“

Haben Sie sich aus Überzeugung gegen ein Handy für Ihr Kind entschieden? Wenn Ihr Kind deswegen jedoch zum Eigenbrötler oder Außenseiter wird, sollten Sie eventuell über eine Lockerung Ihrer Regeln nachdenken (z. B. ein spezielles Kinder-Handy, auf dem nur ausgewählte Nummern wählbar sind und auf dem Sie regelmäßig Spiele und Apps kontrollieren).

„Weiter so, dann kommst du sicher auf die Dummenschule!“

Vielleicht hat Ihr Kind eine Lernschwäche oder arbeitet sehr langsam. Die anderen bewerten das als Faulheit oder gar als mangelnde Intelligenz. Fragen Sie den Lehrer, wie Ihr Kind gezielt gefördert werden kann. Denken Sie auch über entsprechende Therapien nach. Bitten Sie den Lehrer außerdem, mit den Verursachern über Ihr nicht tolerierbares Verhalten zu sprechen.

Mein Tipp: Ein Schulwechsel als letzter Schritt!
Schrecken Sie nicht vor einem Klassen- oder Schulwechsel (gegebenenfalls in eine spezielle Integrationsklasse) zurück, wenn Ihr Kind sich in seiner Klasse so gar nicht wohl fühlt und auch nach sämtlichen Bemühungen keine wesentliche Verbesserung der Situation eintritt. Manchmal sind die Fronten zu verhärtet, und nur ein Neustart kann Ihrem Kind helfen, aus der Eigenbrötlerrolle auszubrechen.
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