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Gedächtnistest: So trainiert Ihr Kind sein Gedächtnis

Gedächtnistest für Kinder

Häufig landen die gerade noch mühsam erarbeiteten Lerninhalte nur im Kurzzeitgedächtnis und sind nach wenigen Tagen oder Wochen schon nicht mehr aus dem Gedächtnis abrufbar. Fatal, denn auf der weiterführenden Schule wird dieser Lernstoff dann als bereits im Gedächtnis vorhanden vorausgesetzt. Unser Gedächtnistest hilft dem Gedächtnis Ihres Kindes auf die Sprünge. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Die Forschung hat schon lange erkannt, dass Emotionalität, Geschichten und Bilder die Haltbarkeitsdauer von Lerninhalten im Gedächtnis enorm steigern. Je mehr Gefühle, negative oder positive, beim Lernen bestimmter Informationen aktiviert werden können, desto besser und länger werden diese im Gedächtnis behalten. Emotionen wie Angst, Glück, Wut, Trauer oder Freude sind in der Regel auch sehr eng mit Bildern oder Tönen im Gedächtnis verknüpft. Das können Sie als Gedächtnistest selbst ganz leicht bei Ihrem Gedächtnis überprüfen, indem Sie sich beispielsweise ein Lied aus der Zeit Ihrer Kindheit anhören oder in alten Fotoalben blättern. Bestimmte Melodien oder Bilder, mit denen Sie aufregende Ereignisse verknüpfen, lassen diese ganz schnell aus dem Gedächtnis zum Leben erwachen. Sie werden sozusagen aus dem Langzeitgedächtnis heraus wieder aktiviert.

Diese Erkenntnis über das Gedächtnis ist natürlich auch beim Lernen nutzbar. Schließlich geht es darum, sich wichtige Informationen, Daten, Zusammenhänge oder Ereignisse im Gedächtnis zu merken und auch nach langer Zeit wieder abrufen zu können. In der Grundschule sind das für das Gedächtnis zum Beispiel bestimmte Rechtschreibregeln, das kleine Einmaleins, Strategien zum Lösen von Textaufgaben, mathematische Formeln, englische Vokabeln, die Bundesländer, europäische Hauptstädte, Pflanzen und ihr Nutzwert, Maße und Einheiten oder die Gliederung eines Aufsatzes. Mit bestimmten Lerntechniken und Lernmethoden kann Ihr Kind sein Gedächtnis für solche Informationen (und damit auch sein Langzeitgedächtnis) immens steigern, hier mit einem Gedächtnistest.

Vorher – nachher mit dem Gedächtnistest

Im Folgenden werden Sie zwei verschiedene Lernmethoden kennen lernen, mit denen Ihr Kind sein Langzeitgedächtnis und die Merkfähigkeit mit einem Gedächtnistest verbessern kann. Probieren Sie die beiden Möglichkeiten für das Gedächtnis aus und entscheiden Sie sich dann individuell, wo sie jeweils einsetzbar sind. Machen Sie aber pro Tag bitte nur einen Gedächtnistest, denn ansonsten werden die Ergebnisse verfälscht, und die Bilder überlagern sich im Gedächtnis. Noch besser ist es, ein, zwei oder drei Tage verstreichen zu lassen, bis Ihr Kind die zweite Lernmethode ausprobiert.

Machen Sie den Gedächtnistest mit der Geschichten-Methode!

Sie brauchen für den Gedächtnistest:

  • eine Uhr mit Sekundenzeiger
  • für jeden Mitspieler ein Blatt Papier und einen Stift
  • ein normales Kartenspiel
  • die folgenden Wörterlisten:

Wörterliste 1

  1. Kaktus          
  2. Vollmond      
  3. Rennauto    
  4. Kamel
  5. Fahrradprüfung        
  6. Schneeflocke
  7. Olive
  8. Frosch
  9. Tabelle
  10. Badehose

Wörterliste 2

  1. Glühbirne
  2. Präsident
  3. Briefumschlag
  4. Sandburg
  5. Hundeleine
  6. Apfel
  7. Regenwurm
  8. Flugzeug
  9. Fußballtrainer
  10. Wurm

Und so geht’s bei dem Gedächtnistest!

Bitte nehmen Sie sich ein wenig Zeit, um mit Ihrem Kind bei dem Gedächtnistest auszuprobieren, wie es sein Langzeitgedächtnis verbessern kann. Für diesen spielerischen Gedächtnistest sollten Sie circa eine Stunde einplanen, in der Sie und Ihr Kind nicht gestört werden. Sie können den Versuch für das Gedächtnis auch mit mehreren Personen durchführen, vielleicht haben ein paar Freunde oder Ihr Partner ebenfalls Spaß an dem Gedächtnistest. In der Regel profitieren Erwachsene von den Lerntechniken für ihr Gedächtnis genauso wie Kinder.

Lesen Sie den Mitspielern bei diesem Gedächtnistest nun die erste Liste langsam vor. Warten Sie nach jedem Begriff etwa 30 Sekunden und nennen Sie dann erst den nächsten. Sprechen Sie deutlich und langsam und wiederholen Sie möglichst keinen der Begriffe aus dem Gedächtnistest. Ihr Kind (und eventuell die anderen Mitspieler) sollen sich die Wörter einfach nur anhören und im Gedächtnis merken. Nachdem Sie die Liste vollständig abgelesen haben, spielen Sie bitte 20 bis 30 Minuten lang mit Ihrem Kind Mau Mau oder ein anderes kurzweiliges Kartenspiel.

Erst nach dieser Zeit werden die vorgelesenen Begriffe aus dem Gedächtnistest abgefragt. Alle Mitspieler sollen sie aus dem Gedächtnis aufschreiben, die Reihenfolge spielt dabei keine Rolle. Kinder, die noch nicht so gut schreiben können, dürfen die Begriffe einem Erwachsenen aus dem Gedächtnis diktieren. Sammeln Sie die Blätter ein und legen Sie sie zur Seite.

Teil 2: Merken mit der Geschichten-Methode

Erklären Sie den Teilnehmern aus dem Gedächtnistest nun, dass sie wiederum eine Liste (Wörterliste 2) mit zehn Begriffen vorgelesen bekommen. Nun sollen sie sich aber zu jedem Wort im Gedächtnis ein plakatives, sehr auffälliges Bild vorstellen und dieses mit dem jeweils nächsten Begriff verbinden, so dass eine komplette, mitunter auch sehr unsinnige Geschichte im Gedächtnis entsteht. Mit einem kleinen Beispiel können Sie das erläutern: Baum – Zitrone – Schneemann könnte bei dem Gedächtnistest so aussehen:

Ein Baum mit knallbunten Blättern steht auf der Wiese und weint. Da kommt eine Zitrone vorbeigeradelt und winkt ihm zu. Die Zitrone fährt weiter, und weil sie nicht nach vorne sieht, stößt sie frontal mit einem Schneemann zusammen.

Testen Sie mit diesem Beispiel, ob Ihr Kind verstanden hat, wie die Lernmethode für das Gedächtnis funktioniert.

Wenn Ihr Kind verstanden hat, worum es bei der neuen Lernmethode für das Gedächtnis geht, können Sie mit dem Gedächtnistest beginnen. Lassen Sie wieder 20 bis 30 Sekunden Zeit zwischen den einzelnen Begriffen und spielen Sie zur Ablenkung nach dem Gedächtnistest 20 bis 30 Minuten Karten. Nun werden erneut alle Begriffe aus dem Gedächtnis aufgeschrieben. Vergleichen Sie die Ergebnisse mit dem ersten Testlauf. Durch die Verbindung der Wörter mit plakativen Bildern in eine gemeinsame Handlung sollte es keinem Mitspieler bei dem Gedächtnistest schwer gefallen sein, sich fast alle Begriffe (oft sogar in der richtigen Reihenfolge) merken zu können.

Hat es Ihr Kind nicht geschafft, sich mindestens sechs der Wörter aus dem Gedächtnistest zu merken, könnte es Probleme mit seiner Konzentration haben. Sprechen Sie dann bitte die Lehrerin darauf an und gehen Sie dem Hinweis nach. Vielleicht hat es auch nur einen schlechten Tag erwischt und war mit seinen Gedanken bei einem aufregenden Ereignis.

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Kommentare zu "Gedächtnistest: So trainiert Ihr Kind sein Gedächtnis"

  • Anonym schreibt am 23.04.2009

    Vielen Dank für die klare und ausgezeichnete Anleitung zu einem Gedächtnistraining!
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