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In 5 Schritten zum ordentlichen Lernen

Wie Ihr Kind eine bessere Lernorganisation bekommt.

Verlegte Schulbücher, fehlende Bleistifte oder der vergessene Termin beim Kiefer­orthopäden können einen normalen Familiennachmittag ganz schön durcheinander wirbeln. Meistens ist nämlich jede Stunde des Wochentages so verplant, dass unvorhergesehene Ereignisse gestresste Eltern und Kinder schnell an ihre Grenzen bringen. Darunter leidet fast immer auch das Lernen. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie den ganz normalen Alltagsstress reduzieren und mit gezielter Organisation die Lernsitua­tion Ihres Kindes entspannen. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Chaos ist häufig die Folge von Stress und Überforderung, ein nahezu normaler Zustand in den meisten Familien. Vier von fünf Deutschen leiden nach neusten Studien unter Zeitdruck und Überarbeitung, und besonders berufstätige Eltern kommen wegen der unterschiedlichsten Aufgaben kaum noch zur Ruhe. Dieser enorme Zeit- und Erfolgsdruck wirkt sich auch auf Schulkinder aus, wenn sie nach dem Unterricht keine ausreichenden Ruhephasen finden. Lernen gelingt nämlich nur in gelöstem und entspanntem Zustand. Doch dieser ist in deutschen Familien immer seltener anzutreffen, so dass sich Unruhe und Angespanntheit von den Eltern auf die Kinder übertragen. Kein Wunder, denn immer vielfältiger sind die Anforderungen, die in einer ganz normalen Woche auf Eltern und Kinder zukommen. Dazu gehören unter anderem:

  •  pünktlich in der Schule und am Arbeitsplatz erscheinen
  •  Einkauf für Essen und Haushalt
  •  Krisenmanagement bei Krankheit eines Familienmitgliedes
  •  Aufräumen und Sauber-halten der Wohnung/des Hauses
  •  Arzttermine für alle Familienmitglieder koordinieren und wahrnehmen
  •  Kinder zu Freunden und Hobbys bringen (und wieder abholen)
  •  Kontakte zu Freunden und Verwandten halten
  •  Haustiere versorgen/Tierarzt
  •  Vorbereitungen für den nächsten Arbeitstag/Schultag (Hausaufgaben, Schulmaterialien besorgen)
  •  Elternabend und Lehrergespräche für alle Kinder wahrnehmen
  •  Freizeitbeschäftigungen organisieren (Geschenke für Geburtstagseinladungen kaufen; Kostüme nähen; Schulfest mitgestalten; Fahrradtraining betreuen; Sportsachen waschen …)

 

Eltern im Stress – Kinder unter Druck!

Wie kommen wir zu einer besseren Lernorganisation?

Diese Frage stellen sich sicherlich viele Eltern, wenn sie abends völlig erledigt auf der Couch sitzen und ihnen bereits bei den Nachrichten die Augen vor Müdigkeit zufallen. Dabei haben viele das Gefühl, von ihren Aufgaben nur einen Bruchteil bewältigt zu haben. Dieses Gefühl erzeugt neuen Stress, denn die Liste der zu erledigenden Dinge scheint einfach nie enden zu wollen. Nicht zuletzt leiden auch die Kinder unter solch einem enormen Druck und finden häufig nicht wirklich zur Ruhe.

Lernen und Hausaufgaben im Termindschungel

In immer mehr Familien ist eine ausgeklügelte Lern­organisation notwendig, damit der Stress nicht überhand nimmt. Doch das ist leichter gesagt als getan. Zu viele unterschiedliche Aufgaben und Anforderungen verhindern, sich eine ruhige „Auszeit“ zu nehmen und Kraft zu schöpfen. Meistens ist der Zeit- oder Termindruck für Eltern und Kind so stark, dass weder Zeit für entspannte Hausaufgaben noch für eine sorgfältige „Fehleranalyse“ bleibt. Doch wenn Sie merken, dass Ihnen die Wochenplanung entgleitet und Sie nur noch auf Ereignisse reagieren, anstatt sie zu kontrollieren, sollten Sie die Notbremse ziehen.

Entlarven Sie die Zeitfresser!

Protokollieren Sie eine Woche lang sorgfältig die Ereig­nisse und Termine aller Familienmitglieder. So sehen Sie am besten, welche Zeitfresser Sie und Ihr Kind immer wieder aus der Bahn werfen. Planen Sie für diese Aufgabe pro Tag mindestens eine halbe Stunde Zeit ein, damit die Auflistung auch vollständig ist! Besprechen Sie das Wochenprotokoll unbedingt gemeinsam, damit die „Problemzonen“ allen Familienmitgliedern sichtbar werden. Wenn erst einmal erkannt ist, wo das Chaos seinen Ursprung hat, ist Hilfe schon in Sicht. Notfalls müssen manche Termine verlegt, gestrichen oder in die Ferien verschoben werden, damit der Alltag wieder planbarer wird.

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es geht!

Auch Schulkinder haben schon einen vollen Stundenplan und müssen von Klassenstufe zu Klassenstufe immer mehr Aufgaben bewältigen. Ohne die Unterstützung ihrer Eltern gelingt das nur den wenigsten. Doch diese Unterstützung
kostet Zeit, besonders wenn sie auf „Hilfe zur Selbsthilfe“ angelegt ist, Ihr Kind also lernen soll, sich künftig immer besser selbst zu organisieren. Vermeiden Sie also, auch wenn es zunächst aufwändiger ist, Ihrem Kind einfach alle Aufgaben „nur“ abzunehmen, sondern begleiten Sie es Stück für Stück auf seinem Weg in die Selbstständigkeit. Anfangs ist diese Form der Hilfe zwar anstrengend, mit der Zeit wird Ihr Kind jedoch selbstständiger und lernt, seinen (Schul-)Alltag besser zu planen.

Mein Tipp 
Kinder kopieren ihre Eltern, wo immer es geht, und schauen sich so viele Verhaltensweisen ab, die sie einfach übernehmen. Versuchen Sie, Ihren eigenen Alltag so gut wie möglich zu struktu­rieren, dann hat auch Ihr Kind gute Chancen, seine Lern­organisation zu verbessern. 

 

 

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